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Nihonbuyo – traditioneller Japanischer Tanz

Zum traditionellem Japan gehört auch vor allem „Nihonbuyo“, der japanische Tanz, der von Generation zu Generation in den jeweiligen Tanzschulen den „Ryuhas 流派“ gelehrt und somit weitergegeben wird. Dabei handelt es sich um Bühnentänze, die oft zur traditionellen “koten 古典“ Musik vorgeführt werden und meistens eine kleine Geschichte erzählen. Die anmutigen, teils langsamen und natürlichen Bewegungen haben ihren ganz eigenen Reiz und erfordern Geduld, Ehrfurcht und Perfektion.

„Nihonbuyo 日本舞踊“, oder aber auch als „Nichibu 日舞“ bekannt, ist ein traditioneller japanischer Tanz, bei dem einem zunächst die auffälligen traditionellen Kimonos, aufwändig zurecht gemachten Frisuren und die Accessoires wie Schirm, Fächer und Blumen ins Auge fallen. Das Besondere an diesen Tänzen ist, dass sie die Quintessenz der japanischen Kultur und Mentalität widerspiegeln. So wie die Blumensteckkunst Ikebana und die Teezeremonie ist Nihonbuyo auch ein wichtiger Bestandteil der traditionellen japanischen Künste.

Geschichte und Ursprung

Nihonbuyo
Tanzgruppe des Eko-Hauses © Angie @ Sumikai

Die ursprüngliche Form des „Nihonbuyo“ Tanzes ist der Kabuki Tanz, der erstmals im Edo Zeitalter vorkommt. Die Bezeichnung Nihonbuyo ist erst im modernen Zeitalter erschienen, weil alle derartigen Tänze lange Zeit unter dem Begriff des Kabukis fielen.

Es gibt einen japanischen Mythos, der besagt, dass Nihonbuyo durch folgende Geschichte entstand: Es gab sogenannte „Mikomais“ (auf Deutsch: Tempelmädchen), die in den Tempeln tanzten, um den buddhistischen Geist und Glauben auszudrücken. Darunter war auch ein Mädchen namens Izumo no Okuni 出雲阿国, die bis zum heutigen Tage als Schöpferin des Kabukis bekannt ist. Als Andenken an ihre berühmte Persönlichkeit wurde 2002 eine Statue in Kyoto neben den Bänken entlang des Kamo Flusses errichtet.

Nihonbuyo hat sich also aus dem Kabuki entwickelt und hat weiter existiert. Nun stellt man sich die Frage, wie unterscheiden sich die beiden Tänze denn voneinander? Bei Kabuki steht die Schauspielerei im Vordergrund beim Nihonbuyo dagegen wird überwiegend getanzt und die Geschichte des jeweiligen Stückes wird nur mit Tanz wiedergegeben. Hinzu kommt, dass Kabuki oftmals von Männern und Nihonbuyo überwiegend von Frauen getanzt wird.

Die fünf größten Schulen (Godai-Ryuha 五大流派) des Nihonbuyo

Der Nihonbuyo wird in fünf Schulen Hanayagi Ryu 花柳流, Fujima Ryu 藤間流, Wakayagi Ryu 若柳流 und Bantou Ryu 坂東流 unterrichtet. Jede Schule hat ihre Besonderheit, aber grundsätzlich sind diese alle zugänglich für jeden, der persönliches Interesse an Nihonbuyo hat. Dort kann man Tanzunterricht nehmen und unterschiedliche Niveaus erreichen und zu guter Letzt auch je nach Motivation den Titel deshi 弟子 erhalten. Insgesamt gibt es heutzutage bis zu 200 Tanzschulen, die Nihonbuyo anbieten, jedoch teilweise in abgewandelter, moderner Form.

Kostüme und Accessoires

Die Hauptutensilien des Nihonbuyo sind der Fächer (Tanzfächer, größer als die alltagstauglichen Fächer) und natürlich die Musik. Fächer werden während des Tanzes vielfältig genutzt und können je nach Kontext andere Gegenstände wie zum Beispiel Schirm oder Teetasse darstellen, sowie auch Teil der Landschaft, zum Beispiel eine aufgehende Sonne oder den Mond, sogar einen Halbmond wiedergeben.

Des weiteren werden die Haare meistens als Nihongami 日本髪, eine traditionelle Frisur mit variierendem Schmuck, zum Beispiel Glyzinienblüten 藤の花, getragen.

Der Kimono, der beim Nihonbuyo getragen wird, ist sehr auffällig und manchmal werden darüber nochmal durchsichtige Lagen getragen, die während manchen Tanzstücken abgelegt werden. Ein weiteres, oft verwendetes Accessoire ist der Schirm. Auch wenn meistens Fächer Schirme nachstellen können, werden richtige Schirme noch oft eingesetzt. Besonders in Tanzstücken, in welchen fallende Blüten (oftmals Kirschblüten), Regen oder sogar Schnee vorkommen, wird dieser benutzt.

Manchmal werden auch Blütenzweige als Tanzutensil eingesetzt, wenn ein bestimmter Blütenbaum das Hauptthema in dem Tanzstück ist (aber auch in Tanzstücken mit bestimmten Jahreszeiten als Thema).

Meine eigenen Erfahrungen mit Nihonbuyo

Nihonbuyo
Zeichnung Seiza 正座 © Angie @ Sumikai

Ich habe mit etwa 13 Jahren angefangen Nihonbuyo zu lernen. In Düsseldorf gibt es das Ekô-Haus der Japanischen Kultur, das viele Veranstaltungen, darunter auch wie gesagt Nihonbuyo, anbietet. Meine Tanzlehrerin hat selber in der Hanayagi Ryu gelernt und vertritt deshalb auch den Tanzstil dieser Schule. Sie ist Tanz- und Blumenkunstlehrerin und kommt ca. drei Mal im Jahr für 3-4Wochen nach Deutschland, um am Ekô-Haus zu lehren. Das Erste, was man lernt sind die speziellen Manieren gegenüber der Tanzlehrerin. Man sitzt im Seiza 正座 (auf den Fersen mit gestrecktem Vorderfuß und geradem Rücken) und begrüßt die Lehrerin indem man sich verbeugt und die Hände zu einem Dreieck geformt vor sich auf den Boden streckt.

Die Grundkörperhaltung während des Tanzes beinhaltet, die Knie leicht gebeugt zu halten, so als ob man auf einen unsichtbaren Stuhl sitzt. Oftmals werden kleine Schritte gemacht und diese auch möglichst ohne die Füße zu heben. Nur bei bestimmten Bewegungen werden die Füße gänzlich angehoben, aber ansonsten „gleitet“ man auf der Tanzfläche.

Nihonbuyo
Tanzgruppe des Eko-Hauses © Angie @ Sumikai

Was ich persönlich sehr schwer fand, war die Kopfbewegung. Der Kopf wird immer möglichst natürlich bewegt und muss im Einklang mit der restlichen Körperbewegung sein. An die Nutzung des Fächers musste ich mich auch gewöhnen, da dieser sehr groß und im Neuzustand sehr schwer zu öffnen ist. Im Unterricht wird meist im Yukata geübt. Obwohl meine Lehrerin nur saisonal nach Deutschland kam, hatten wir zwei große Auftritte pro Jahr: der Japantag im Mai/Juni und das Sommerfest des Ekô-Hauses im Juli/August.

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