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JLPT – Der standardisierte Japanisch-Test

Wer sich Japanisch im Selbststudium beibringen will, wird früher oder später mit dem JLPT (Japanese Language Proficiency Test) in Berührung kommen. Was aber ist der JLPT überhaupt und warum sollte man sich auf jeden Fall damit beschäftigen?

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Der Japanese Language Proficiency Test ist eine standardisierte Prüfung, welche euer Japanischlevel bestimmt. Die Stufen B2, C1 oder Ähnliche sind sicher aus Fremdsprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch sicher bekannt.

Die Japaner haben sich für ein anderes Messsystem entschieden: Dort kann man sich vom Niveau 5 zum Niveau 1 im Laufe der Jahre hocharbeiten.

Die Level

N5

Wer gerade erst mit dem Lernen angefangen hat, sollte sich überlegen, ob er den Test für den N5 machen möchte. Im Test wird von euch verlangt, dass ihr Sätze, die in Hiragana, Katakana und einigen Basiskanji geschrieben stehen, lesen und verstehen könnt. Zusätzlich gibt es eine Hörverstehensaufgabe,  zu denen ihr die richtigen Antworten ankreuzen müsst. Die Themen belaufen sich auf einfache Alltagsthemen wie Essen, ein Treffen ausmachen oder Klassenraumsituationen.

Wer den N5 besteht, sollte in der Lage sein, einfachste Konversationen zu führen.

N4

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Der N4 unterscheidet sich im Verhältnis zum N5 nicht sonderlich.

In den Leseaufgaben wird mehr Wert auf Kanji gelegt, als es noch beim N5 der Fall war, aber die Themen bleiben so ziemlich dieselben. Alltagsgespräche, einfache Konversationen und Klassenraumsituationen stehen thematisch im Vordergrund und werden mit etwas mehr Grammatik im Niveau etwas schwieriger.

Die Hörverstehensaufgaben werden ebenso dieselben Themen umfassen, aber noch immer relativ langsam gesprochen und grammatikalisch ans neue Level angehoben.

N3

Der Schritt vom N4 zum N3 wird ein wenig schwieriger zu bewältigen sein, als der Schritt vom N5 zum N4 und ist für etwas Fortgeschrittenere Lerner konzipiert.

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Während der N5 und der N4 sich wirklich auf persönliche Themen fokussieren, wie euer Hobby, Lieblingsessen oder Filme, die man mag, wird der N3 schon etwas allgemeiner. Themen wie Haushalt, Alltagssituationen wie Bahnfahren oder Einkaufen und verschiedene, nützliche Ausdrücke im Alltag stehen auf dem Programm.

Für die Grammatik habt ihr die Basisthemen abgeschlossen und könnt rein theoretisch alle Situationen in Japan meistern. Zwar nicht schön, aber jeder wird von euch verstehen, was ihr wollt oder braucht.

Ab diesem Level lernt man eher die verschiedenen Ausdrücke, als konkrete Grammatik. So werdet ihr hier lernen, dass es nicht nur einen Weg gibt, „weil“ zu sagen, sondern viel, viel, viel, … , viel mehr, anhängig mit wem man wann worüber wo spricht. Wichtig ist hierfür also, die Grammatikthemen des N5 und N4 wirklich zu beherrschen!

Auch Kanji stehen hab hier viel mehr im Vordergrund als vorher und sollten fleißig gelernt werden.

Ein großer Umschwung wird auch auf dem N3-Level Hörverstehen kommen: Das Tempo der Gespräche nimmt ein ganzes Stück weit zu. Auch die Zusammenhänge werden komplexer und die richtigen Antworten auf die Fragen sind nicht mehr so einfach zu verstehen. Hier wird jetzt viel Wert auf zwischenmenschliche Interaktionen gelegt und die Konversationen werden länger.

N2

Dieses Level ist für Lerner konzipiert, die in der Lage sind, ihre Alltagssituationen ohne große Probleme zu meistern.

In der Vorbereitung für den N2 wird man weniger Grammatik lernen, die im Alltag unabdingbar wäre, sondern spezialisiert sich schon viel mehr auf besondere Themen. Wer den N2-Test meistert, sollte in der Lage sein, einfache Zeitungsartikel oder Zeitschriften zu lesen und zu verstehen.

Kanji stehen hier klar oben auf der Liste! Insbesondere, weil die Kanji immer spezieller werden. Wer die Kanji bis zum N3 gemeistert hat, wird merken, dass diese sich im Alltag und seiner Umgebung sehr häufig finden lassen (sofern man sich in Japan befindet, natürlich), das wird mit dem N2 schon weniger der Fall sein. Nichtsdestotrotz: Augen zu und durch.

Auch das Hörverstehen für den N2 wird wieder ein Stückchen schwerer: Das Tempo der Gespräche hat noch einmal zugelegt und die Konversationen werden länger und inhaltlich an das neue Niveau angepasst. So kann es passieren, dass sich die Beteiligten über einen Zeitungsartikel unterhalten und ihr dessen Inhalt aus dem Gespräch der Personen erfassen können müsst.

N1

Dies ist das höchste Level, das man mit dem Japanischen Sprachtest erreichen kann, was allerdings leider nicht bedeutet, dass das Lernen im Anschluss ans Bestehen vorbei wäre und dass man jetzt das Japanische gemeistert hätte.

Die Themen werden äußerst komplex und nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich äußerst anspruchsvoll. Wer sich dafür interessiert, sich an einer japanischen Universität als Vollzeitstudent einzuschreiben, sollte auf dieses Level hinarbeiten, denn das ist in der Regel die sprachliche Voraussetzung  dafür.

