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Japan erleben Musik-Special: Koto - Traditionelle Japanische Instrumente (Teil 2)

Musik-Special: Koto – Traditionelle Japanische Instrumente (Teil 2)

Die Koto 箏 ist ein traditionelles japanisches Saiteninstrument, welches vom chinesischen Zheng abstammt. Sie hat den Status des Nationalinstruments Japans inne.

Das Instrument hat eine Länge von 180 Zentimetern und wird aus Kiri hergestellt. Dieses stammt vom Blauglockenbaum oder auch Kaiserbaum. Kotos haben 13 Saiten, welche für gewöhnlich über 13 bewegliche Brücken gespannt sind. Allerdings findet man auch Varianten mit 17 Saiten. Musiker können die Tonlage der Saiten einstellen, indem sie die weißen Brücken vor dem Spielen einstellen. Gespielt wird mit drei Plektren, welche typischer Weise am Daumen, Zeige- und Mittelfinger getragen werden.

Geschichte

Als Vorfahre der Koto wird das chinesische Zheng betrachtet. Dieses erreichte Japan zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert. Das erste bekannte Instrument dieser Art hatte 5 Saiten, stockte aber schnell auf 7 Saiten auf. Als es jedoch während der Nara-Zeit in Japan bekannt wurde, hatte es bereits 12 Saiten. Ähnliche Instrumente kennt man in ganz Asien, wie zum Beispiel das koreanische Gayageum.

Als das Instrument in Japan ankam, galt der Begriff Koto noch als Bezeichnung für alle japanischen Saiteninstrumente. Im Laufe der Zeit stellte man jedoch fest, dass dieses Wort die Vielfältigkeit der Saiteninstrumente nicht länger beschreiben konnte, weshalb die Bedeutung sich änderte.

Koto mit unterschiedlicher Saitenzahl © By Enfo - Own work, CC BY-SA 3.0, Link
Koto mit unterschiedlicher Saitenzahl © By EnfoOwn work, CC BY-SA 3.0, Link

Die moderne Koto ist ein Nachfahre des Gakuso, welches für die Musik am Hofe des Regenten verwendet wurde. Es war ein berühmtes Instrument unter den Reichen und galt als romantisch. Einige historische Quellen implizieren, dass es schon Jahrhunderte vor dem Sokyoku, einer Musikrichtung, welche die Koto als Soloinstrument betrachtet, Solostücke existierten.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung des Instruments hatte wohl allerdings Yatsuhashi Kengyo. Dieser war ein talentierter Musiker aus Kyoto. Allerdings war er auch blind. Dieser entwickelte einen neuen Stil mit dem Namen “kumi uta”. Yatsuhashi veränderte die Stimmungen, was dem neuen Stil den Weg frei machte. Yatsuhashi Kengyo trägt sein dem den Beinamen “Vater der modernen Koto”.

Einen weiteren, jedoch kleineren Einfluss hatte eine Frau namens Keiko Nosaka. Diese fühlte sich mit “nur” 13 Saiten beschränkt, weshalb sie ein Instrument mit 20 Saiten erschuf.

Unter den japanischen brückenlosen Zithern findet man zusätzlich auch die einsaitige Koto (Ichigenkin) und eine Version mit zwei Saiten (Nigenkin oder Yakumo Goto). Während den 1920er Jahren erschuf Goro Morita eine neue Version der zweisaitigen Koto. Diese ähnelt der westlichen Akkordzither und trägt den Namen “Taishogoto”, benannt nach der Taisho-Zeit.

Geishas am Koto © By Kusakabe Kimbei - http://sirismm.si.edu/sackler/photo/ar214.jpg, Public Domain, Link
Geishas am Koto © By Kusakabe Kimbei – http://sirismm.si.edu/sackler/photo/ar214.jpg, Public Domain, Link

Während der Meiji-Periode erreichte dann auch westliche Musik Japan. Dieser bediente sich der blinde Komponist Michio Miyagi und verband sie mit der traditionellen Koto-Musik. Miyagi wird zusätzlich als der Mann betrachtet, der die Koto vor der Vergessenheit bewahrte, als viele Japanische Künste drohten verloren zu gehen. Er schrieb über 300 neue Stücke, erfand die berühmte 17-saitige Bass-Koto, erfand neue Spieltechniken, verbesserte die alten und steigerte die Berühmtheit des Instruments.

Viele spätere Komponisten schrieben und spielten Stücke, welche das Instrument immer weiter voran trieben. Auch Miyagis früherer Lieblingsschüler Kazue Sawai trug ihren Teil dazu bei, indem sie die Internationalisierung und Modernisierung der Koto bestmöglich antrieb. Besonders ihr Arrangement von John Cages “Three Dances” erzielte großen Erfolg.

Mehr als 150 Jahre nach der Meiji-Restauration öffnete sich Japan nun den westlichen und europäischen Einflüssen, welche sich auch in der modernen Koto-Musik finden lassen.

Bau der Koto

Die Koto würd für gewöhnlich aus dem Holz des Kaiserbaums hergestellt. Die Behandlung des Holzes vor dem Bau variiert allerdings von Hersteller zu Hersteller. Einige Instrumente werden zusätzlich mit Verzierungen veredelt, welche auch aus Ebenholz, Elfenbein, Schildkrötenpanzer oder Metall bestehen können.

Die Brücken, auch genannt Ji, wurden ursprünglich aus Elfenbein hergestellt. Heutzutage greift man jedoch auf Plastik oder Holz zurück. Indem man diese Brücken bewegt, kann man die Tonhöhe der Saiten bestimmen. Je nachdem, welcher Tonhöhe sie gerecht werden müssen, unterscheiden sie sich in der Größe.

Die Saiten können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Früher wurden sie hauptsächlich aus Seide hergestellt, während heute Plastik und Nylon zum Einsatz kommen. Die Saiten werden mit einem speziellen Knoten an einer Papierrolle in der Größe einer Zigarette befestigt, durch die Löcher am Kopf des Instruments gezogen, durch die Löcher am Ende geführt, festgezogen und mit einem weiteren speziellen Knoten befestigt.

Koto Makroaufnahme © By U.S. Air Force photo by Airman 1st Class Zachary Kee - http://www.misawa.af.mil/shared/media/photodb/photos/2013/04/130406-F-EW167-066.JPG, Public Domain, Link
Koto Makroaufnahme © By U.S. Air Force photo by Airman 1st Class Zachary Kee – http://www.misawa.af.mil/shared/media/photodb/photos/2013/04/130406-F-EW167-066.JPG, Public Domain, Link

Teil 1

Quelle: Wikipedia

 

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