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Japan erleben Ramen, Soba und Co. - Japanische Nudeln im Überblick

Ramen, Soba und Co. – Japanische Nudeln im Überblick

Japan ist ein Paradies für Nudel-Liebhaber. Hier gibt es zahlreiche verschiedene Nudel-Sorten, die man brühend heiß, kalt oder gebraten essen kann.

Japan ist in kulinarischer Hinsicht ein Paradies. Wer sich mit der japanischen Küche beschäftigt, der wird feststellen, dass diese weit mehr zu bieten hat als Sushi. Im Ausland macht sich bereits seit einiger Zeit ein Trend zu Ramen-Nudeln bemerkbar. Neben Ramen gibt es aber auch andere Arten japanischer Nudeln, die ebenso reichhaltig, gesund und köstlich sind. In unserem Überblick stellen wir euch die 5 bekanntesten Arten japanischer Nudeln näher vor.

Ramen

Ramen, Soba und Co.
Tonkotsu Ramen © Naomi Dillenséger

Ramen-Nudeln sind die in Japan wohl mit Abstand am meisten gegessene Nudelsorte. Im ganzen Land soll es mehr als 200.000 traditionelle Restaurants geben, die diese beliebte Nudelsuppe servieren. Lange Zeit galten Ramen als ein billiges Instant-Produkt: Ein Arme-Leute-Essen, das besonders dann verzehrt wird, wenn man es eilig hat. Heute haben sie sich längst zum weltweiten Trend entwickelt. In Großstädten wie Paris und London sprießen Restaurants wie Pilze aus dem Boden, unzählige Blogs und Internetseiten widmen sich den besten Nudelsuppen und in Japan sind Ramen-Köche ebenso bekannt wie Celebrities.

Das ursprünglich aus China stammende Gericht besteht traditionell aus folgenden wesentlichen Zutaten: Weizenmehl, Salz, Wasser und Kansui – einem Salzlaugenwasser. Serviert werden Ramen meist in Hühner- oder Schweinebrühe. Vielfältige Beilagen wie regionales Gemüse und Fleisch gehören ebenso zur Spezialität wie gekochte Eier, die in der dampfend heißen Brühe schwimmen.

Grundsätzlich unterscheidet die japanische Küche zwischen 5 verschiedenen Ramen-Variationen:

1. Tonkotsu – Eine kräftige und trübe Brühe, die durch das teils tagelange Auskochen von Schweineknochen entsteht.
2. Shoyu – Die Brühe der Shoyu Ramen basiert auf Sojasauce und ist aus diesem Grund klar aber dunkel. Shoyu Ramen werden oft mit mariniertem Bambus, Frühlingszwiebeln, gekochten Eiern und Sojasprossen serviert.
3. Shio – Hell und gelblich ist die Brühe der Shio Ramen, die meist sehr salzig sind. Für diese Variation intensiven Geschmacks werden glatte Nudeln verwendet.
4. Miso – Diese Ramen basieren auf der gleichnamigen Paste aus fermentierten Sojabohnen, die ebenso gesund wie köstlich ist.

Ramen, Soba und Co. - Japanische Nudeln im Überblick
Ramen (jap. ラーメン) © Naomi Dillenséger

Neben den traditionellen Nudel-Arten gibt es Ramen-Nudeln natürlich auch in Form von Instant-Suppen. Diese kann man in Japan in jedem Convenience-Store zubereiten und auch bei uns hat die Instant-Suppe schon vor Jahrzehnten Einzug erhalten. Die nur wenige Cent teure Mahlzeit für zwischendurch lässt sich im Nu vorbereiten, sättigt den Magen und kann – ebenso wie die traditionellen Ramen – lauthals geschlürft werden.

Udon

Ramen, Soba und Co. - Japanische Nudeln im Überblick
Soba Nudeln | Flickr © Yuya Tamai (CC BY 2.0)

Udon Nudeln sind weiß- bis cremefarbene Weizennudeln, die von der Konsistenz dick und fest sind. In Japan serviert man sie zumeist in einer kräftigen und heißen Brühe. Sie sind besonders kalorienarm, vielseitig einsetzbar und sehr sättigend. Vom Geschmack her sind Udon Nudeln mild, was sie zu einer perfekten Grundlage für kräftige Brühen und herzhafte Beilagen macht.

