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Mehr als nur die alte Hauptstadt von Japan

Kyoto – von der alten Hauptstadt und dem Zentrum der Kultur Japans

Wenn die Menschen über Kyoto sprechen, sprechen sie in erster Linie über die Stadt Kyoto. Die alte Hauptstadt des Landes bietet über 1000 Schreine und Tempel, die berühmten Geishas und traditionelle Teehäuser.

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Bis heute ist Kyoto das kulturelle Zentrum Japans. Die Stadt war über 1000 Jahre lang die Hauptstadt Japans und selbst als diese nach Tokio verlegt wurde, blieb Kyoto die Kulturhauptstadt des Landes.

Eine wechselhafte Geschichte im kriegerischen Japan

Die Stadt Kyoto ist die Hauptstadt und größte Stadt der gleichnamigen Präfektur. Weitere wichtige Städte sind Uji, Kameoka und Maizuru. Die Präfektur nutzt als eine der wenigen die Bezeichnung „fu“ anstelle der üblichen Bezeichnung „ken“ für Präfekturen, somit heißt es „Kyoto-fu“, anstelle „Kyoto-ken“.

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Die Stadt Kyoto selbst hat die Präfektur zu einem der beliebtesten Reiseziele in Japan für nationale und internationale Touristen gemacht. 21 Prozent der Landfläche der Präfektur wurden darüber hinaus als Naturpark ausgewiesen. Die Präfektur Kyoto ist Teil des Großraums Keihanshin, der nach dem Großraum Tokio die zweitbevölkerungsreichste Region Japans und gemessen am Brutto Inlandsprodukt eine der produktivsten Regionen der Welt ist.

Die Region der heutigen Präfektur Kyoto wurde bis zur Meiji Zeit als „Yamashiro“ bezeichnet. Doch auch wenn die Stadt Kyoto selbst den Großteil ihrer Geschichte die Hauptstadt des Landes war, war sie nicht die einzige, die diesen Titel vor der heutigen Hauptstadt Tokio trug.

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Eine erwähnenswerte vorherige Hauptstadt war Nara. Im Jahr 741 verlegte der Kaiser Shōmu die Hauptstadt für kurze Zeit nach Kuni-kyo, zwischen die Städte Nara und Kyoto. Im Jahr 784 wurde die Hauptstadt nach Nagaokakyō, ebenfalls in der heutigen Präfektur Kyoto verlegt, und im Jahr 794 verlegte Kaiser Kanmu die Hauptstadt nach Heian-kyō. Damit war der Grundstein für das heutige Kyoto gelegt. Noch heute befinden sich fast alle Straßen, Häuser, Geschäfte, Tempel und Schreine in Kyoto dort, wo sie in jenem Jahr angelegt wurden.

Obwohl sich die eigentliche politische Macht im Jahr 1192 nach Kamakura verlagerte, wo ein Samurai-Clan das Shogunat errichtete, blieb Kyoto die kaiserliche Hauptstadt. Zu dieser Zeit residierten die machtlosen Kaiser und ihr Hof weiterhin in der Stadt. Kurzzeitig wurde die kaiserliche Herrschaft im Jahr 1333 wiederhergestellt, doch schon drei Jahre später errichtete ein weiterer Samurai-Clan ein neues Shogunat in Kyoto.

Im Jahr 1467 fand in Kyoto der große Bürgerkrieg, genannt Ōnin-Krieg, statt. Dabei wurden große Teile der Stadt niedergebrannt. Das Zeitalter der sich bekriegenden Feudalherren brach über Japan herein. Und erst im Jahr 1603 errichtete ein neuer Machthaber, Tokugawa Ieyasu, das Shogunat in Edo (dem heutigen Tokio).

Die Bezirke der Stadt Kyoto

Die Stadt beherbergt noch heute über 1000 buddhistische Tempel und Shinto Schreine. Zudem gibt es Paläste und Gärten, von denen einige von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören der Kaiserpalast von Kyoto, der Kiyomizu-dera Tempel, der goldene Pavillon, Kinkaku-ji, der silberne Pavillon, Ginkaku-ji und die kaiserliche Villa Katsura.

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Außerdem ist Kyoto ein wichtiges Zentrum der akademischen Bildung, wobei die Kyoto-Universität eine Institution von internationalem Prestige ist.

Die Stadt Kyoto bietet viele faszinierende Sehenswürdigkeiten, die sich auf verschiedene Bezirke verteilen, von denen jeder seine eigene Atmosphäre und sein eigenes Ambiente aufweist.

