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Musik-Special: Shamisen – Traditionelle Japanische Instrumente (Teil 1)

Shamisen „三味線“ heißt übersetzt “Drei Saiten” und ist der Name eines lautenähnlichen, japanischen Instrumentes mit drei Saiten, welches vom chinesischen “Sanxian” abstammt. Für gewöhnlich spielt man es mit einem speziellen Plektrum, genannt “Bachi 撥 ”. Je nach Region kann man auch die Bezeichnungen “Jamisen” oder “Samisen” finden.

Allgemeiner Aufbau

Der Aufbau des Shamisen varriiert in der Gestalt und ist abhängig vom Verwendungszweck. Das Instrument, welches als Begleitung eines “Kambuki 歌舞伎”, eines klassischen japanischen Tanz-Dramas, eingesetzt wird, hat einen dünnen Hals. Wird die Shamisen zur Begleitung von Puppentheatern eingesetzt, findet man eher einen längeren, dickeren Hals, der die derbere Musik dieses Genres wiederspiegelt.

Die Shamisen ist ein Zupfinstrument, welches im Grundprinzip einer Gitarre oder einem Banjo ähnelt. Allerdings findet man am schmaleren Hals der Shamisen im Gegensatz zur Gitarre keine Bünde.

Der Klangkörper, genannt “dō 胴”, ist ein hohler Körper, der auf der Vorder- und Rückseite mit einer Haut bespannt ist, wodurch er Ähnlichkeiten mit einer Trommel aufweißt. Die verwendete Haut ist wiederum abhängig vom Genre und dem Fähigkeiten des Musikers. Anfänger-Shamisen sind meist mit Hundehaut oder Plastik bespannt, während die Shamisen von professionellen Musikern oft mit der teureren Katzenhaut versehen sind.

Der Hals oder auch “ sao 棹” besteht für gewöhnlich aus drei bis vier Teilen, die ineinander gesteckt werden. Dies hat den Vorteil, das Shamisen einfach auseinander genommen und verstaut werden können. An sich ist der Hals eine einfache Stange, die den trommel-artigen Bauch des Instrumentes kreuzt, an der Unterseide ein kleines Stück hervorsteht und den Saiten als Ankerpunkt dient. Die Wirbel, welche sich am Kopf, dem “Tenjin” befinden und auf welche die Saiten aufgezogen werden, sind lang, dünn und hexagonal. Ursprünglich wurden diese aus Elfenbein gefertigt. Heute bestehen sie meist aus Plastik oder Holz.

Shamisen © By Daderot - Own work, CC0, Link
Shamisen © By DaderotOwn work, CC0, Link via Wikimedia Commons

Die drei Saiten der Shamisen wurden traditionell aus Seide gefertigt. Heute nutzt man eher Nylon, da Seide schnell reißt. Deshalb werden diese auch nur von Profis verwendet. Sie werden zwischen den Wirbeln und dem Heck gespannt und am Ende des Halses, welches an der Unterseite hervorsteht, befestigt. Die Saiten werden werden zusätzlich von einer Art “Brücke” angehoben, welche direkt auf der Haut befestigt ist. Die tiefste Saite wird für gewöhnlich etwas tiefer gelegt, damit sie ein wenig summt und dadurch den charakteristischen Klang der Shamisen, auch “Sawari” genannt, erzeugt, welcher dem summen einer Sitar ähnelt.

Die Seite des dō, die nach oben zeigt, wenn die Shamisen auf dem Schoss des Musikers liegt, ist für gewöhnlich durch eine Beschichtung mit dem Namen “ dō kake” geschützt. Zusätzlich tragen die Musiker meist ein Stück Stoff and ihrer linken Hand, welches “yubikake” genannt wird. Dies erleichtert das auf und ab rutschen am Hals.

Sowohl die Shamisen als auch das Bachi variieren in Größe und Form. Dies ist abhängig vom Verwendungszweck. Shamisen werden nach Gattung und Größe unterschieden. Die drei Hauptgrößen heißen “Hosozao 細棹”, “Chuzao 中棹” und “Futozao 太棹”

Spielweise

Meistens wird die Shamisen mit einem Bachi angespielt. Der dabei entstehende klang ist mit dem eines amerikanischen Banjos zu vergleichen, da, ähnlich wie beim amerikanischen “Clawhammer Style”, gleichzeitig die Saiten und die darunter gespannte Haut mit dem Bachi gestriffen werden. In einigen Stilen wird die Shamisen aber auch mit den Fingern gezupft.

