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Japanische Feste in der kälteren Jahreszeit

In unserem Sommerspecial haben wir euch bereits die schönsten Feste in Japan während der Sommerzeit vorgestellt. Dieses Mal möchten wir euch zeigen, mit welchen Festen man sich die kälteren Jahreszeiten verschönert.

Danjiri Matsuri だんじり祭

Das Danjiri Matsuri findet jedes Jahr im Herbst überall in Japan statt. Das bekannteste ist das Kishiwada Danjiri Matsuri, das seit 1703 veranstaltet wird und bei dem man jährlich über 80 Danjiri bestaunen kann. Dabei hat jede Nachbarschaft ihren eigenen Danjiri. Danjiri bezeichnet große hölzerne Wägen in Form von Schreinen oder Tempeln, die geschmückt werden mit Blumenarrangements, eingeschnitzten Ornamenten und religiösen Elementen. Während des Danjiri Matsuri werden diese durch die Straßen gezogen. Man glaubt daran, dass Geister oder Götter in den Danjiri wohnen. Die verschiedenen Städte bereiten sich schon Tage vorher mit Treffen in örtlichen Schreinen auf die Danjiri Matsuri vor. Auf jedem Danjiri befinden sich Tänzer und Musiker, die die städtische Danjiri Melodie spielen. Die Musik, die Dekoration und die Art der Wägen variieren von Stadt zu Stadt.

Kishiwada Danjiri Matsuri
Kishiwada Danjiri Matsuri (Own work by Kounosu [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
 

Jidai-Matsuri 時代祭

Das Jidai Matsuri, das Fest der Zeitalter, ist ein traditionelles japanisches Fest, das jedes Jahr am 22. Oktober in Kyoto stattfindet. Dabei feiert man den Umzug der kaiserlichen Hauptstadt nach Kyoto 794.

Man organisierte das Fest zum ersten Mal am 25. 10. 1895 und ursprünglich war sein Ziel die Aufheiterung der Bewohner nach Umzug des kaiserlichen Hofes und der Hauptstadt nach Tokyo 1868. Während des Festes werden die Mikoshi (Schreine/Sänften, in denen ursprünglich Götter reisten) des ersten und des letzten Kaisers, der in Kyoto wohnte, zuerst in die alte kaiserliche Hauptstadt und danach zum Heian-Schrein getragen. Die Teilnehmer des Umzuges tragen dabei verschiedene Kostüme, die an historische Figuren aus den verschiedenen Zeitaltern Kyotos erinnern. Der Umzug findet in tiefstem Schweigen statt, weshalb die Stimmung für Außenstehende oftmals traurig statt festlich wirkt.

Jidai Matsuri
Jidai Matsuri (Own work by Peter 111 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Shichi-go-san 七五三

Das am 15. November stattfindende Shichi-go-san (Sieben-Fünf-Drei) ist ein Fest, das jedes Jahr in ganz Japan gefeiert wird. Es ist ein Fest für Kinder, wenn Jungen drei oder fünf Jahre alt und Mädchen drei und sieben Jahre alt geworden sind. An diesem Tag betet man für die Gesundheit und Zukunft der Kinder.

Wahrscheinlich entstand das Fest während der Heian-Zeit (794-1185). Zu dieser Zeit war es üblich, dass Adlige das Aufwachsen ihrer Kinder feierten. Ein anderer Ursprung könnte in der Muromachi-Zeit (1336-1573) liegen. Da zu dieser Zeit die Kindersterblichkeit sehr hoch war, wurden Kinder erst mit drei Jahren in das Familienregister aufgenommen. Danach feierte man jeweils die folgenden zwei “Glückszahlen” fünf und sieben. Vor allem während der Edo-Zeit (1603-1868) wurde dieser Brauch üblich und verbreitete sich bald im gesamten Japan.

©Pixabay
©Pixabay

Früher bestand das Fest aus drei Zeremonien. Die erste Zeremonie genannt Kamioki war für Kinder im Alter von drei Jahren. Diese entstand aus dem Ritual Kindern die Haare bis zu ihrem dritten Lebensjahr abzurasieren, da man glaubte, damit einen besseren Haarwuchs zu fördern. Hakamagi-no-Gi ist die zweite Zeremonie für Jungen, die das fünfte Lebensalter erreicht haben. Bei dieser Zeremonie wird den Jungen zum ersten Mal formelle Kleidung angezogen. Früher verband man dies mit Rollenverteilung und Verantwortung. Die dritte und letzte Zeremonie wird Obitoki-no-Gi genannt. Diese ist für 7-jährige Mädchen. Während dieser Zeremonie tragen die Mädchen zum ersten Mal einen Obi, was ein Symbol für den Übergang von Mädchen zu reifen Frauen darstellen sollte. Alle diese Zeremonien sollen die Vorstellung eines neuen Schrittes in Richtung Erwachsensein demonstrieren.

