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Sightseeing: Präfektur Saga – von Porzellan bis hin zu Burgschlössern

Die Präfektur Saga erhielt in den vergangenen Jahren reichlich Aufmerksamkeit durch den Eiskunstlauf-Anime Yuri!!! on ICE. Saga lockte mittels Aktionen, die in Zusammenarbeit mit den Machern des Anime entstanden, zahlreiche Touristen an. Doch auch abseits von den Anime-Relationen bietet die Gegend kulturelle Attraktionen – insbesondere für Leute, die nicht nur Japans schillernde und überfüllte Großstadt-Metropolen kennenlernen wollen. Wir stellen euch die Präfektur Saga und ihre größte Stadt Karatsu vor.

Fakten und ein wenig Geschichte …

Die japanische Präfektur Saga befindet sich in der Region beziehungsweise auf der gleichnamigen Insel Kyushu in einer warm-gemäßigten Klimazone zwischen den Präfekturen Fukuoka und Nagasaki. Das Gebiet besitzt 821.879 Einwohner (Stand: 1. März 2018) und gehört zu den finanzschwächeren Orten des Landes.

Die Präfektur Saga existiert seit 1872. Im Jahr 1871 entstanden gleichnamige Präfekturen aus den Fürstentümern Saga, Hasunoike, Ogi, Kashima, Karatsu und Izuhara, die jedoch im gleichen Jahr ein Teil der Präfektur Imari wurden. Genau diese benannte man 1872 in Saga um. 1876 folgte die Eingliederung der Präfektur Saga in Mizuma. Noch im selben Jahr löste sich dieses wieder auf und so teilte man das Gebiet in Fukuoka und Nagasaki ein. Seit 1883 ist Saga wieder von Nagasaki getrennt und eine eigenständige Präfektur.

Großstädte und Sehenswürdigkeiten

Mit ihren 234.678 Einwohnern ist die Stadt Saga die bevölkerungsreichste Stadt der gleichnamigen Präfektur. Dort befindet sich ebenfalls der Sitz der Präfekturverwaltung. Das Gebiet um Saga ist seit mehreren Jahrhunderten besiedelt. Ende des 16. Jahrhunderts entstand die Burg Saga, die als Sitz des Landesherrn Nabeshima diente, um die sich eine Burgstadt entwickelte. Die Stadt Saga entstand im April 1889 durch das allmähliche Eingemeinden von angrenzenden Dörfern. Auf dieselbe Art und Weise kam es auch zur Gründung der Großstädte Imari (siehe Abb. unten), Kanzaki, Karatsu, Kashima, Ogi, Takeo, Taku, Tosu und Ureshin. Nicht nur die Ruinen der Burg Saga sind ein beliebtes Reiseziel, bekannt ist die Stadt auch für Heißluftballons. Jährlich zieht das Event Saga International Balloon Fiesta massig Besucher an.

Porzellan, Burgschlösser und Festlichkeiten

Im europäischen Raum ist die seit April 1954 existierende Stadt Imari, die sich im Landkreis Nishimatsuura befindet, für ihre Porzellanwaren bekannt. Diese stellte man im alten Imari in Arita her und verschiffte sie nach Europa, wo man das sogenannte Imari-Porzellan hoch zu schätzen lernte.

Wiederum gilt Karatsu mit seinen 119.928 Einwohnern und einer Fläche von circa 487 km seit Januar 2015 als flächengrößte Stadt der Präfektur Saga. Gegründet wurde die Stadt im Januar 1932. Besondere Sehenswürdigkeiten sind zum einen die Burg Karatsu und zum anderen der Hoto-Schrein. Dieser befindet sich auf der Insel Takashima und man sagt ihm nach, er bringe beim Lottospielen Glück. Des Weiteren ist Karatsu für sein Karatsu-Kunchi-Matsuri bekannt. Bei dem jährlich stattfindenden Fest (2. bis 4. November) werden traditionell Hikiyama (Flöße) durch die Straßen der Stadt getragen. Besucher begleiten den Marsch mit „Enya! Enya!“-Rufen.