Auch Udon gibt es als Instant-Suppe aus der Tüte und die Vielfalt reicht hier von klassischen Dashi-Brühen bis hin zu intensivem Curry. Auch für die Udon-Nudeln gibt es traditionelle Restaurants und Suppenküchen, die sich auf dieses Gericht spezialisiert haben. Die wesentlichen Variationen der Udon-Nudeln sind folgende:

1. Kitsune Udon – auch „Fuchs“-Udon genannt, werden diese mit Aburaage – frittiertem Tofu – serviert.
2. Yaki Udon – Ähnlich wie die Yakisoba – gebratene Nudeln – werden die Yaki Udon in einer auf Soja basierenden Sauce angebraten.
3. Tempura Udon – Diese werden mit frittiertem Gemüse oder Meeresfrüchten serviert.

Udon-Nudeln werden auch häufig für Eintöpfe – Nabe – verwendet.

Soba

Ramen, Soba und Co. - Japanische Nudeln im Überblick
Typisches Soba Gericht mit Tempura © Naomi Dillenseger

Braun sind die aus Buchweizen und Weizenmehl hergestellten Soba, die ebenfalls zu den traditionellen japanischen Nudelsorten gehören. Serviert werden sie meist kalt und auf einem Bambussieb – dem Zaru – liegend. Dazu wird separat ein Schüsselchen mit Tsuyu – bestehend aus Sojasauce, Dashi und Mirin – gereicht, in das man die Nudeln vor dem Essen tunkt. Weitere Zutaten wie Frühlingszwiebeln, Seetang, Wasabi und Ingwer gehören ebenso zu Soba wie heiße Dashi-Brühe im Winter. Dann werden Soba zumeist mit Shitake-Pilzen, Tofu und Ei serviert.

Auch beim Genuss von Soba gilt: Diese dürfen geräuschvoll geschlürft werden. Durch das Schlürfen kann sich das Aroma der Soba nämlich noch besser entfalten und durch den Luftzug kühlen die heißen Nudeln ab.

In Japan sind Buchweizennudeln – insbesondere die Toshikoshisoba aka. Soba zum Jahreswechsel – ein traditioneller Bestandteil des Silvesterabends. Dabei symbolisieren die Buchweizennudeln ein langes Leben. Achtung: Wie auch bei einer Schale Reis sollte man hier keine einzige Nudel übrig lassen, da das Unglück mit sich bringen könnte.

Yakisoba

Ramen, Soba und Co. - Japanische Nudeln im Überblick
Yakisoba | Flickr © Yoppy (CC BY 2.0)

Im Gegensatz zu ihrem Namensvetter Soba werden Yakisoba nicht aus Buchweizen, sondern aus Weizen hergestellt. Man brät sie zumeist mit Schweinefleisch und zahlreichen Gemüsesorten an und garniert sie mit grünem Algenpuder, Ingwer, Fischflocken und Mayonnaise. Auch Yakisoba sind ein beliebtes Instant-Gericht.

Somen

Ramen, Soba und Co. - Japanische Nudeln im Überblick
Somen | Flickr © Toshiyuki Imai (CC BY-SA 2.0)

Auch die dünnsten Nudeln der japanischen Küche sind aus Weizenmehl. Weiß, hellgelb und zumeist lang sind die Somen, die man aus diesem Grund auch die Vermicelli der japanischen Küche nennt. In der Regel isst man diese kalt und dippt sie in eine aromatische Men-Tsuyu-Sauce. An kalten Wintertagen serviert man die Somen in heißer Brühe als Nyumen. In Japan haben sich viele Restaurants auf die Somen-Nudeln spezialisiert. Im Sommer sind die Nagashi-Somen (zu dt. fließende Somen) besonders beliebt. Diese werden dann in eine Bambusrinne mit fließendem Wasser gegeben und Gäste können sich die vorbeitreibenden Nudeln nehmen.

Titelbild: Flickr © Alpha (CC BY-SA 2.0)

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