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Restaurantbesuch in Japan – Das solltest du vorher wissen

Muss man in Japan Trinkgeld zahlen, wie bestellt man auf Japanisch und was habe ich zu beachten, wenn ich ein Restaurant besuche? Diesen Besonderheiten begegnet man bei einem Restaurantbesuch in Japan.

Japan ist in kulinarischer Hinsicht ein Paradies. Was Zutaten, Auswahl, Spezialitäten und Arrangements der Gerichte angeht, so sind die Varianten der japanischen Küche grenzenlos. Das gilt auch für Restaurants. Die Gourmet-Metropole Tokyo ist beispielsweise die Stadt mit der weltweit höchsten Dichte an Lokalen. Egal ob sündhaft teurer Delikatessen-Tempel, ausgefallenes Themenrestaurant oder dampfender Straßenimbiss: Der Besuch eines Restaurants in Japan hält so manche Überraschung und einige Fettnäpfchen für Reisende aus dem Ausland bereit.

Das beginnt manchmal schon vor dem eigentlichen Restaurantbesuch. Mitunter tauchen in japanischen Städten immer wieder mysteriöse Menschenschlangen auf, die sich äußerst diszipliniert am Wegrand aufstellen und mit großer Geduld auf etwas zu warten scheinen. Das Geheimnis ist meist ein Restaurant – ganz gleich ob heruntergekommener Grillimbiss, Nobelrestaurant oder Nudellokal. Wer sich hier einreiht, den erwartet meist eine sehr gute Küche.

Japanisches Restaurant
Was sind die Besonderheiten eines japanischen Restaurants? | Flickr: Mo Riza (CC BY-NC 2.0)

Irasshaimase – Willkommen!

So wird man in der Regel begrüßt wenn man ein Restaurant in Japan betritt. Meist dauert es nur wenige Sekunden, bis das Personal einen mit der Frage Nan mei-sama desu ka? anspricht. Hier reicht es, die Anzahl der Personen mit Handzeichen anzudeuten.

Auch wenn die meisten Restaurants nach westlichem Vorbild eingerichtet sind, findet man immer noch eine Vielzahl an Lokalen mit traditionell japanischen Speiseräumen. Hier sitzt man mit Kissen auf Tatami-Matten an niedrigen Esstischen.

In einigen Izakaya (japanischen Kneipen) und traditionellen Restaurants muss man seine Schuhe am Eingang ausziehen, in kleinen Fächern verstauen und in die bereit gestellten „Hausschuhe“ schlüpfen. Wer die Toilette besucht, der muss diese Hausschuhe dann wiederum gegen eigens dafür vorhandene Toilettenschuhe tauschen, was besonders von ausländischen Gästen gerne vergessen wird.

Wie bestelle ich auf Japanisch und gibt es englische Menüs?

Am Tisch angekommen stellt sich heraus, dass das Bestellen gar nicht mal so schwierig ist. Viele Restaurants bieten ein englisches Menü an. In diesem Fall sollte es in der Nähe des Eingangs oder im Kassenbereich ein kleines Hinweisschild mit der Aufschrift „English menu available“ geben. Sollte kein englisches Menü vorhanden sein, dann ist das noch kein Grund zur Sorge. Vor vielen Restaurants in Japan stehen Vitrinen mit Plastiknachbildungen der verfügbaren Gerichte und Speisekarten sind häufig mit Fotos versehen. Vor Ramen- und Schnellrestaurants gibt es zudem häufig Automaten, an denen man seine Auswahl per Knopfdruck treffen kann und dem Koch nur seine gezogene Nummer in die Hand drücken muss.

Wer es auf Japanisch versuchen möchte, der braucht nur auf seine Auswahl zu zeigen und onegai shimasu hinzufügen. Das bedeutet dann soviel wie „Das möchte ich bitte“. Am Ende wird das Personal die Bestellung wiederholen um ja sicher zu gehen, dass sich keine Missverständnisse eingeschlichen haben. Wie aber mache ich das Personal auf mich aufmerksam? In vielen Restaurants gibt es elektronische Buttons am Tisch, mit denen man die Servicekräfte an den Tisch rufen kann. In Japan gilt es übrigens nicht als unhöflich, wenn man das Personal mit einem lautstarken Sumimasen (zu dt. Entschuldigen Sie bitte) auf sich aufmerksam macht. Ganz ohne Menschenkontakt geht’s natürlich auch. In vielen Restaurants kann man bequem per Tablet bestellen und seine Auswahl nebenbei im Blick behalten.

Was man zum Essen braucht

O-shibori (jap. おしぼり) – In einem japanischen Restaurant wird meist ein feuchtes, weißes Tuch (kalt oder heiß) gereicht, das hauptsächlich vor dem Essen zur Handreinigung dient und während des Essens als Serviette genutzt werden kann. Auch wenn es nicht gerade zum guten Ton gehört, wischen sich immer mehr Männer mitunter das ganze Gesicht mit dem O-shibori ab. Frauen tupfen sich allenfalls nur den Mund mit dem Tuch oder reinigen sich damit die Finger.

