Tipps und Hinweise für die erste Japanreise

Wann ist die beste Reisezeit für einen Trip nach Japan, was brauche ich für eine Japanreise und was sollte ich wissen, bevor ich ins Land der aufgehenden Sonne reise? Lest hier unsere wichtigsten Tipps und Hinweise im Überblick.

Japan ist eine Welt für sich. Hier treffen futuristische Städte auf uralte Tempelanlagen, unberührte Natur auf technologische Innovation, Geishas in Kimonos auf Geschäftsmänner mit schicken Anzügen und traditionelle Holzhäuser auf in Neonlicht getauchte Hochhausschluchten. Nirgendwo sonst ist die Koexistenz von Tradition und Moderne so sichtbar wie im Land der aufgehenden Sonne. Einst ein eher exotisches Reiseziel (zu hoch die Kosten, zu groß die kulturellen und sprachlichen Unterschiede), ist Japan heute so beliebt wie nie zuvor. Knapp 29 Millionen Menschen reisten 2017 nach Japan – das sind knapp 20% mehr als im Vorjahr und etwa 4-mal so viele Besucher wie noch 2011. 2020 werden hier die Olympischen Spiele stattfinden und das Land tut derzeit alles dafür, es den Touristen in Japan so angenehm wie möglich zu machen und den Tourismus weiter anzukurbeln.

Mit ein wenig Vorbereitung und der Lust sich auf etwas Neues einzulassen, kann eine Reise nach Japan zu einem einzigartigen Ereignis werden, das man für den Rest seines Lebens in positiver Erinnerung behalten wird. Auch komplizierte Umgangsformen und sprachliche Barrieren sollten einen nicht verunsichern, denn:
1. haben die Japaner Verständnis dafür, dass ausländische Reisende nicht mit den japanischen Gepflogenheiten vertraut sein dürften und sind hier sehr nachsichtig und
2. tut die Regierung gerade alles, um die touristische Infrastruktur weiter auszubauen und zum Beispiel Schilder zu internationalisieren. Sogar die japanischen High-Tech-Toiletten werden noch vor 2020 mit Piktogrammen versehen, die dann jeder verstehen kann.

Für eure erste Reise nach Japan haben wir euch ein paar wichtige Kompakt-Infos im Überblick zusammengestellt.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Trip nach Japan?

Herbst in Japan
Herbst und Frühling: Die Hauptreisezeiten in Japan © Naomi Dillenséger

Tropische Inseln mit Korallenriffen, schneebedeckte Landschaften und üppige Wälder. Nur wenige Länder bieten so viele verschiedene Klimazonen wie Japan. Die südlichen Inseln rund um Okinawa haben ein subtropisches Klima, während man auf Hokkaido, Japans nördlichster Insel, mit Kälte und Schneemassen rechnen muss.

Die meisten Reisenden besuchen die Hauptinsel Honshu, wo ein gemäßigtes Klima herrscht. Im Sommer kann es hier sehr heiß und feucht werden und die Winter sind in der Regel nur ein paar Grad wärmer als bei uns. Das schönste Wetter herrscht im Frühling und im Herbst (April, Mai, Oktober und November). Im Gegensatz zum feucht-schwülen Sommer sind die Temperaturen angenehm und es fällt weniger Regen.

Weil sich die Landschaften Japans im Herbst in ein buntes Farbenmeer verwandeln (Koyo) und im Frühling die Kirschbäume blühen, sind zu dieser Zeit nicht nur die meisten Touristen im Land, sondern auch viele Japaner unterwegs. Oft muss man sich darauf einstellen, dass Hotelpreise steigen und die Sehenswürdigkeiten überlaufen sind.

Unbedingt vermeiden sollte man die sogenannte Golden Week, die in der Regel in den Zeitraum vom 29. April und 5. Mai fällt. In dieser Zeit haben die Japaner vier Feiertage, was die meisten zum Umherreisen animiert. Hotels, Flüge und Züge sind während der Golden Week häufig ausgebucht oder unverhältnismäßig teuer, weswegen dieser Zeitraum lieber gemieden werden sollte. Auch zum Obon-Fest (10.-15. August), zu Neujahr (29. Dezember bis 03. Januar) und zur Silver Week (18. bis 23. September) ist mit ähnlichen Umständen zu rechnen.

Wie teuer ist ein Flug nach Japan?

