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Japan erleben Okunoshima - süße Kaninchen mit giftiger Vergangenheit

Okunoshima – süße Kaninchen mit giftiger Vergangenheit

Okunoshima ist ein beliebtes Touristenziel. Denn knuffige und handzahme Kaninchen prägen das Gesamtbild.

Die Insel Okunoshima lockt Touristen mit einem Tagungs- und Kurhotel, ein Zeltlager und reichlich Sportanlagen an. Das touristische Unterhaltungsangebot ist demnach groß und die zahlreichen furchtlosen und freilaufenden Kaninchen dürften für den einen oder anderen ein süßer Hingucker sein. Doch die “Haseninsel” entstand durch eine dunkle Phase aus der japanischen Geschichte.

Die circa 2 km kleine Insel gehört zur Präfektur Hiroshima. 1926 wurde Okunoshima dazu auserkoren, dort Geheimwaffen zu produzieren. 1938 folgte schließlich die Umwandlung in ein militärisches Sperrgebiet. Fortan wurde die Insel aus allen Registern, Seekarten sogar aus Geschichtsbüchern und Atlanten gestrichen. Okunoshima sollte aus den Gedanken der Menschen verschwinden. Selbst Seekarten wurden manipuliert, damit internationale Schiffe nicht in die Nähe der Insel gelangen konnten.

In Chemiewaffenfabriken begann schließlich die Produktion von beispielsweise Senfgas. Die eingesetzten Arbeitskräfte – darunter auch Zwangsarbeiter aus Korea, die der japanischen Sprache nicht mächtig waren – bildete man unzureichend aus und sie erhielten bei der Produktion keine Schutzkleidung oder Ähnliches. Viele Arbeiter starben, wurden schwer verletzt oder leiden in der Gegenwart an den Spätfolgen.

Versuchsobjekte für Giftgasproduktion auf Okunoshima 

Als Versuchsobjekte für die Produktion von Giftgas nutzte man Kaninchen, um beispielsweise Seuchen zu vermeiden. Das Militär besorgte viele verschiedene Arten und Rassen der Langohren auf Bauernmärkte. Als man im Zweiten Weltkrieg der Kriegsniederlage ins Auge sah, sollte das Bekanntwerden der Giftgasproduktionsanlagen vermieden werden. 1945 folgte die Sprengung der Produktionsanlagen. Auch wurden sämtliche Akten vernichtet und das Militär von Okunoshima zurückgezogen. Zwar verpflichtete man Personen, die die Versuchsobjekte – demnach die Tiere – töten sollten, wie sich aber später herausstellte, ließen diese fast alle Tierchen auf der Insel frei. Seither leben die Kaninchen aufgrund fehlender Feinde und Bejagung in allen möglichen Farben, Größen und Fellvarianten auf Okunoshima.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, der sollte eventuell einen Blick in dieses Video der BBC werfen.

Beitragsbild: (WT-shared) NY066 at wts wikivoyage [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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