Restaurants in Japan
Restaurants in Japan @ Naomi Dillenséger

Stäbchen (jap.  oder お箸) – In Japan isst man die meisten Speisen mit Hashi, Essstäbchen, die in der Regel aus Holz, Bambus, Metall oder Kunststoff gefertigt werden. Wer vorher wenig Gelegenheit hatte, mit Stäbchen zu essen, der kann im Restaurant auch nach Besteck fragen. Mit den Essstäbchen etwas aufspießen, in der Luft wedeln, damit spielen oder auf andere Personen zeigen, gehört in Japan nicht zum guten Ton. Wenn man nicht gerade mit den Stäbchen isst, dann sollte man sie auf einem Stäbchenhalter (Hashioki) ruhen lassen. Nimmt man sich Essen von gemeinsamen Schalen und Tellern, dann sollte man dazu nach Möglichkeit nicht die eigenen Stäbchen verwenden. Gibt es zu diesem Zweck keine Extra-Stäbchen, dann dreht man seine eigenen Stäbchen einfach um und greift mit dem anderen Ende zu.

Absolut vermeiden sollte man, die Stäbchen senkrecht in den Reis zu stecken oder Essen von Stäbchen zu Stäbchen zu reichen, denn dies erinnert an das buddhistische Totenritual. Assoziationen mit dem Tod kann auch das Kreuzen von Stäbchen auf dem Tisch hervorrufen, daher sollte man darauf achten, die Stäbchen nicht zu kreuzen und bei Nichtgebrauch wieder auf den Hashioki zu legen.

Kostenloser Service – In Japan ist es üblich, Wasser oder Tee serviert zu bekommen. Dieser Service ist kostenlos und kann jederzeit in Anspruch genommen werden.

Gewürze und Co. – Häufig finden sich Stäbchen, Saucen und Gewürze in einer Schublade oder Box am Tisch. Auch Zahnstocher und Servietten sind hier in der Regel zu finden. In Sushi-Restaurants gibt es häufig Ingwer, Grünteepulver und einen Wasserhahn, mit dessen Hilfe man sich grünen Tee aufgießen kann. Hier sei Vorsicht geboten, denn Wasabi und grünes Teepulver sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, was schon vielen Menschen zum Verhängnis wurde.

Wie bestelle ich die Rechnung und wo bezahle ich?

In Japan wird nicht am Tisch bezahlt, sondern an einem eigens dafür eingerichteten Counter, der sich zumeist in der Nähe des Ausgangs befindet. Die Rechnung nimmt man sich vom Tisch mit, denn in der Regel bringt das Personal nach jeder Bestellung auch gleich den Rechnungszettel an den Tisch. Sollte keine Rechnung zum Bezahlen vorhanden sein, dann kann man den Kellner freundlich um die Rechnung bitten: „Okanjou wo onegai shimasu“.

Auch wenn der Service noch so gut und die Gerichte lecker waren: In Japan ist es unüblich, Trinkgeld zu geben und die meisten Kellner würden den Gästen vermutlich hinterherlaufen, um den Tip höflich und bescheiden zurückzugeben. Perfekter Service gilt hier nämlich als Selbstverständlichkeit, die man nicht mit Geld honorieren sollte.

Gochisousamadeshita! – Vielen Dank für das Essen!

Mit diesen Worten sollte man ein Restaurant verlassen und damit seinen Dank für das gereichte Essen und den Service ausdrücken.

Wer sich vorher noch nie wirklich mit japanischem Essen beschäftigt hat, der wird feststellen, dass die japanische Küche weit mehr zu bieten hat als Sushi, Tempura und Ramen. Seit 2013 gilt die Küche aus dem Land der aufgehenden Sonne sogar als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe. Was die Besonderheiten der japanischen Küche sind und wie man sich während des Essens verhalten sollte, erfährst du in unserem Beitrag über Esskultur und Tischmanieren in Japan.

Bildrechte | Flickr: Mo Riza (CC BY-NC 2.0)
Titelbild | Flickr: Carsten Ten Brink (CC BY-NC-ND 2.0)

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2 Kommentare

  1. Ramen Restaurants sind Ikonisch, fast schon unvergesslich und er lebenswert! Am meisten bietet die Japanische Hauptstadt an. Tokyo ist eine sehr Interessante Stadt die man unbedingt wenigstens einmal im Leben besuchen sollte. Nebst Tokyo gibt es unzählige Städte die mehr Sehenswertes als Tokyo bieten. Am günstigsten ist man mit einem Japan Rail Pass unterwegs. Ein Rail Pass kann man von 7 bis 21 Tage kaufen, hier den link dazu https://www.jrailpass.com/de
    Am meisten hat mir Kyoto gefallen.. ist absolut empfehlenswert!

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