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Japanische Kleidung- Moderne Moderichtungen: Lolita-Stil

Bisher haben wir euch im Bereich der japanischen Kleidung schon einige traditionelle Kleidungsstücke wie den Kimono, den Yukata oder auch Schuluniformen vorgestellt. Gegenstand dieses Artikels soll allerdings sein, was Japaner heutzutage tragen und welche Modeströhmungen sich im Japan von heute entwickelt haben.

Im Laufe der Jahre hat sich die japanische Mode sehr verändert. Von der traditionellen Kleidung mit Kimono und Yukata bis zu der heutigen Mode durchlief Japan einige Stadien. Während es früher zunächst nur im Businessumfeld die Regel war, westliche Kleidung zu tragen, so ist die westliche Mode heute voll und ganz in Japan angekommen. Allerdings haben die Japaner daraus ihre ganz eigenen Moderichtungen entwickelt. Und einige davon möchten wir euch in den folgenden Artikeln vorstellen. In diesem Artikel soll der wahrscheinlich bekannteste und am weitesten verbreitete japanische Modestil, der Lolita-Stil, näher betrachtet werden.

Lolita Fashion ロリータ・ファッション
Ein sehr bekannter Modestil, den ihr sicherlich auch schon mal auf Conventions oder anderen Events bestaunen konntet, ist der Lolita-Stil. Entstanden ist diese Subkultur etwa Ende der 1970er Jahre mit dem Aufkommen bekannter Firmen, die Mode im Lolita-Stil anbot. Allerdings verbreitete sie sich erst richtig in den 1980ern und 1990ern in Japan. Auszeichnend für den Lolita-Stil sind ein puppenhaftes Aussehen sowie kindliches Verhalten und Kleiden. Die Ursprünge der Lolita Mode sind auf die Kleidung der viktorianischen und edwardischen Epochen zurückzuführen. In Japan demonstrierte dieser neue Stil vor allem eine Weiterentwicklung vom Glam Rock zu einer Subkultur im Bereich des New Wave und Gothic-Stils. Für Anhänger des Lolita-Stils stellt dieser Reinheit und Sittsamkeit dar.

Allerdings gibt es auch einige kritische Stimmen demgegenüber. Beispielsweise wird Lolita oft im Zusammenhang mit kindlicher Unschuld und einem damit verbundenen niedlichen Image gesehen, was das Vorurteil gegenüber Japanern, dass diese übermäßig auf niedliche, süße Dinge (kawaii) fixiert sind, verstärken würde. Auf der anderen Seite ist der Begriff Lolita auch oft mit sexueller Konnotation behaftet, was dem Lolita-Stil einen ungewollten sexuellen Eindruck verleiht. Daraus hat sich in Japan auch das Problem des “Lolita-Komplexes” entwickelt. Dieser bezeichnet eine Obsession von kleinen Mädchen mit süßer oder sexistischer Darstellung.

Classic Lolita

Viktorianische Mode
Viktorianische Mode ©Pixabay

Innerhalb des Lolita-Stils gibt es verschiedene Untergruppen. Den ursprünglichen Stil bezeichnet man als “klassische Lolita”. Bei diesem Stil wird besonders viel Wert auf die Authentizität des Designs und der Nähe am viktorianischen Original gelegt. Insgesamt sind sowohl Muster als auch Farben eher im natürlichen Bereich (Cremefarben, Brauntöne) gehalten. Ein vollständiges Klassik-Lolita Outfit besteht aus einem Kleid, das an der Taille mit einer Schleife gebunden wird, einem hohen Halsausschnitt, vielen Lagen von Petticoats, langen Ärmeln, hohen Strümpfen oder Strumpfhosen und einem Haarband. Der Körper soll dabei an die Figur eines Kindes erinnern. Oft werden dazu auch Accessoires wie Teddybären oder Puppen getragen, um dieses Bild noch einmal zu unterstreichen.

