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Selten und immer beliebter bei Sammlern

Japanischer Whisky bricht Rekorde in Auktionshäusern

Am 18. März wurde eine Flasche 52 Jahre alter japanischer Whisky in London für 363.000 Pfund (ca. 403,48 Euro) versteigert – ein neuer Rekord.

Der Rekordpreis für den japanischen Whisky zeigt, dass sich die Bemühungen der japanischen Destillerien auszahlen und Alkohol mittlerweile ein ernstes Geschäft ist.

Japanischer Whisky wird für Sammler immer wertvoller

Zwar kann der japanische Whisky noch nicht mit seinen schottischen Kollegen mithalten, immerhin wurde Ende letzten Jahres für eine Flasche 1,9 Millionen US-Dollar bezahlt, es ist aber zu erkennen, dass er immer beliebter wird.

Für Jonny Fowle, Spirituosenspezialist im Auktionshaus Sotheby’s, bietet der japanische Whisky drei Dinge für Sammler: Seltenheit, Qualität und Schönheit. „Das Flaschendesign und die Verpackung von japanischem Whisky ist, was es für einen Sammler perfekt macht, japanischen Whisky stolz in seinen Regalen aufzunehmen, bevor die Zeit zum Verkaufen oder Trinken kommt“.

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Insbesondere die Seltenheit und die sich entwickelnde weltweite Wertschätzung von japanischem Whisky ist der Hauptgrund für den Anstieg des Preises.

Die niedrigen Produktionsmengen haben in der Gegenwart zu einem Mangel an alten Whiskys geführt. Destillerien Hanyu und Karuizawa haben mittlerweile längst geschlossen. Heute gibt es im ganzen Land nur noch eine Handvoll Destillerien, die sich mehrheitlich im Besitz von Suntory oder Asahi befinden.

Dieses Whisky-Set wurde für die Rekordsumme von 7,19 Millionen Hongkong-Dollar versteigert
Dieses Whisky-Set wurde für die Rekordsumme von 7,19 Millionen Hongkong-Dollar versteigert. Bild: Kyodo

Obwohl die japanische Whisky-Produktion seit 2012 gestiegen ist, gibt es aufgrund der Zeitvorgaben zu wenige alte Whiskys, um den Durst der Trinker und Sammler zu stillen.

Alterskennzeichnung treibt die Preise in die Höhe

Ein seltenes aktuelles Beispiel für einen Whisky mit Altersangabe, der Yamazaki 55, wurde Anfang dieses Jahres für 3 Millionen Yen (ca. 25.063,66 Euro) pro Flasche vor Steuern verkauft.

„Die Alterskennzeichnung treibt den Preis in die Höhe“, sagt Daniel Lam, Direktor für Wein und Spirituosen bei Bonhams in Hongkong. „Zum Beispiel ist der Preis für einen Yamazaki 18 jetzt im Vergleich zum letzten Jahr um 20 Prozent gestiegen und wir würden sagen, dass er jetzt in Japan etwa 755.000 Yen (6.307,69 Euro) pro Flasche kostet, verglichen mit dem normalen Verkaufspreis im Jahr 2012 von etwa 10.780,50 Yen (ca. 90,07 Euro)“.

„Während des größten Teils seiner Geschichte wurde der japanische Whisky von der Außenwelt weitgehend ignoriert“, erklärt Brian Ashcraft, Autor von „Japanese Whisky: The Ultimate Guide to the World’s Most Desirable Spirit„. „In den letzten Jahren hatten die Menschen das Gefühl, den japanischen Whisky gerade erst entdeckt zu haben. Es gab eine Menge Gerüchte über ihn. Das wiederum treibt die Preise in die Höhe. Außerdem gibt es neue ausländische Märkte.“

Die steigenden Preise führen allerdings auch dazu, dass Menschen versuchen, etwas als Whisky auszugeben, was eigentlich nur gepanschtes Wasser ist. 2018 wurden zwei Männer in der Präfektur Mie verhaftet, weil sie gefälschten 30-jährigen Hibiki verkauft hatten.

„Sobald eine Flasche 100.000 Dollar einbringt, ruft es Kriminelle auf den Plan“, sagt Lam. „Wir stoßen auf viele Flaschen, die gefälscht sind. Wir haben ein sehr gutes Archiv, das auf der Flaschenform, dem Etikett und der Qualität des Papiers basiert, so dass wir die Unterschiede meist erkennen können.“

Wer sind die Käufer von teurem japanischen Whisky?

Die exorbitanten Preise, die die Flaschen erzielen, werfen natürlich die Frage auf, wer für sie so viel Geld ausgibt. Wie der Gewinner der Auktion in London sind viele Käufer in Asien ansässig. „Die enthusiastischen Bieter sind private Sammler“, bemerkt Fowle.

Es ist nicht überraschend, dass Käufer vom chinesischen Festland an der Spitze stehen, so Lam, obwohl Thailand auch in dieser Hinsicht eine bemerkenswerte Präsenz aufweist, während Hongkong und Taiwan mengenmäßig herausstechen.

„Zu Beginn des Jahres 2012 richtete sich der Auktionsmarkt an eine Gruppe, die eher einer reifen Bevölkerung über 40 Jahren glich“, sagt Lam. „Wir erleben allerdings eine allmähliche Zunahme jüngerer Sammler. Ich würde sagen im Vergleich zur Kategorie der zeitgenössischen Kunst, sind viele von ihnen private Käufer in ihren 20ern oder 30ern.“

Da alter japanischer Whisky weiterhin eher knapp sein wird, werden die Preise weiter steigen. „Der Whisky- und Weinmarkt ist nach wie vor stark. Preise“, so Fowle. „Während weltweit Unsicherheit herrscht, entwickeln sich die Märkte für Edelweine und Spirituosen weiterhin gut“.

Weitere Informationen zu japanischem Whisky und anderen Spirituosen findet ihr in einem Podcast-Special von Rolling Sushi.

TJT, Wikipedia, Kyodo, AS

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1 Kommentar

  1. Hallo,
    ich bin bislang in den Geschmack des Hibiki Harmony und des Yamazaki 18 gekommen. Beides sind hervorragende Tropfen. Leider habe ich auch schon einige Japaner getrunken, die einfach nur grässlich waren. Ich schätze, bis die Japaner in Sachen Whisky mit den Schotten mithalten können, braucht es noch einige Jahre.
    Viele Grüße!

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