Im Zentrum Kyotos befinden sich zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: der Kyoto Gosho (Kaiserpalast) und die Nijo-Burg.

Nishijin ist Kyotos berühmtes Weberei-Viertel und liegt im nordwestlichen Teil des Zentrums von Kyoto. Diese Gegend ist eine der traditionellsten der Stadt. Es ist ein großartiger Ort, um Machiya (alte Kyotoer Stadthäuser) zu sehen.

Das südliche Higashiyama ist das wichtigste Sightseeing-Viertel in Kyoto. Hier findet man alles, angefangen von schillernden Tempeln über historische Gassen bis hin zum wichtigsten Geisha-Viertel Gion mit seinen zahlreichen Teehäusern.

Das nördliche Higashiyama ist weniger überlaufen als das südliche Gegenstück. Inmitten der Natur gibt es auch hier fantastische Schreine und Tempel, die es zu besuchen gilt.

Der Nordwesten von Kyoto liegt vom Stadtzentrum ein wenig weiter entfernt, aber hier befinden sich einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kyotos wie der Kinkaku-ji-Tempel, der Ryoan-ji-Tempel (mit seinem berühmten Felsengarten) und der Myoshin-ji-Tempel.

Arashiyama gilt als das zweitwichtigste Sightseeing-Viertel in Kyoto. Hier gibt es zahlreiche Tempel und Schreine, wobei die Hauptattraktion der berühmte Arashiyama-Bambushain ist.

Im Südosten Kyotos am äußersten südlichen Ende des Higashiyama-Gebirges befinden sich zwei der größten Sehenswürdigkeiten Kyotos: der Fushimi-Inari-Taisha-Schrein mit seinen zahlreichen roten Torii und der Tofuku-ji-Tempel.

Kurama und Kibune sind zwei beschauliche, ländlich gelegene Dörfer, die einfach mit dem Zug erreicht werden können.

Ohara ist ein ruhiges, ländliches Dorf in den Bergen nördlich von Kyoto. Neben einigen schönen Tempeln ist das Dorf ideal für einen gemütlichen Spaziergang geeignet.

Takao ist ein bezauberndes Dorf in den Kitayama-Bergen nordwestlich von Kyoto.

Kyoto Pavillon
Der berühmte goldene Pavillon in Kyoto. Foto: Erik Eastman, Unsplash

Zwischen den alten Hauptstädten: die Stadt Uji

Die Stadt Uji liegt südlich von Kyoto genau zwischen dieser und der anderen alten Hauptstadt des Landes, Nara. Die heute als Uji bekannte Stadt wurde dabei erst im Jahr 1951 gegründet und ist die zweitgrößte Stadt der Präfektur. Auf dem Höhepunkt der politischen Macht des Fujiwara-Clans in der Heian-Periode (794 bis 1192) wurden in Uji zahlreiche Gebäude wie der Byodoin-Tempel und der Ujigami-Schrein, der älteste noch erhaltene Schrein in Japan, errichtet.

Außerdem ist Uji für seinen grünen Tee berühmt. Während man annimmt, dass der Kozanji-Tempel in Kyoto der ursprüngliche Ort des Teeanbaus in Japan ist, wurde der Tee aus Uji in den 1100er-Jahren für seine hervorragende Qualität immer bekannter.

Der Fluss Uji fließt mitten durch die Stadt und teilt Uji in zwei Teile. Seine besondere Lage prägt die schöne Landschaft der Stadt und bietet Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Erholung. Die meisten städtischen Sehenswürdigkeiten sind nur einen kurzen Spaziergang vom Fluss entfernt.

Kyoto Uji
Tradition und Natur in Uji. Foto: Manuel Cosentino, Unsplash

Die Hauptbrücke über den Uji Fluss wurde um 646 erbaut und ist damit eine der ältesten Brücken in Japan. Seitdem wurde sie jedoch mehrfach zerstört und ersetzt. Die gegenwärtige Brücke spiegelt dabei jedoch einige ihrer historischen Darstellungen wider. Die Uji Brücke ist bekannt für ihre häufige Erwähnung in den Uji-Kapiteln der Genji-Geschichte, einem fiktiven Werk aus dem 11. Jahrhundert, von dem oft behauptet wird, es sei der erste Roman der Welt. Das Märchen von Genji wurde von einer japanischen Adeligen geschrieben und beschreibt die Intrigen des höfischen Lebens im Kyoto der Heian-Zeit.