Eindrücke aus der Stadt Imari:

Sechs Ausflugsmöglichkeiten der Präfektur Saga

Adresse:8-8-1 Higashijonai, Karatsu-shi, Saga-ken 847-0016

Die Burg Karatsu, auch „Tanzender-Kranich-Burg“ genannt, wurde von 1602-1608 von einem hohen Vasall namens Terazawa Hirotaka [*1] auf der Insel Mantō (43 m) gebaut. Während der Meiji-Zeit diente die Burg kurzzeitig als Schule, bis man sie schließlich abriss und das Material verkaufte. Im Jahr 1966 baute man zunächst den Burgturm wieder auf, danach folgten die Wachtürme, Wallanlagen und Gräben.

Burg Karatsu
Burg Karatsu (C) cc-by-sa-2.0 / MC MasterChef

Adresse: 1843-3 Takumachi, Taku-shi, Saga-ken 846-0031

In der Großstadt Taku befindet sich der Taku Seibyo – ein als wichtiges Kulturgut Japans geschützter Konfuzius-Tempel. Dabei handelt es sich um einen der ältesten erhaltenen konfuzianischen Tempel des Landes.

Konfuzius-Tempel, Taku Seibyō
Taku Seibyo (C) cc-by-sa-3.0 /STA3816

Adresse: 2 Chome-1 Jōnai, Saga-shi, Saga-ken 840-0041

offizielle Homepage 

Die Burg Saga hatte ihre Anfänge im Jahr 1595, wo Ryūzōji Masaie [*2] eine Burg namens Nakamura errichtete. Im Laufe der Zeit ging diese in Besitz anderer Personen und wurde weiter ausgebaut. Zu Beginn der Meiji-Zeit folgte der Abriss und das Zuschütten des Burggrabens. In den vergangenen Jahren rekonstruierte man die Residenz teilweise nach dem Original. Sie dient heutzutage als Präfekturmuseum zur Burg-Geschichte. Auf dem Gelände befinden sich neben dem Museum auch die Präfekturverwaltung, eine Schule und Sportanlagen, allerdings auch private Wohnanlagen.

Burg Saga
Burg Saga (C) cc-by-sa-3.0 /上条ジョー

Adresse: 1855 Furueda, Kashima-shi, Saga-ken 849-1321

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Der Yutoku Inari Schrein gehört zu den drei bekanntesten Inari-Schreinen. Jährlich wird er von über drei Millionen Menschen besucht. 1687 beauftragte Kazanin Manko-hime, die Frau von Lord Nabeshima Naotomo [*3], den Aufbau des Schreins. Dieser widmet sich der vom Kaiser verehrten Gottheit Inari Okami – Hüter von Essen, Kleidung und Obdach.

Yūtoku Inari Schrein
Yūtoku Inari Schrein (C) Underbar dk • CC BY-SA 4.0

Adresse: 1843, Tade, Yoshinogari-chō, Kanzaki-gun, Saga-ken 842-0035

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Yoshinogari site ist ein historischer Park, der Besucher in die Yayoi-Zeit [*4] Japans zurückversetzt. Ein nachgestelltes Dorf und diverse Ausstellungen veranschaulichen das damalige Leben der Menschen und deren Kultur.

Yoshinogari site
Yoshinogari site (C) Flamebroil at English Wikipedia • CC-BY-SA-3.0

Adresse: 716-1, Oaza, Shimonoko, Ureshino-cho, Ureshino-shi, Saga-ken

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Hizen Yume Kaido ist ein Vergnügungspark für jung und alt, der eine Stadt in Ureshino rekonstruiert, die die Atmosphäre der Edo-Zeit widerspiegelt. Besucher erfahren nicht nur mehr über das Leben eines Ninja, sondern können mittels Kostüme auch selber in die Rolle eines Ninja schlüpfen und beispielsweise Shurikens werfen.

HIZEN YUME KAIDO
Hizen Yume Kaido (C) 2018 Kyushu Tourism Promotion Organization [ Japan ]


Weitere Informationen zur Präfektur Saga:

Legende
[1] Terazawa Hirotaka war ein daimyō (Lord) von Karatsu aus der frühen Edo-Zeit.
[2] Ryūzōji Masaie war der Sohn von Ryūzōji Takanobu, ein daimyō, der während der Sengoku-Zeit über die Hinzen-Provinz herrschte.
[3] Nabeshima Naotomo war ein daimyō aus der späten Edo-Zeit, der über die Hasunoike Domain in der Provinz Hizen (heute die Saga-Präfektur) herrschte.
[4] Die Yayoi-Zeit ist eine Epoche Japans, die sich circa vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. erstreckte.

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