Stimmung

Die Stimmung der Shamisen ist erneut von der Gattung, aber auch von der Stimmlage und den Präferenzen des Künstlers abhängig. In ganz Japan gibt es Unmengen an verschiedenen Stimmungen und Tonalitäten. Die drei bekanntesten Stimmungen sind “honchoshi 本調子”, “ni agari 二上がり” und “san sagari 三下がり”.

“Honchoshi” bedeutet so viel wie “Grundstimmung”. Dieser Name kommt zustande, da man andere Stimmungen als von dieser abgeleitet betrachtet. Um diese Stimmung zu erreichen, werden die erste und dritte Saite auf den gleichen Ton, aber mit einer Oktave Unterschied gestimmt. Die mittlere Saite wird um eine Quarte höher gestimmt als die erste.

“Ni agari” bedeutet “erhöhte zweite” und bezieht sich auf die Stimmung der mittleren Saite. Diese hat nun nicht mehr eine Quarte, sondern eine Quinte Abstand zur ersten.

“San sagari” heißt übersetzt “abgesenkte dritte”. Bei dieser Stimmung wird die dritte Saite im Vergleich zum “honchoshi” um einen Ganztonschritt herunter gestimmt. Dies hat zur Folge, dass nun sowohl zwischen der ersten und zweiten, aber auch zwischen der zweiten und dritte Saite ein Abstand von einer Quarte herrscht.

Prinzipiell kann man die Shamisen in jeder Tonlage stimmen, solange diese Gepflogenheiten befolgt werden.

Geisha mit Shamisen © By OSU Special Collections & Archives : Commons - Geisha Girl Playing the SamisenUploaded by inkwina, No restrictions, Link
Geisha mit Shamisen © By OSU Special Collections & Archives : CommonsGeisha Girl Playing the SamisenUploaded by inkwina, No restrictions, Link

Highlights der Geschichte

Das japanische Shamisen stammt vom chinesischen Sanxian ab. Dieses Instrument erreichte Ryukyu (Okinawa) im 16. Jahrhundert, wo es als Vorlage für das dort verbreitete “Sanshin 三線” diente, welches als der direkte Vorfahre des Shamisen gedeutet werden kann. Man geht davon aus, dass das Sanxian zuerst in der Hafenstadt Sakai in der Nähe von Osaka auftauchte.

Das Shamisen wird sowohl als Soloinstrument, in einer Gruppe mit anderen Shamisen, mit einem Ensemble anderer Instrumente, als Begleitung eines Sängers oder in Begleitung eines Theaterstücks, insbesondere “Kabuki” und “Bunraku”, gespielt.

Der bekannteste “erzählende” Stil ist “gidayu”, benannt nach Takemoto Gigayu(1651–1714), welcher einen großen Beitrag zum Bunraku-Puppentheater in Osaka beisteuerte. Hierbei muss der Künstler sowohl die Rollen des Theaters sprechen, als auch die Kommentare zu den Handlungen im Stück singen. Da dieser Prozess sehr anstrengend ist, findet für gewöhnlich nach der Hälfte des Stücks ein Besetzungswechsel statt. Ab dem 19. Jahrhundert führten insbesondere weibliche Künstler, auch bekannt als “onna-jorun” oder “onna gidayu” diese Tradition fort.

Im frühen 20. Jahrhundert arbeiteten sowohl blinde als auch sehende Musiker wie zum Beispiel Takahashi Chikuzan und Kida Rinshoei zusammen und entwickelten einen neuen Stil, welcher traditionelle Volksliedern und Improvisationen mit auffälligen Fingerarbeiten kombiniert. Dieser Stil wurde unter dem Namen “Tsugaru-jamisen” bekannt und ist in ganz Japan beliebt.

Shamisenherstellung © By Wolcott, Katherine - http://cdi.uvm.edu/collections/getCollection.xql?pid=japanesetourist&rows=1&start=77, Public Domain, Link
Shamisenherstellung © By Wolcott, Katherine – http://cdi.uvm.edu/collections/getCollection.xql?pid=japanesetourist&rows=1&start=77, Public Domain, Link

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