Heutzutage finden die einzelnen Zeremonien nicht mehr immer statt. Stattdessen besucht man Schreine, um dort seinen Dank auszudrücken und für die Zukunft des Kindes zu beten. Ein Trend ist es auch an diesem Tag die Kinder in zeremonieller Aufmachung zu fotografieren und die Fotos an Freunde und Familie zu schicken. Außerdem ist es heute auch üblich, dass Kinder anderer Altersgruppen trotzdem an den Zeremonien teilnehmen.

Hadaka Matsuri 裸祭り

Ein für fremde Besucher äußerst interessantes Spektakel dürften die Hadaka Matsuri sein. Die Hadaka Matsuri sind sogenannte Nacktfeste, die gewöhnlich im Winter stattfinden. Die Teilnehmer sind dabei nur männlich und meistens nur mit einem traditionellen Lendenschurz oder gar nicht bekleidet. Während des Festes gehen die Männer zum Baden in einen Fluss als Akt einer rituellen Reinigung. Es stellt eine Art Mutprobe dar und ist schon aus alten Mythen bekannt: es heißt, dass auch schon der Göttervater Izanagi diese rituelle Reinigung vollzog, um sich von allen Verunreinigungen des Totenreiches zu befreien. Es gibt viele verschiedene Arten und Weisen das Hadaka Matsuri zu zelebrieren. Zum Beispiel in Form von Tragen von Schreinen durch das Wasser, Nacktkämpfen oder des Badens in Eiswasser.

Hadaka Matsuri
Hadaka Matsuri (Own work by Mstyslav Chernov [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
 

 

Schneefeste 雪祭り

Die wohl schönsten Feste, die man in Japan in den kälteren Monaten besuchen kann, sind die verschiedenen Schneefeste. Während der Winterzeit gibt es vielerlei Schneefestivals, die einen zauberhaften Anblick versprechen. Die meisten dieser Feste finden im Zeitraum von Ende Dezember bis Mitte Februar statt. Das älteste und spektakulärste Schneefest ist das Sapporo Snow Festival. Der Anfang dieses Festivals geht auf das Jahr 1950 zurück, in dem einige Schüler im Odori Park Schneestatuen bauten. 1955 wurden sie durch die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte unterstützt, die riesige Schneeskulpturen bauten, woraus sich das heutige Schneefestival entwickelte. Die dynamisch und aufwendig gestalteten Schneeskulpturen sind das Highlight des Sapporo Schnee Festivals.

Eispalast in Sapporo
Eispalast in Sapporo ©Pixabay

Ein weiteres beeindruckendes Fest ist das Yokote Kamakura Festival. Dieses beruht auf einer über 450 Jahre alten Tradition. Hintergrund dabei ist es das Fest einem Wassergott zu widmen. Während des Festes werden in der Stadt über 100 Schneehütten gebaut, Kinder tragen lokale Sprüche vor und Besucher werden dazu eingeladen, dem Wassergott zu huldigen. Besonders in der Nacht sind die beleuchteten Schneehütten ein unglaublicher Anblick.

Wenn das Wetter kalt wird und der Schnee beginnt zu fallen, so kann man an der Jizo Sancho Station ein ganz besonderes Naturschauspiel betrachten. Denn im Winter gefrieren die Bäume am Hang des Zao Berges und werden zu sogenannten Schnee- oder Eismonstern. Sowohl in der Mittagssonne, als auch am Abend mit Beleuchtung sind die Schneemonster auf jeden Fall sehenswert.

Tiger aus Eis
Tiger aus Eis ©Pixabay

Es gibt noch viele weitere Variationen der Schneefeste wie Laternen in einer Schneelandschaft, das Steigenlassen von Papierballons, Schneelabyrinthe und alle möglichen weiteren Spielereien, die man mit Schnee und in der Atmosphäre einer Schneelandschaft gestalten kann. Natürlich werden während dieser Feste auch Spezialitäten der verschiedenen Regionen und Städte angeboten.

Das waren nur einige der Feste, die in Japan in den kälteren Monaten des Jahres stattfinden. Natürlich gibt es noch viele weitere. Welche traditionellen japanischen Feste interessieren euch besonders und welches würdet ihr selbst gerne einmal besuchen?

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