Tipps für die Japanreise
ANA – All Nippon Airways | Flickr: Christian Junker | Photography (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Kosten für das Reisen in Japan sind in etwa mit Reisen in Europa zu vergleichen. Japan ist kein günstiges Reiseziel, ganz im Gegenteil: Für eine Reise nach Japan muss man in der Regel etwas tiefer in die Tasche greifen. Das beginnt schon beim Flug. Auch wenn Reiseanbieter wie Urlaubsguru manchmal ultragünstige Flüge nach Japan anbieten (300-400 Euro), kostet ein Flug nach Japan in der Regel um die 600-700 Euro, je nach Fluggesellschaft, Buchungsdatum, Strecke und Angebot.

Direktflüge nach Japan bieten All Nippon Airways (ANA) und Lufthansa an. Diese fliegen von Düsseldorf, München und Frankfurt aus nach Tokyo und vereinzelt auch nach Osaka. Die Flugzeit nach Japan beträgt etwa 12 Stunden, wobei Direktflüge in der Regel teurer sind als eine Verbindung mit Zwischenstopp.

Günstige Verbindungen gibt es häufig mit Turkish Airlines über Istanbul, mit Emirates über Dubai oder mit Finnair über Helsinki. Für die optimale Verbindung sollte man Flug-Suchmaschinen wie zum Beispiel Skyscanner nutzen.

Was muss man einpacken?

Tipps und Hinweise für die Reise nach Japan
Wie packe ich meinen Koffer und was muss ich mitnehmen? | Flickr: Tokyoform (CC BY-NC-ND 2.0)

Japan ist nicht nur ein abwechslungsreiches Reiseziel, sondern auch eine der fortschrittlichsten Industrienationen der Welt. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt und wer etwas vergessen haben sollte, der wird es in Japan vor Ort kaufen können. Um allerdings unnötige Einkaufstouren zu vermeiden und Geld zu sparen, empfiehlt es sich, folgende Items in den Reisekoffer einzupacken.

Stromadapter: Die Stromspannung in Japan beträgt 110 Volt, daher sollte man vor der Reise einen Universaladapter oder einen extra Stecker für Japan einpacken. Zwar gibt es die auch vor Ort zu kaufen, aber wer möchte schon seine ersten Stunden in Japan damit verbringen, einen Elektroladen aufzusuchen und dem Personal mit Händen und Füßen zu erklären, was für einen Adapter man braucht?

Kosmetikprodukte: Praktisch ist es, möglichst alle Kosmetik- und Drogerieprodukte gleich mitzubringen, denn in Japan gibt es zwar nahezu alles, doch ein Besuch einer japanischen Drogerie gleicht einem Gang ins Labyrinth. Die Beschriftungen sind zumeist überwiegend auf Japanisch und das Personal nicht immer der englischen Sprache mächtig.

Medikamente: Das gilt auch für Medikamente. Da Packungen und Gebrauchsanleitungen meist ausschließlich auf Japanisch sind, kann ein kleiner Vorrat an mitgebrachten Medikamenten nicht schaden.

Japan Rail Pass: Den Japan Rail Pass kann man seit März 2017 auch direkt in Japan kaufen, ein Kauf im eigenen Land ist jedoch weiterhin günstiger und für viele Reisende sehr empfehlenswert. Mit dem Rail Pass können Touristen für einen Festpreis innerhalb von 7, 14 oder 21 Tagen nahezu alle Züge der staatlichen Bahngesellschaft JR nutzen und damit kostenfrei durch das Land reisen – Shinkansen und kostenlose Sitzreservierung inklusive. Wer also mehrere längere Fahrten tätigen möchte, für den lohnt sich ein Kauf.

Geschenke: Wer nach Japan reist, der sollte in jedem Fall ein paar Geschenke mitbringen, denn Geschenke gehören in Japan zum guten Ton. Besonders freuen sich Japaner über landestypische Geschenke aus der Heimat, die es in Japan nicht zu kaufen gibt. Beliebt sind beispielsweise deutsches Kunsthandwerk, ausgefallene Haribo-Sorten, Weißwein, Bier, Stollen, Kekse, Schwarzbrot, aber auch Drogerieprodukte wie Badesalze, Kosmetik oder Hautcremes.

