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Charmante Stadt unweit von Tokyo

Kawagoe – das kleine Edo

Die Stadt Kawagoe in der Präfektur Saitama lockt mit historischem Flair und eignet sich gut als Tagesausflug von Tokyo.

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Sie besticht vor allem mit traditionellen Gebäuden aus der Edo-Zeit, die vielfach noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten sind. So wundert es nicht, dass die Stadt den Beinamen „kleines Edo“ trägt und ein beliebtes Reiseziel für inländische und ausländische Besucher:innen ist. Durch die direkte und günstige Anbindung an Tokyo gilt sie als perfekte Destination für einen Tagestrip.

Geschichte von Kawagoe

Die Stadt war in der Vergangenheit durch ihre Lage nahe den Flüssen Arakawa und Edo ein strategisch wichtiger Ort und galt vor allem als Stützpunkt gegen potenzielle Angriffe aus dem Norden. Entsprechend war sie zwischenzeitlich hart umkämpft und wurde von verschiedenen Clans beansprucht. Während der Edo Zeit war die Stadt um die Burg Kawagoe der Hauptsitz der gleichnamigen Domäne und entwickelte sich zu einer einflussreichen Handelsstadt.

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Bei einem großen Feuer 1893 wurden große Teile der Stadt zerstört, viele Gebäude aber anschließend mit traditionellen Techniken wieder aufgebaut. Die heutige Stadt entstand aus einem Zusammenschluss von mehreren Städten und Dörfern.

Altstadt und Einkaufsstraßen

Der gerade für Reisende beliebte Teil der Stadt wird Koedo Kawagoe genannt und war früher das florierende Handelszentrum. Hier in der „Kurakuzuri Straße“ befinden sich die gut erhaltenen kura (Lagerhäuser), für welche die Gegend bekannt und beliebt ist. Die meisten der Bauwerke aus der Edo Zeit beinhalten kleine Geschäfte, Cafés oder Restaurants und geben Besucher:innen das Gefühl, eine Reise in die Vergangenheit gemacht zu haben. Die Gegend ist verantwortlich für den Spitznamen „kleines Edo“, da die meisten der hier stehenden Gebäude aus der Zeit stammen oder zumindest in diesem Stil erbaut sind.

Historische Handelsgebäude in der "Kuramachi".
Historische Handelsgebäude in der „Kuramachi“. Bild: Kentaro Toma/ Unsplash
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Ein besonderes Highlight ist der sogenannte toki no kane, ein Glockenturm aus der Edo Zeit, der sich ebenfalls in der Gegend befindet und ein ikonisches Symbol der Stadt darstellt. Das Original wurde bereits im Jahre 1624 erbaut, brannte allerdings beim großen Feuer 1893 nieder. Die heutige Struktur wurde bereits ein Jahr später errichtet und misst insgesamt 16 Meter. Viermal am Tag erklingt die Glocke im toki no kane Glockenturm, jeweils um 6 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr und 18 Uhr.

Daneben bestechen auch einige andere Gebäude mit ihrem traditionellen Charme, wie beispielsweise die dortige Postfiliale, der Ghibli Shop und eine Starbucks Filiale. Letztere ist als eine der schönsten in Japan bekannt, bei denen das Franchise versucht hat, die Kaffeehauskette in die umliegende Umgebung zu integrieren. In einer der kleinen Straßen findet man außerdem die Kashiya Yokocho, auch „Penny Candy Lane“ genannt, in der es unzählige Läden mit traditionellen Süßigkeiten gibt. Die dortigen Snacks und Süßwaren sind sehr günstig und ziehen viele Besucher:innen an, vor allem auch wegen der nostalgischen Atmosphäre der frühen Showa Zeit, in der die ersten Süßwarenhersteller sich hier ansiedelten.

Spezialitäten aus Kawagoe

Kawagoe hat – wie die meisten Orte und Gegenden in Japan – lokale Spezialitäten, die dort sehr gerne gegessen oder auch als Mitbringsel mit nach Hause genommen werden. Zu den beliebtesten Produkten gehören dabei Süßkartoffeln, die man hier in unzähligen Varianten findet, darunter auch Süßkartoffelbier, das hier in einer lokalen Brauerei erzeugt wird. Daneben findet sich die Knolle auch frittiert, gebacken oder sogar als Eiscreme auf dem Speiseplan.

Auch Aal (japanisch „unagi“) ist eine Spezialität der Region, sodass man hier einige traditionelle Lokale finden, die diese besondere Leckerei anbieten. Daneben finden sich unzählige weitere japanische Leckerbissen in den Läden und auf den Straßen von Kawagoe, darunter vor allem Streetfood, aber auch Senbei Reiscracker und süße Mochi Reiskuchen.

Hier findet man auch traditionelles Streetfood.
Hier findet man auch traditionelles Streetfood. Bild: Kentaro Toma/ Unsplash

Schreine und Feste

Eine weitere Attraktion bei einem Besuch ist der Kawagoe Hikawa Schrein, der besonders gerne betreten wird, um dort für Glück in der Liebe zu beten. Gegen Ende der Edo Zeit stiftete eine einflussreiche Samurai Familie die aufwändigen Schnitzereien am Hauptgebäude, die bis heute erhalten sind und ein wichtiges Kulturgut der Präfektur darstellen. Das hölzerne Torii, das den Eingang des Schreins markiert, gehört mit einer Höhe von 15 Metern zu den höchsten aus Holz gefertigten Toren in ganz Japan. Eine weitere Besonderheit des Schreins ist der Korridor aus Windspielen. Im Sommer wird hier das Windspiel Fest abgehalten, bei dem tausende mit Wünschen beschrieben und dann hier aufgehängt werden.

Windspiele im Kawagoe Hikawa Schrein.
Windspiele im Kawagoe Hikawa Schrein. Bild: Leo Okuyama/ Unsplash

Ende Oktober wird zudem jedes Jahr das gleichnamige Kawagoe Fest in der Stadt abgehalten, das seit 2016 sogar zum immateriellen Kulturerbe zählt. Das Fest ist das größte und bekannteste in der Gegend und wird seit über 360 Jahren abgehalten. Höhepunkt ist dabei die Parade, bei der aufwändige Festwägen durch die Straßen gezogen werden, begleitet von Musik und Tanz.

Die Gegend ist von Tokyo aus in der Regel in etwa 30 Minuten erreichbar und bietet sich damit als Tagesausflug auf einer Japanreise an. Vom Bahnhof aus ist es ein etwa 10 bis 15 Minuten langer Fußweg bis zur Altstadt, der an Einkaufsstraßen entlangführt. Wer einen entspannten Ausflug in eine hübsche kleine Stadt machen möchte, ist hier genau richtig.

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