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Nachhaltigkeit und Tradition

Nachhaltiger Tourismus in der Region Setouchi

Die Region Setouchi, die an das japanische Binnenmeer grenzt und sieben Präfekturen (Hyogo, Okayama, Hiroshima, Yamaguchi, Tokushima, Kagawa und Ehime) umfasst, verfügt über eine außergewöhnliche landschaftliche Lage.

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Zwei neue Reiseziele der Region wurden jetzt in die Top 100 der „Green Destinations“ aufgenommen, dem weltweit führenden Netzwerk für nachhaltige Tourismusdestinationen. Im Zuge der Pandemie wird weltweit der Ruf nach einer nachhaltigen Tourismusentwicklung lauter. Kein anderes Land der Welt wurde so oft für den „Green Destination Stories Award“ nominiert wie Japan.

Toyooka in der Präfektur Hyogo – die Ströchregion in Setouchi

Die Kleinstadt Toyooka, die an den Kurort Kinosaki Onsen angrenzt, der in ganz Japan für seine heißen Quellen bekannt ist, wurde gerade in die Top 100 der nachhaltigsten Reiseziele der Welt aufgenommen.

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Warum? Weil es der Stadt gelungen ist, den seit 50 Jahren ausgestorbenen östlichen Weißstorch wieder anzusiedeln, indem ein nachhaltiges Ökosystem hergestellt wurde.

Toyooka ist die Stadt, in der 1971 der letzte Weißstorch verschwand. Einer der Gründe war der Missbrauch von Pestiziden auf den Reisfeldern, um die Produktion nach dem Krieg zu steigern.

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Toyooka wollte seine Fehler korrigieren und begann damit, ein ganzes Ökosystem aufzubauen, damit die Bürger wieder in Harmonie mit den Störchen leben konnten.

Ein Forschungszentrum wurde eingerichtet, um die Störche in Gefangenschaft zu züchten und ihnen bei der Fortpflanzung zu helfen. Nach 40 Jahren voller Herausforderungen und Anstrengungen konnten die ersten Störche, die in Gefangenschaft geboren wurden, wieder in die freie Wildbahn entlassen werden.

Toyooka hat hart daran gearbeitet, dass die Störche wiederkommen.
Toyooka hat hart daran gearbeitet, dass die Störche wiederkommen.

Parallel dazu entschieden sich die Landwirte für umweltfreundliche Anbaumethoden. Eines der Ergebnisse ist ein biologischer Reis, „Storchenreis“ genannt, den die Einwohner Toyookas konsumieren, aber der auch in neun Länder der Welt exportiert wird!

Zudem versucht Toyooka noch einiges mehr zum Thema Umweltschutz zu tun, darunter auch einen internationalen Austausch.

Shodoshima in der Präfektur Kagawa

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Auch die Insel Shodoshima wurde gerade in die Top 100 „Green Destinations“ aufgenommen, da die Reisfelder von Nakayama Sendaima  erhalten wurden und viele Initiativen eine nachhaltige Landwirtschaft steigern konnten.

Als Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen des öffentlichen und privaten Sektors, aber vor allem auch der Inselbewohner, wurden bis ins Jahr 2020 44 Reisterrassen renoviert und Reisfelder, die zu stark beschädigt waren und andere Felder bedrohten, aufgegeben.

Das "Mushi-Okuri", eine Feier, die die Insekten fernhalten und eine gute Ernte sichern soll.
Das „Mushi-Okuri“, eine Feier, die die Insekten fernhalten und eine gute Ernte sichern soll. Bild: Shodoshima Tourism Association

Seit 2017 wird in Zusammenarbeit mit einer lokalen Brauerei der Shodoshima-Sake aus Reis, der in Nakayama Senmaida kultiviert wird, hergestellt. Diese Initiative konserviert und fördert die Reisfeldlandwirtschaft und schafft darüber hinaus neue Arbeitsplätze.

Das Öko-Dorf Kamikatsu in der Präfektur Tokushima

Ein ungewöhnliches Reiseziel in der der Region Setouchi liegt in der Präfektur Tokushima. Kamikatsu mit seinen rund 1600 Einwohnern hat sich als Pionierstadt in Sachen Recycling etabliert.

Das Kamikatsu Zero Waste Center stellt buchstäblich die Frage nach dem „Warum?“. Das Zentrum wurde von dem renommierten Architekten Hiroshi Nakamura in Form eines Fragezeichens errichtet und stellt unsere Beziehung zu übermäßigen Konsum, Verschwendung und Abfallentsorgung infrage.

Das Öko-Dorf Kamikatsu achtet sehr darauf zu recyceln
Das Öko-Dorf Kamikatsu achtet sehr darauf zu recyceln.

Die Einwohner von Kamikatsu recyceln 80 Prozent ihres Abfalls (weit über dem nationalen Durchschnitt von 20 Prozent). Das Zero Waste Center und das Dorf Kamikatsu sind das Epizentrum einer groß angelegten Umweltbewegung.

Die Bewohner bringen ihren Müll selbst dorthin und sortieren ihn, getrennt in 45 Kategorien. Freiwillige Helfer sorgen dafür, dass die Sortieranweisungen eingehalten werden. Ein Vorbild im kollektiven Abfallmanagement!

Die Insel Osakikamijima mit dem Elektrofahrzeug in der Präfektur Hiroshima

Diese kleine Insel im Binnenmeer hat die Besonderheit, dass man sie mit einem Elektrowagen namens Mobility erkunden kann. Das Elektro-Auto (Nissan’s New Mobility Concept), kann 2 Passagiere an Bord nehmen.

Der Mobility
Der Mobility

Es gibt drei Orte auf der Insel, an denen man sich ein solches Gefährt ausleihen kann. Das örtliche Tourismusbüro weist die Besucher in die Fahrweise ein, bevor sie die  Naturschönheiten der Insel erkunden!

Eine schöne Initiative für Öko-Mobilität auf lokaler Ebene. Ein anderes beliebtes Transportmittel in Setouchi ist und bleibt das Fahrrad.

Weitere Informationen zu Setouchi findet ihr auf der offiziellen Webseite.

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