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Japan erleben Musik-Special: Die Shakuhachi - Japanische Instrumente (Teil 3)

Musik-Special: Die Shakuhachi – Japanische Instrumente (Teil 3)

Die Shakuhachi 尺八 ist eine japanische Bambusflöte. Das Instrument erreichte Japan im 8. Jahrhundert und erlebte eine Wiederauferstehung in der Edo-Zeit. Ursprünglich bestanden alle Flöten aus Bambus, während man heute auch auf Acrylnitril-Butadien-Styrol, kurz ABS, und Hartholz zurückgreift. Die Shakuhachi ist nach der Fünftonleiter gestimmt und wurde früher von Mönchen in Ritualen des Zen Buddhismus verwendet.

Name

Der Name Shakuhachi bedeutet so viel wie „1,8 shaku“. Shaku ist eine alte Messeinheit die ungefähr 30,3 cm entspricht. 1,8 shaku sind also fast 55 cm, was der Standardlänge des Instruments entspricht.

Spielweise

Die Shakuhachi ist ein sehr vielseitiges Instrument. Die Raffinesse liegt hierbei in den vollen Farbtönen und der Fähigkeit zu variieren. Verschiedene Techniken können den selben Ton mit unterschiedlicher Klangfarbe und Dramatik erreichen.

Im Gegensatz zu einer Blockflöte, bei welcher der Musiker in ein Rohr hinein bläst, bläst der Shakuhachi-Spieler ungefähr so, als würde er über den Rand einer leeren Flasche pusten. Dies ermöglicht eine bessere Tonkontrolle als bei der Blockflöte.

Die fünf Löcher der Flöte sind nach einer Fünftonleiter gestimmt und bieten keine halben Töne an. Allerdings kann man diese durch besondere Spieltechniken, genannt „meri“ und „kari“, anspielen. Hierbei wird der Winkel des Luftstroms dafür verwendet, um die Tonhöhe zu beeinflussen. Dies kann im Umfang von einem Ganztonschritt nach oben und unten durchgeführt werden. Dadurch, dass die meisten Töne durch mehrere verschiedene Techniken erreicht werden können, wird viel Wert auf die jeweilige Klangfarbe gelegt, wenn Stücke geschrieben oder gespielt werden.

Die Shakuhachi hat einen Tonumfang von 2 ½ Oktaven. Die untere wird „Otsu“, die obere „Kan“ und die halbe Oktave „Dai-kan“ genannt. D4 ist hierbei der niedrigste Ton, den die Flöte erzeugen kann. Dieser hat eine Wellenlänge von 293,66 Hz. Diesen erreicht man, wenn alle 5 Löcher bedeckt sind und der Luftstrom einen normalen Winkel hat. Einige längere Varianten der Shakuhachi können sogar noch tiefere Töne erzeugen. Für diese gibt es spezielle Stücke.

Shakuhachi und andere Flöten © By Photo by Yasuhiko Sano, Nov 2005 - http://homepage2.nifty.com/iwatake/, Public Domain, Link
Shakuhachi und andere Flöten © By Photo by Yasuhiko Sano, Nov 2005 – http://homepage2.nifty.com/iwatake/, Public Domain, Link

Preis

Abhängig von den benötigten Fähigkeiten, dem Zeitaufwand und der gewünschten Qualität können Bambus-Shakuhachi zwischen 300 und 5.000 US$ kosten. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine neue oder eine gebrauchte Flöte handelt. Der Preis ergibt sich dadurch, dass jedes Stück Bambus einzigartig ist, was Massenproduktion unmöglich macht. Zusätzlich benötigt das Erzeugen von sauberen Tönen individuell an die Flöte angepasste Löcher, deren Form aufwendig durch die Hersteller bestimmt wird.

Besondere Exemplare mit wertvollen Einlagen oder historischer Bedeutung können sogar einen Wert von 10.000 US$ oder mehr erreichen.
Flöten aus Plastik oder PVC haben einige Vorteile gegenüber denen aus Bambus: einerseits sind sie auf Grund des Materials sehr leicht und haltbar, aber auch ihr vergleichsweise niedriger Preis von 100 US$ macht sie leichter zugänglich.

Der Preis von Holzflöten liegt zwischen denen von Plastik und Bambus. Trotzdem bevorzugen die meisten Spieler Shakuhachi aus Bambus. Gründe hierfür sind der schönere Klang, Ästhetik und Tradition.

Geschichte

Die Bambusflöte selbst erreichte Japan aus China im 6. Jahrhundert. Die richtige Shakuhachi allerdings ist ein Ergebnis der jahrhundertelangen Isolation Japans. Im Mittelalter war die Flöte besonders dafür bekannt, dass sie von Mönchen des Zen Buddhismus in ihren Ritualen benutzt wurde. Dadurch erhielt das Instrument den Stand eines spirituellen Gegenstandes. Zu dieser Zeit war das reisen innerhalb Japans sehr eingeschränkt, doch die Mönche schafften es eine Ausnahmeregelung vom Shogun zu erhalten, da ihr Glauben voraussetzte, dass sie von Ort zu Ort ziehen, die Shakuhachi spielen und für Almosen betteln.

Der Shogun erteilte ihnen „Exklusivrechte“ zum Spielen der Flöte. Im Gegenzug sollten einige Mönche als Spione des Shogun arbeiten. Zusätzlich schickte er noch eigene Männer. Dies wurde dadurch begünstigt, dass die Mönche der Fuke-Sekte Körbe auf dem Kopf trugen, um ihre Abgrenzung von der Außenwelt zu symbolisieren.

Um die Spione des Shogun zu identifizieren, wurden einige Stücke für die Shakuhachi als „Tests“ abverlangt, welche die falschen Mönche ausfindig machen konnten. Diese konnten dann getötet werden.

Shakuhachi-Spieler auf der Bühne © By Dmitri Shvetsov - Wikipedia:Contact us/Photo submission, CC BY-SA 3.0, Link
Shakuhachi-Spieler auf der Bühne © By Dmitri Shvetsov – Wikipedia:Contact us/Photo submission, CC BY-SA 3.0, Link

Während der Meiji-Periode, nach Auflösen der Sekte, war es einige Jahre lang verboten die Shakuhachi zu spielen. Die normalen Volkslieder litten nicht sonderlich darunter, da sie problemlos auf anderen Instrumenten gespielt werden konnten. Die Lieder der Fuke-Sekte gingen jedoch zu großen Teilen verloren, da sie nur mündlich überliefert wurden.

Als die Shakuhachi wieder zugelassen wurde, durfte sie vorerst nur als Begleitung für Koto, Shamisen und ähnliche Instrumente gespielt werden. Irgendwann jedoch durften auch die „Honkyoku“ wieder als Solostücke in der Öffentlichkeit gespielt werden.
Ursprünglich waren die meisten Shakuhachi-Spieler Männer. Mittlerweile geben die Lehrer jedoch an, dass der Großteil ihrer Schüler aus Frauen besteht. Im Jahr 2004 fand dann das „Big Apple Shakuhachi Festival“ in New York statt, welches das allererste Konzert weiblicher Shakuhachi-Meister aus aller Welt beherbergte.

Wenn ihr euch noch genauer mit der Shakuhachi befassen möchtet, schaut doch einmal auf der Seite Japanische Musik vorbei.

Teil 1 | Teil 2

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