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Neues Jahr, neuer Job – vielleicht in Japan?

Habt ihr schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einen Job in Japan zu suchen? Egal ob als langfristige Beschäftigung, Nebenjob oder kurzzeitiger Arbeitsplatz für Work and Travel – Arbeit in Japan zu finden ist eine ganz eigene Herausforderung. Denn der gesamte Prozess ist ziemlich langwierig und es kommt auf das richtige Timing an.

Typischerweise ist der April die Hochsaison der Job-Angebote in Japan. Zu dieser Zeit verlässt eine große Welle neuer Universitätsabsolventen die Hochschulen und wechselt über in die Arbeitswelt. Zum gleichen Zeitpunkt beginnt für jüngere entweder ein neues Schuljahr oder es folgt die Bewerbung und die Aufnahme an einer neuen Schule oder Universität. Auch die Eikaiwa, die Englisch-Konversations-Schulen, bringen ihre Angebote im April auf den Markt. Das heißt jedoch nicht, dass erst in drei Monaten die Suche beginnen sollte. Ganz im Gegenteil ist genau jetzt, um die Zeit des Jahreswechsels herum, der richtige Zeitpunkt mit den ersten Überlegungen und Schritten anzufangen.

In Japan ist es zumeist so, dass derjenige, der sich viel Zeit nimmt und im voraus alles plant, einen großen Vorteil hat. Wichtiger bei der Job-Suche ist jedoch die Tatsache, wie langwierig der Einstellungsprozess bei den meisten Firmen ist. In Japan sind die Menschen in der Arbeitswelt und vor allem diejenigen, die neue Mitarbeiter einstellen, wenig spontan. Es ist daher nicht gern gesehen, Bewerbungen erst kurz vor knapp einzureichen. Ganz besonders im Bildungssektor ist ein sehr strenger und anstrengender Zeitplan vorgesehen. Doch die meisten Firmen halten es ähnlich.

Die Job-Suche in Japan ist eine ganz eigene Herausforderung mit strengem Zeitplan

Der typische Ablauf bei der Job-Suche und den Bewerbungen mit folgendem Einstellungsprozess sieht in etwa wie folgt aus: Schon im Dezember sollten Lebenslauf und Bewerbung fertig und am besten bereits eingereicht sein. Denn dann beginnen die Überprüfungen der eingesendeten Daten, auf die die Auswahl der geeigneten Kandidaten für die ersten Bewerbungsgespräche folgt. Die ausgewählten Bewerber erhalten noch in diesem Monat eine Benachrichtigung in Form einer Einladung zum ersten Gespräch. Bis etwa Mitte Januar laufen die ersten Vorbesprechungen, die zumeist recht informell gehalten sind. Viele finden via Skype oder Telefon statt. Gegen Ende des Monats und Anfang Februar ist die Zeit der zweiten Bewerbungsgespräche. Je nach Unternehmen variiert der Ablauf stark. Manche Firmen setzen auch hier auf Telefonate, andere möchten die Bewerber lieber persönlich kennenlernen. Etwa einen Monat später erhalten die Bewerber dann die Ergebnisse ihrer Bewerbungsgespräche und hoffentlich ein Job-Angebot.

Für Bewerbungen aus dem Ausland ist es hierbei ganz besonders wichtig, so früh wie möglich in Erfahrung zu bringen, wie die Firmen ihre Bewerbungsgespräche führen. Ist man noch in Deutschland oder einfach außerhalb Japans, wenn das Unternehmen zu einem persönlichen Gespräch bittet, macht das keinen guten Eindruck. Daher sollte man so früh es geht einen Flug und eine Unterkunft für den entsprechenden Zeitraum gebucht haben. Oder aber mit dem Unternehmen klären, ob auch ein Gespräch via Telefon möglich ist.

Gestalte deinen Lebenslauf kurz und präzise

Wenn es nun um die konkreten Papiere geht, ist es natürlich immer wichtig, sich von der Masse abzuheben. Doch wie geht das? Ein ganz wichtiger Bereich ist die Art, wie ihr den Lebenslauf präsentiert. Denn auch mit zahlreichen Erfahrungen, Qualifikationen, Aus- und Fortbildungen sowie interessanten und wichtigen Zusatzinformationen ist es nicht immer gut, alle auch aufzuzählen. Viele Firmen in Japan schätzen bei Bewerbern die Fähigkeit, die Dinge einfach zu halten und auf den Punkt zu bringen. Ein vierseitiger Lebenslauf unterstreicht diese Fähigkeit nicht unbedingt. Tatsächlich sehen die meisten Firmen bei Bewerbungen auf einen ihrer Jobs am liebsten einen Lebenslauf, der sich auf eine Seite beschränkt. Zwei sind bei fast allen das Maximum.

