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Orientierung und Kommunikation in Japan

Tokyo, Osaka, Yokohama, Sapporo, Fukuoka, Nagoya. Japan ist für seine riesigen Städte bekannt, in denen häufig mehr Züge und Bahnen verkehren als das eigene verschlafene Heimatdorf oder -städtchen in Deutschland Einwohner zählt. Und seien wir ehrlich. Nur wenige kommen mit soliden Japanischkenntnissen zum ersten Mal im Land der aufgehenden Sonne an, sodass man sich durch Fahrpläne oder Bewohner erkundigen könnte.

Daher liegt häufig der kleinste gemeinsame Nenner zwischen barbarisch-blondem Mitteleuropäer und zierlich-adrettem Japaner nahe: Die lingua franca, die Weltsprache Englisch. Hier ist jedoch schon der Haken. Mit der sprachlichen Flüssigkeit der englischen Sprache hat es sich selbst in Tokyo oder Osaka oft nicht so, wie man es sich erhofft. Hinzu kommt der schamvolle Moment, einem Fremden, der in fremden Zungen brabbelt Rede und Antwort zu stehen.

Persönlich bin ich mit dieser Strategie sogar an ameisenbau-ähnlichen Stationen, wie Shinjuku oder Shibuya nicht sonderlich gut gefahren. In einem Provinznest etwas südlich verpasste ich zudem unabsichtlich einer älteren Dame den wohl furchteinflößendsten Tag ihres Lebens: Im Dämmerlicht in einer unterirdischen Busstation kommt ein blonder, leicht dicklicher Bub von einem Meter und fünfundachtzig Zentimetern daher und grunzt im Leistungskursenglisch des gerade erst erworbenen Abiturs etwas von Busliniennummern daher. Die arme Dame, die gefühlt die Hälfte meiner Körpergröße maß, stammelte zwei verängstigte „Sorry!“ und begann, wegzurennen.

Genug Input für einen Strategiewechsel. Da es nicht so leicht ist, die damals als etwas unnütz empfundenen Französischkenntnisse gegen einen ambivalenten japanischen Sprachstand zu tauschen, musste der Gaijin mit einem Japanisch-Level von „ハムバーガーをたべます” in sein sprachtechnisches Nähkästchen greifen. Und siehe da: Selbst mit den grammatikalisch schmerzhaftesten Konstruktionen, der Aussprache einer gequälten Ente auf Nikotinentzug und dem Vokabular eines Zweijährigen hat es tatsächlich geklappt. Man hat mir geholfen. Häufig führten mich schon ein bis zwei Sätze an die eigenen Grenzen. Was nichts ausmachte – die Motivation war erbracht und wohl auch für den japanischen Gegenüber spürbar, denn plötzlich kam auch von dessen Seite das ein oder andere englische Wort gepaart mit einem Japanisch, das man wohl höchstens an ein wenige Tage altes Kind adressiert, hervor und etwas ganz wundervolles entstand: Kommunikation.

Also mein Plädoyer an alle, die blauäugig wie ich ohne fundiertes Sprachwissen das Abenteuer Japan bestreiten wollen: Egal, wie peinlich, fehlerhaft und inkorrekt es ist, sprecht die Einheimischen auf Japanisch an. Vermutlich geht es eurem Gegenüber in dem Moment mit der englischen Sprache nicht anders. Und wie hat schon Schopenhauer damals gesagt: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

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