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Japantag im Grassimuseum Leipzig 2016

Der DJG-Leipzig e.V. veranstaltete am 24. September 2016 im Grassimuseum einen Japantag. Unter dem Motto „Große Augen, Superkräfte: Manga und Cosplay“ erhielten Szene-Interessierte Einblicke in die japanische Kultur mit dem Schwerpunkt Manga/Anime.

Mini-Japantag in Leipzig

In Leipzig gibt es bereits einige regelmäßige Events, die von der Community organisiert werden. Ob die wöchentlichen Mexxler-Treffen am Hauptbahnhof, das etwa zweimonatig stattfindende LAME (Leipziger Anime und Manga Event) auf dem Grundstück des CVJM e.V. oder der monatliche CTL (Cosplaytreff Leipzig) im Clara-Zetkin-Park – Fans werden hier fündig. Ganz zu schweigen von der Manga-Comic-Convention.

Eine befreundete Zeichnerin hat mich nun zufällig via Facebook zum Japantag im Grassimuseum eingeladen. „Etwa ein neues Event in Leipzig?“, habe ich mich gefragt und bin der Sache zusammen mit Kollegin Kiara nachgegangen. Tatsächlich findet der Japantag bereits zum zweiten Mal im Grassimuseum statt. Der DJG-Leipzig e.V. richtet ihn in Kooperation mit dem Museum aus. Der Ort ist recht passend gewählt, da der Gebäudekomplex u. a. das Museum für Völkerkunde zu Leipzig beinhaltet. Dort sind auch einige Exponate aus Japan ausgestellt.

Mit dem Japantag in Düsseldorf ist das Event auf keinen Fall zu vergleichen – das gleich einmal vorweg. Das Programm umfasst drei Stunden und natürlich gibt das Grassimuseum nicht all zu viel aus Japan her. Besucher sollten es also als kleines, nettes Fantreffen mit kostenlosem (!) Kulturprogramm sehen. Mit diesen Erwartungen sind wir folglich hin.

Museumsführung

Japantag Grassimuseum Farbholzschnitt
© Sumikai

Gleich zu Beginn haben wir uns der 30-minütigen Führung angeschlossen, die inmitten der japanischen Ausstellungsstücke stattfand. Entsprechend dem Motto des Japantags ging es inhaltlich neben den Exponaten v. a. um die Manga- und Anime-Kultur. Anhand von Figuren aus Dragon Ball (Menschenaffe Son Goku, Drache Shen Long, Herr der Schildkröten) wurden Einflüsse der japanischen Mythologie beispielhaft dargestellt.

Für richtige Hardcore-Fans war das alles natürlich wenig neu. Dragon Ball empfand ich persönlich als Beispiel etwas abgelutscht. Aber zumindest konnte damit wirklich jeder etwas anfangen. Unsere Kiara und andere Besucher haben in der Runde auch sehr gern Ergänzungen angebracht, wenn nicht gar Korrekturen – sorry, das war einfach zu witzig. Sagen wir mal so: Einen Experten in Sachen Samurai-Geschichte sowie Manga/Anime hatten wir jedenfalls nicht vor uns.

Ich hätte mir noch mehr einflussreiche Vertreter wie Ghost in the Shell, Akira, Ghibli-Filme oder irgendwas von „Manga-Gott“ Osamu Tezuka gewünscht. Die Ausstellungsstücke wie Farbholzschnitte, Kaiserpuppen, Schwerter und religiöse Figuren waren aber ein Hingucker.

Foyer-Programm

Als wir wieder im Foyer ankamen, turnten bereits ein paar Karate-Kids in weißen Trainings-Anzügen auf der Treppe herum. Dojoleiter Roy Richter und ein paar seiner Schützlinge gaben kurz darauf eine kleine Vorführung aus dem Kindertraining des Karate Dojo Musashi Leipzig. Den Träger des schwarzen Gürtels mit dem vierten Dan hätten wir dabei zu gerne auch mal in Aktion gesehen!

Die Teezeremonie haben wir leider verpasst. Aber schön war es auch, kleine Traditionen wie die Baumpflege, Kinderspiele und das Origami-Falten hier und da zu sehen. Und auch einige Manga-Zeichner waren wie immer mit ihren Ständen vor Ort, verkauften ihre Kunstwerke und ließen sich beim Zeichnen über die Schulter schauen.

„Große Augen, Superkräfte“

Was mich ganz ehrlich etwas abgeschreckt hat … warum dieses Motto? Ist das Klischee der Figuren mit den großen Augen nicht schon ziemlich veraltet? Disney-Figuren haben auch große Augen. Und als ob jeder Manga-Charakter Superkräfte hätte. Da sieht man mal wieder ganz deutlich, dass Anime/Manga für die Nicht-Fans hauptsächlich Dragon Ball, One Piece, Sailor Moon und das ganze RTL2-Programm um 2000 herum bedeutet. Für den nächsten Japantag wünsche ich mir ältere Manga/Anime und nicht so viel Mainstream. Falls die Organisatoren das lesen sollten, hier eine kleine Inspiration zu den allerersten Manga, die in Deutschland veröffentlicht wurden.

Alles in allem hatten wir einen schönen, witzigen Samstagnachmittag. Leider hing uns irgendwann der Magen in den Kniekehlen. Und weil es im Grassi nichts zu essen gab, mussten wir dann vorzeitig gehen. Auch eine Empfehlung daher: Bietet das nächste mal doch japanische Leckereien an!

Rolling Sushi - der Japan-Podcast von Sumikai

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

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2 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für die schöne Zusammenfassung und Anregungen, aber auch für die Kritik.
    In einem Museum dürfen Speisen nur auf Spendenbasis ausgegeben werden. Das hatten wir bei der DJGL angefragt, es hat wohl leider nicht geklappt. Trotzdem war es ein netter Nachmittag.

    • Hallo Miriam, das mit den Speisen ist schade – und gut zu wissen!
      Würde mich auf jeden Fall freuen, wenn das Museum wiederholt solche Events veranstaltet und man damit noch mehr den Leipzigern die japanische Kultur nahebringt.
      Ein großes Lob übrigens auch für das sehr freundliche, hilfsbereite Personal!

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