Die Hafenstadt Maizuru

Maizuru ist eine Stadt an einem Meeresarm des Japanischen Meeres. Die Stadt wurde am 27. Mai 1943 gegründet. Von ihrem Hafen aus kann man nicht nur über das Japanische Meer bis nach Hokkaido reisen. Der Hafen ist zudem ein wichtiger Knotenpunkt für den Handel mit Russland, Südkorea, China und Südostasien. Zu den wichtigsten Industriezweigen der Stadt gehören die Weberei, die Holzverarbeitung, der Schiffbau, die Flachglasherstellung und die chemische Industrie.

Ine, eine der schönsten Kleinstädte in Japan

Ine ist eine kleine Stadt an der Ine-Bucht im Norden der Präfektur, etwa 15 Kilometer nördlich von Amanohashidate. Ine hat eine lange Geschichte als Fischerdorf und gilt als eines der schönsten Dörfer Japans.

Das Besondere an Ine sind seine Funaya. Diese traditionellen Gebäude am Wasser, die wörtlich übersetzt „Bootshäuser“ sind, beherbergen in ihren ersten Stockwerken Garagen für Boote und in den oberen Stockwerken Wohnräume. Heute gibt es noch über 200 Funaya entlang der Bucht. Einige von ihnen dienen jetzt als Gästehäuser, in denen Besucher übernachten und die Funaya aus erster Hand erleben können.

Noch heute ist das bevorzugte Transportmittel dieser beschaulichen Stadt das Boot, welches oftmals als Taxi genutzt wird, um sein Ziel zu erreichen.

Die Stadt selbst ist eine ganz normale Arbeiterstadt, die von Erwerbstätigen bewohnt wird, wobei die meisten Häuser Privatwohnungen sind. Es gibt nur eine kleine Anzahl von Geschäften und Restaurants, was bedeutet, dass es hier nicht unglaublich viele Freizeitangebote gibt. Die meisten Einrichtungen befinden sich im Funaya no Sato Park, einem Bahnhof auf einem Hügel oberhalb der Stadt mit großen Parkplätzen, einer Touristeninformation, einer Aussichtsplattform, Restaurants und verschiedenen Geschäften.

Wer sich ein wenig mehr für Ine interessiert, kann sich auf YouTube eine kostenlose geführte Tour ansehen.

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Miyazu und die Himmelsbrücke von Amanohashidate

Miyazu ist eine alte Burgstadt mit einem wichtigen Handels- und Verladehafen, doch primär ist die Stadt für das Gebiet Amanohashidate und seine Himmelsbrücke bekannt. Heute ist Miyazu außerdem das administrative und politische Zentrum der Region. Der Ort ist eine wichtige Basis für die Fischerei.

Hier befindet sich die sogenannte Himmelsbrücke, eine 3,6 km lange, mit Kiefern bepflanzte natürliche Sandbank und beliebte Touristenattraktion. Sie gilt als eine der drei schönsten Landschaften Japans.

Den besten Blick auf die Himmelsbrücke hat man vom Kasamatsu-Park aus, der von Fuchu aus mit einer Bergbahn zu erreichen ist. Dann stellt man sich mit dem Rücken zur Bucht auf eine der drei Bänke, bückt sich und blickt durch die gespreizten Beine auf die Landzunge. Diese Perspektive soll den Eindruck erwecken, dass die Sandbank zwischen dem Himmel und der Erde schwebt.

Die Meerenge bietet einen Sandstrand, der im Sommer primär von Touristen besucht wird. Man erreicht ihn vom Bahnhof aus über eine Drehbrücke und dann über eine feste Brücke, die über den Ausgang der Bucht (Aso no Umi) führt.

Viel zu entdecken

Natürlich ist die Stadt Kyoto das kulturelle Zentrum der Präfektur und von Japan und somit ist diese Stadt oftmals ganz weit oben auf der Liste der Städte, die man in Japan besuchen möchte. Dennoch bietet die Präfektur auch abseits von Kyoto vorwiegend für Natur- und Kulturfreunde so einiges.

Es lohnt sich also, vor einer Reise nach Kyoto einmal ein wenig zu recherchieren, welche Orte man nicht vielleicht doch noch besuchen kann, um den Aufenthalt in der Präfektur zu verlängern. Mehr Informationen findet ihr auf dem offiziellen Tourismus Portal von Kyoto.

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