Sweet Lolita

Sweet Lolita
Sweet Lolita (Own work by jpvargas [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Eine weitere sehr beliebte Art des Lolita-Stils ist die “Sweet Lolita”. Wie der Name schon andeutet, legt man hier besonderen Wert auf die hübschen und niedlichen Aspekte des Lolita-Stils. Deshalb orientiert man sich hierbei weniger an Gothic, sondern eher am Aussehen der schönsten viktorianischen Puppen und am Rokokostil. Auszeichnend für die Sweet Lolita sind Kleider mit extrem vielen Rüschen, Schleifen , reizenden Mustern wie Blumen oder Früchten und anderen Accessoires. Farblich sind die Kleider meistens in Pastelltönen wie Hellblau, Eierschale, Mauve oder Rosa gehalten. Vom Aufbau der Kleidung ist die Sweet Lolita der klassischen Lolita sehr ähnlich, wobei hier auch Blusen oder Kleider mit kurzen Ärmeln und Socken üblich sind. Auf dem Kopf trägt man ebenfalls Haarbänder oder kleine Hüte.

 

Gothic Lolita

Gothic Lolita
Gothic Lolita (Own work by カランドラカス [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Im ziemlichen Gegensatz dazu steht die auch weit verbreitete und wahrscheinlich auffälligste Richtung des Lolita-Stils, die Gothic Lolita. Der Gothic Lolita Stil ist eng verbunden mit Goth, Romantik und viktorianisch inspirierter Mode. Verbreitet wurde dieser Stil international vor allem durch den japanische Musiker Mana マナ, der ein eigenes Modelabel für Gothic Lolita Mode etablierte. Die Kleider erinnern stark an aristokratische europäische Mode aus verschiedenen Zeitaltern. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Farbe schwarz, dunklem oder schwarzem Augen-Make-up und Accessoires aus dem religiösen Bereich wie Kreuze, Kruzifixe oder Rosenkränze. Vom westlichen Goth Stil unterscheidet sich die Gothic Lolita in der Hinsicht, dass das Bild durch den Kinder- bzw. Puppenaspekt verniedlicht wird. Im Gesamtbild orientiert sich auch die Gothic Lolita stark am Aussehen der klassischen Lolita, wobei jeder Bestandteil des Outfits schwarz (manchmal auch gemischt mit weiß) sein muss. Damit soll vor allem ein viktorianischer Ausdruck der Trauer emphatisiert werden.

Punk Lolita

Zu den weniger verbreiteten Untergruppen des Lolita-Stils zählt zum Beispiel die Punk Lolita. Die Outfits der Punk Lolita werden vom britischen Punk sowie von der Designerin Vivienne Westwood inspiriert. Das wird umgesetzt mit Hilfe von Accessoires wie Ketten, Sicherheitsnadeln oder Totenköpfen. Außerdem sind einfache Muster wie das Muster von Schottenröcken üblich. Auch dieser Stil orientiert sich im Grunde an der klassischen Lolita, allerdings sind die Röcke meistens etwas kürzer. Der Stil der Punk Lolita ist oft eine Mischung aus rockigen, punkigen und femininen, süßen Elementen, um den Look lockerer zu machen.

Lolita mit traditionellen japanischen Elementen
Lolita mit traditionellen japanischen Elementen (Own work by Iriseyes [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Neben diesen populärsten Formen des Lolita-Stils haben sich natürlich noch viele weitere, weniger bekannte Stile entwickelt. Im Grunde orientieren sich alle diese am Stil der klassischen Lolita und erweitern diesen Stil dann durch Elemente aus anderen Bereichen, wie traditioneller japanischer Mode, Mode im Marine Look, Prinzessinnenmode und noch vielen weiteren. Anhand dieser vielen verschiedenen Untergruppen kann man deutlich erkennen, wie beliebt und verbreitet die Lolita Mode heutzutage in Japan ist. Auch gibt es viele Modelabels, die sich auf bestimmte Richtungen der Lolita Mode spezialisiert haben und diese vertreiben, wie zum Beispiel Angelic Pretty, Moi-même-Moitié oder Baby, the Stars Shine Bright.

 

 

Neben der Lolita Mode gibt es noch viele weitere Modeströmungen, die sich über die Jahre hinweg in Japan entwickelt haben. Einige davon werden wir euch in unserem nächsten Artikel zu japanischer Kleidung vorstellen. Gibt es eine japanische Moderichtung, die euch besonders interessiert?

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