Zu dem Lebenslauf gehört in Japan auch ein gutes Foto. Dieses sollte Passgröße haben. Auch wenn ein Bild nicht in jedem Land erforderlich ist und manche es als diskriminierend empfinden, ist es in Japan einfach Pflicht. Für alle ohne japanische Staatsbürgerschaft ist es zudem wichtig, auch den aktuellen Visumsstatus in die persönlichen Informationen einzutragen. Manche Unternehmen möchten, dass die Bewerber einen Lebenslauf auf Japanisch verfassen und ein shokumu rirekisho (Arbeitserfahrungsbogen) ausfüllen. Haben diese Dokumente die Überprüfungen bestanden, kommt als nächster Schritt der Job-Findung ein Gespräch über Skype.

Das erste Gespräch ist zwar eher informell, doch nicht gerade unbedeutend

In diesem ersten Bewerbungsgespräch geht es um den ersten Eindruck. Denn dieser ist ganz besonders wichtig. Selbstverständlich hat das Unternehmen diesen durch die Bewerbungsunterlagen bereits erhalten, jedoch noch keine persönlichen Erfahrungen sammeln können. Hier zu punkten ist besonders wichtig. Achtet deshalb auch darauf, dass alle Verbindungen gut funktionieren. Fragt am besten eine zweite Person vorher einmal anzurufen, sodass man die Signalqualität, den Ton und das Bild prüfen kann.

Funktioniert alles einwandfrei, ist noch immer keine Garantie dafür gegeben, dass auch bei den Angestellten des Unternehmens alles perfekt läuft. Es ist jedoch ein besserer Stand, als vollkommen unvorbereitet auf gutes Gelingen zu hoffen. Und nicht nur die technischen Feinheiten sollten funktionieren. Wenn ihr ein Videogespräch führt, stellt sicher, dass ihr euch schick macht. Es ist nicht nur gern gesehen, sondern ein Muss, formell gekleidet zu sein. Ganz so, als hätte man direkt bei der Firma vor Ort einen Gesprächstermin. Für einen einfachen Anruf via Telefon ist dies natürlich nicht erforderlich, kann jedoch manchmal hilfreich sein. Denn es heißt nicht umsonst „Kleide dich nicht für den Job, den du hast, sondern für den, den du willst“.

Nun kommt es ganz auf euch an. Im Gespräch ist es wichtig, zu überzeugen. Hierfür sollte man vor allem seine Hausaufgaben machen. Der zukünftige Arbeitgeber freut sich immer über Fragen von eurer Seite. Denn sie erzählen viel über euch selbst. Fragt man zum Beispiel nach den Arbeitsbedingungen zeigt man, dass man ein selbstbewusster Mensch ist, der nicht bloß alles hinnimmt. Gleichzeitig erhält man selbst so einen guten Einblick in das Unternehmen und erfährt auch über eventuell negative Seiten. Dann weiß man direkt, ob der Job und die Firma wirklich zu euch passen und nicht erst nach den ersten Monaten dort.

Was geschieht nach dem Gespräch?

Wenn alles glatt läuft, erhältet ihr einige Zeit später ein Job-Angebot von dem oder den Unternehmen, die Interesse an euch haben. Nun müsst ihr selbst entscheiden, wie der gesamte Prozess aus eurer eigenen Perspektive abgelaufen ist. Bedenkt dabei auch, wie lange ihr in der Firma bleiben möchtet. Sind euch ein oder zwei negative Punkte aufgefallen, denkt gut darüber nach, wie sie sich über lange Zeit auswirken könnten. Sucht ihr nur für einen kurzen Zeitraum nach Arbeit, so stellen manche Punkte sicherlich weniger ein Hindernis dar, als wenn ihr in Betracht zieht, den Rest deines Arbeitslebens bei der Firma zu bleiben. Hier weiß jeder selbst am besten, was er will.

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