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High-Tech Toiletten aus Japan: Wenn das „Geschäft“ zum Erlebnis wird

Beheizbare Klobrillen, integrierte MP3-Player, vollautomatische Spülung, Warmluftgebläse und ein mehrstufig regelbarer Wasserstrahl zur Säuberung des Allerwertesten – Japanische Toiletten sind nicht nur High-Tech-Luxusprodukte, sondern auch ein hochtechnisiertes Freizeitvergnügen, das seinesgleichen sucht.

Für viele Japanreisende sind japanische Toiletten mit ihrer kompliziert erscheinenden Technik und der Bordcomputer-Optik ein Buch mit sieben Siegeln. Zahlreich und legendär sind die Geschichten hilfloser Touristen, die schlicht und einfach überfordert waren mit den vielen Knöpfen und Funktionen. Wer aber einmal eine der High-Tech-Multifunktional-Toiletten benutzt hat, der wird sich eingestehen müssen, dass wir wohl eher aus einer „rückständigen Klokultur“ stammen, und den intelligenten Sitzmöbeln aus Japan nachtrauern.

Japanische Toilette - Washlet der Firma TOTO
Japanische Toiletten – Toto Washlet | Flickr: Robert Basic (CC BY-SA 2.0)

Duschen, Spülen und Föhnen: Das Washlet

Washlets nennen sich die High-Tech-Produkte, mit denen Hersteller Toto 1980 die japanische Toilettenwelt revolutionierte. Auch wenn die verschiedenen Produkte je nach Preis und Herstellungsjahr erheblich variieren: Die meisten Washlets verfügen über einen Deckel, der sich automatisch hebt und senkt, eine steuerbare, beheizte Klobrille, ein integriertes Bidet, ein Deodorant, einen Föhn für den Allerwertesten und einen Wasserstrahl, dessen Temperatur man individuell einstellen kann. Mit dieser mehrstufig regulierbaren Warmwasserdusche kann man sich nach dem Geschäft säubern und anschließend trocken föhnen lassen.

Japanische Toiletten - Washlets
Eher Cockpit als Toilette – Japanische Washlets | Flickr: William Kumberger (CC BY-NC-ND 2.0)

Weil sich Japaner beim Gedanken, dass man sie auf der Toilette hören könnte, schämen, sorgt ein Lautsprechersystem im Übrigen für eine diskrete Geräuschkulisse, die alle stattfindenden Körperfunktionen übertönt. Die etwas kostspieligeren Modelle haben zudem einen integrierten Mp3-Player für den individuellen Musikgenuss, eine Massagefunktion und einen Tornado-Flush, der jede Klobürste entbehrlich macht. Auch gibt es Modelle, die ihren Besitzer grüßen, im Dunkeln leuchten oder Urinproben nehmen und gegebenenfalls den Hausarzt auf den Plan rufen.

Japanische Toiletten - Washlets
Japanische Toiletten | Flickr: つんつん (CC BY-ND 2.0)

Wer denkt, dass die Multifunktionaltoiletten nur unnötige Luxusprodukte sind, der irrt gewaltig, denn in japanischen Haushalten gehören sie zum Standard – dort hat jeder zweite Haushalt ein sogenanntes Washlet. Und wer einmal eine japanische Toilette benutzt hat, der wird dieses komfortable Erlebnis sicher nicht mehr missen wollen. Auch derjenige, der die High-Tech-Klos an jeder Ecke erwartet, wird vermutlich erstaunt sein, denn nicht überall hat die einzigartige Technologie Einzug gehalten: In Japan wechseln sich diese nämlich mit den traditionellen japanischen Toiletten ab, nämlich Hocktoiletten.

Hockklosetts vs. Sitzklo

Das sogenannte Washiki, die japanische Hocktoilette, ist zwar meist sehr gepflegt aber eben doch nur ein simples Loch, über das man sich hocken muss, um sein Geschäft zu erledigen. Diese Form des traditionell japanischen Klos ist besonders im öffentlichen Raum, an Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen und vor allem in Schulen verbreitet.

Japanische Toiletten - Das traditionelle "Washiki"-Hockklo
Japanische Toiletten – Das traditionelle „Washiki“-Plumpsklo | Flickr: Caribb (CC BY-NC-ND 2.0)

Über die Hälfte aller Toiletten an Japans Oberschulen sind traditioneller Art

Wie aus einer offiziellen Studie aus dem November 2017 hervorgeht, sind 64.2% aller Toiletten in Japans Oberschulen von traditioneller Art. Für die Erhebung wurden 225.000 Toiletten in 3.200 Oberschulen untersucht und die Auftraggeber fanden heraus, dass es nur 80.000 „westliche Toiletten“ (also Sitzklos, wie wir sie kennen) gab und über 145.000 Hocktoiletten. Offiziellen Angaben zufolge reflektiert die hohe Zahl an altmodischen Hockklosetts einen Mangel an staatlichen Subventionen und die fehlende Bereitschaft, die traditionellen Toiletten aus den 1960ern und 1970ern zu modernisieren.

Fürsprecher der Toiletten im „westlichen Stil“ sprechen sich seit Jahren für eine umfassende Modernisierung der Hockklosetts aus. Dabei argumentieren sie, dass die meisten Japaner zuhause ein Sitzklo nutzen und daher nicht an die Hocktoiletten gewöhnt sind. Auch sind die westlichen Exemplare senioren- und behindertengerechter, weil diese kein tiefes Hocken erfordern.

Bildrechte | Flickr: Caribb | Danny Choo | Robert Basic | William Kumberger | つんつん

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1 Kommentar

  1. Oh Japan…., you are so funny.
    Wenn ich scheißen muss, brauch ich kein Entertainment dabei, ich will mein Geschäft einfach so schnell wie möglich erledigen.

    Was kommt als nächstes? Klobrillen mit VR, das zeigt, wie mir eine Anime-Waifu meinen Arsch abwischt? O_o

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