Neben inhaltlichen Ansprüchen werden auch die Ausdrücke immer spezieller und wenig Alltagstauglich. Dasselbe gilt für die Kanji, die man außerhalb wissenschaftlichen Kontextes seltener mal sehen wird.

Auch die Hörverstehensaufgaben passen sich dem Niveau an, sie werden auf normaler Geschwindigkeit gesprochen, auf der sich auch Muttersprachler unterhalten würden. Die Themen und die Strukturen werden ebenfalls umfangreicher. Wer also kein Interesse an einer wissenschaftlichen Karriere im japanischen Raum hat, sollte sich wegen des N1 nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Es gibt noch außerhalb des JLPTs eine Menge zu lernen, um die Sprachfähigkeiten für sich selbst nützlich zu entwickeln.

Bitte beachten

  • Es gibt keine offiziellen Kanjilisten für den JLPT!
  • Für den alten JLPT Test gab es genaue Vorgaben für die Anzahl der Kanji, diese Zahlen sind für den neuen Test nicht mehr relevant und im besten Falle eine Orientierungshilfe. Einen Überblick, was sich geändert hat und wie viele Kanji man früher können musste, findet ihr hier.
  • Es wird immer das Können der vorigen Level vorausgesetzt, ein Level auszulassen ist also nicht möglich.
  • Ihr müsst die Tests allerdings nicht in der Reihenfolge machen! Wer z.B. schon durch einen Auslandsaufenthalt gute Japanischkenntnisse hat, kann direkt den N4 oder N3 machen, ohne den N5 erst bestehen zu müssen.
  • Es gibt keine Schreibaufgaben beim JLPT, die Kanji lesen zu können reicht also vollkommen aus.

Das Testformat

Die Tests für den JLPT laufen anders ab, als wir es in Deutschland gewohnt sind. Man bekommt einmal den Testbogen, der Fragen und Antworten enthält. Zusätzlich dazu erhaltet ihr Blätter, auf denen ihr die Antworten markieren müsst. Nur wenn dieser zusätzliche Zettel ausgefüllt ist, könnt ihr den JLPT bestehen.

Nihongo so-matome N3 Bunpô © Serena

Der Grund: Der JLPT findet weltweit zur selben Zeit statt. Da die Tests mechanisch überprüft werden, werden nur die Antwortzettel nach Japan geschickt. Die Fragebögen werden im Anschluss an den Test weggeschmissen.

Shinkanzen Master N4 © Serena

Die Lehrbücher, die für den N3 oder höher vorbereiten, sind oftmals schon so angelegt, dass die Tests im Buch dem JLPT Format entsprechen und man so an die Fragentypen gewöhnt wird. Sollte das nicht der Fall sein und das Buch, mit dem man lernt, entspricht diesen Vorgaben nicht, kann man spezielle Bücher für den JLPT oder online Websites finden. Auch die offizielle Seite des JLPT bietet onlinetests an.

Eine Vorbereitung auf das neue Testformat ist unbedingt zu empfehlen, um unnötige Fehler zu vermeiden.

Der Aufbau des Tests ändert sich mit den verschiedenen Leveln nur wenig. In erster Linie werden die Zeiten, die für die einzelnen Sektionen in Anspruch genommen werden, verändert. Insbesondere die Zeit für die Hörverstehensaufgaben sind Richtwerte, da diese je nach Hörbeispielen länger oder kürzer ausfallen können. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht:

Neben den Zeiten, gibt die offizielle Website auch Angaben darüber, welche Fähigkeiten, auch „Can-Do“s genannt, in welchem Level geprüft werden. Näheres dazu auf der JLPT-Homepage. 

Wann und wo kann ich den JLPT ablegen?

Man kann den JLPT zweimal jährlich im Juli oder im Dezember an diesen vier Standorten in Deutschland ablegen:

  • VHS Düsseldorf
  • VHS Stuttgart
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Universität Hamburg

Für die Schweiz:

  • Universität Zürich

Für Österreich:

  • VHS Brigittenau

Eine Anmeldung für Juli ist in der Regel ab Anfang Februar bis Anfang April möglich. Für Dezember startet die Anmeldephase im Juli und geht bis September. Beide Anmeldephasen können frühzeitig beendet werden, sobald die Anzahl der maximalen Teilnehmer erreicht wurde. Wer sich also sicher ist, dass er den Test machen möchte, sollte die Anmeldung nicht zu lange aufschieben.

Warum sollte man den JLPT überhaupt machen?

Jeder hat einen anderen Grund, warum er den JLPT ablegen möchte.

Ein guter Grund für den JLPT für Selbstlerner ist offensichtlich der, dass man eine Überprüfung über seine Fähigkeiten bekommt. Man setzt sich eine eigene Deadline, die spätestens dann wirkt, wenn man die Gebühr von 60€ überwiesen hat und einen zum Lernen motiviert.

Wer überlegt, dass einem Sprachkenntnisse im Japanischen beruflich eventuell von Nutzen sein könnten, wird sicher auch Nutzen für das Zertifikat haben, sollte dann aber mindestens auf den N2 zuarbeiten. Zertifikate unter dem N2 nutzen nicht viel und dienen eher dem Zweck der Selbstüberprüfung.

Wer sich an einer Universität einschreiben möchte, braucht in der Regel das Zertifikat N1.

Allgemeine Informationen zum JLPT findet ihr auf der offiziellen Homepage. Genauere Informationen zur Anmeldung findet man auf den jeweiligen Seiten der angegebenen Prüfungsstellen.

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