Einreisebestimmungen nach Japan

Tipps und Hinweise für die Reise nach Japan
Entry to Japan | Flickr: Dcgreer (CC BY-NC-ND 2.0)

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige brauchen für eine Reise nach Japan lediglich einen gültigen Reisepass und kein Visum. Als Tourist bekommt man bei der Einreise einen Stempel, mit dem man 90 Tage im Land bleiben darf. Wem das nicht reicht, der kann die Aufenthaltsdauer vor Ort sogar noch einmal um 90 Tage verlängern.

Im Flugzeug muss man ein kleines Formular ausfüllen und später bei der Passkontrolle abgeben. Dort muss man unter anderem seine Adresse in Japan eintragen. Hier reicht die Anschrift der ersten Unterkunft.

Fragen und detaillierte Informationen zu Einreisebestimmungen und eventuellen Änderungen sollte man an das Auswärtige Amt oder an die jeweilige Botschaft von Japan richten.

Versicherungen

Tipps und Hinweise für die Japanreise
Ohne Auslandsversicherung kann ein Besuch beim Arzt in Japan sehr teuer werden | Flickr: Arjan Richter (CC BY 2.0)

Die Kosten für eine ärztliche Behandlung in Japan werden in der Regel nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen, daher ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung oder eines Zusatzpaketes bei der eigenen Versicherung empfehlenswert.

Hotels & Unterkünfte

Tipps und Hinweise für die Japanreise
Nicht immer preiswert, aber ein wunderbarer Ort, um in die japanische Kultur einzutauchen: Eine traditionelle japanische Herberge Ryokan | Flickr: GruenesMonster72 (CC BY 2.0)

Die Preise von Hotels in Japan bewegen sich im Rahmen jener in europäischen Großstädten, allerdings bietet das Land eine ungeahnte Bandbreite an anderen Unterkünften, von Kapsel-Hotels über Internetcafés, bis hin zu traditionellen japanischen Herbergen namens Ryokan. Ein durchschnittliches Hotel in guter Lage kostet in der Regel zwischen 50-150 Euro pro Nacht, im Hostel liegen die Preise bei etwa 30 Euro. Wer Geld sparen möchte, der kann auch über AirBNB eine Wohnung mieten (ab rund 20 Euro pro Nacht), ein paar Tage im Internet-Café unterkommen oder ein Kapsel-Hotel buchen, wobei dies traditionellerweise nur Männern vorbehalten ist. Wer kein Geld für Unterkünfte ausgeben möchte, der findet auch kostenfreie Unterkünfte via Couch-Surfing.

Gerade in den Hauptreisezeiten Frühling und Herbst empfiehlt es sich, schon vor der Reise eine Unterkunft zu buchen, da viele Hotels und Unterkünfte ausgebucht sein könnten. Zur Suche empfehlen sich gängige Suchportale wie Booking.com oder Agoda.

Öffentliche Verkehrsmittel

Tipps für die Japanreise
Japans Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen © Naomi Dillenséger

Es gibt nur wenige Länder, in denen das Netz öffentlicher Verkehrsmittel so gut ausgebaut ist wie in Japan. Besonders in großen Städten wie Tokyo und Yokohama gibt es ein hervorragend ausgebautes Bahn- und Busnetz. Es ist empfehlenswert, sich zu Reisebeginn eine sogenannten IC-Prepaidkarte (Pasmo oder Suica) am Automaten zu kaufen. Die anonyme Karte ermöglicht ticketlose Fahrten und kann an allen Bahnhöfen wiederaufgeladen werden. Die Suica Card gilt für U-Bahnen, Busse und Züge im Großraum Tokyo, kann aber auch in anderen Regionen verwendet werden.

Zug- und Bahnfahren in Japan ist nicht preiswert und wird mit Flug und Unterkünften einen Großteil der Reisekosten ausmachen. Strecken mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen sind in Regel mit Preisen für den ICE zu vergleichen, weshalb sich die Anschaffung eines Japan Railway Pass lohnt, wenn man gleich mehrere längere Touren plant. Eine günstige Alternative zum Shinkansen sind Nachtbusse, die in der Regel zwischen allen japanischen Großstädten verkehren und weitaus weniger kosten (ab circa 30-40 Euro pro Fahrt).

Geld und Bezahlen in Japan

Tipps für die Japanreise
ATM | Flickr: Tasayu Tasnapun (CC BY-NC-ND 2.0)

In Japan wird noch überwiegend mit Bargeld bezahlt, weswegen nicht alle Restaurants und Geschäfte Kartenzahlungen akzeptieren. Auch Geldabheben funktioniert nicht an allen japanischen Automaten. Wer kostenfrei oder günstig Geld abheben möchte, der sollte die Geldautomaten der Japanischen Bank, der CitiBank oder die Automaten der Convenience-Store Kette Seven Eleven aufsuchen.

Internet in Japan

Tipps für die Japanreise
Internet in Japan – Die Optionen im Überblick | Fllickr: Danny Choo (CC BY-SA 2.0)

Das mobile Internet ist für Reisende wo wichtig wie nie zuvor und auch auf diesem Sektor ist man bemüht, den Ansprüchen der vielen Touristen nachzukommen. Einen öffentlichen Zugang zum Internet gibt es mittlerweile an jeder Ecke, ob im Flughafen, in Cafés und Einkaufszentren, an Bahnhöfen oder neuerdings sogar auch im Shinkansen Hochgeschwindigkeitszug. Für viele Reisende ist das allerdings mit Zeitverzögerungen verbunden, da man sich jedes Mal neu einloggen muss. Alternativen bieten die Reise-SIM-Karten, für die man aber ein „Sim-free“-Gerät braucht. Günstige Anbieter sind hier zum Beispiel Mobal Japan, Ninja SIM oder B-Mobile. Auch möglich ist das Ausleihen eines sogenannten „Pocket Wi-Fi“, also tragbaren Mini-Routern, mit denen man uneingeschränkt im Internet surfen kann und in dessen Netz sich gleich mehrere Personen in einer Reisegruppe einloggen können. Pocket-Wi-Fi-Geräte und SIM-Karten kann man bequem am Flughafen ausleihen oder direkt im Internet bestellen.

Sicherheit in Japan

Tipps für die Japanreise
In Japan gibt es an allen Ecken die sogenannten Kōban, kleine Polizeihäuschen, die rund um die Uhr besetzt sind | Flickr: Douglas Sprott (CC BY-NC 2.0)

In kaum einem anderen Land wird so wenig gemordet, geraubt und gestohlen wie im Land der aufgehenden Sonne, weswegen Japan ein sicheres Reiseziel darstellt und auch alleine bereist werden kann. Zwar gibt es hier die einflussreichen Verbrecherorganisationen Yakuza, doch diese operieren in der Regel nur unter sich und haben mit der Normalbevölkerung nicht viel zu tun – mit Touristen schon gar nicht. Eine viel realere Gefahr stellen die zahlreichen Naturkatastrophen dar, denen Japan in regelmäßigen Abständen zum Opfer fällt. Da Japan zu den erdbebenreichsten Ländern der Welt gehört, bebt hier regelmäßig die Erde, was auch folgenschwere Tsunamis verursachen kann. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben gibt es in allen Touristenzentren oder in den sogenannten Erdbebensimulationszentren, die die Japaner von kleinauf darin trainieren, wie man auf Erdbeben zu reagieren hat. Im Herbst wird das Land zusätzlich von Taifunen heimgesucht, die starke Winde, Überschwemmungen und Erdrutsche mit sich bringen können.

Sprache und Verständigung

Tipps für die Japanreise
Häufig etwas holprig übersetzt, aber immer zahlreicher: englische Menüs in japanischen Restaurants | Flickr: Jean-Francois Chénier (CC BY-NC 2.0)

Es ist wahr, dass Japaner nicht unbedingt die Meister der englischen Sprache sind, aber das ist noch lange kein Grund zur Entmutigung. Die meisten Schilder an Bahnhöfen und touristisch relevanten Punkten sind bereits mit der englischen Sprache versehen und die Regierung arbeitet mit Hochtouren daran, die Infrastruktur des Landes dahingehend zu internationalisieren, dass Besucher bequem und ohne Verständigungsschwierigkeiten umherreisen können. Auch wenn nicht alle Japaner Englisch sprechen, sind sie zumeist hilfsbereit und ziehen gerne jemanden zu Rat, wenn die sprachliche Verständigung nicht so gut funktioniert. Auch die Gastro-Industrie hat auf den Touristenboom der letzten Jahre reagiert und zahlreiche Restaurants bieten mittlerweile eine – meist etwas holprig übersetzte – englische Menükarte an. Wenn ihr mehr über japanische Etikette und Besonderheiten erfahren möchtet, dann empfehlen wir euch unsere Beiträge zu den Themen Restaurantbesuch in Japan oder auch unseren Artikel zur japanischen Badekultur.

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