Tokyo Guide | Harajuku | Epizentrum der Subkulturen

Im vierten Teil unserer Stadtteilreihe ‚Tokyo Guide‚ widmen wir uns Harajuku, dem Mekka für Streetfashion in Tokyo. Was darf man hier nicht verpassen, wo kann man am Besten shoppen und was sind die Top-10 Attraktionen in Harajuku?

Der zwischen Shinjuku und Shibuya gelegene Stadtteil Harajuku (原宿) ist die Geburtsstätte japanischer Modetrends. Hier probiert sich Tokyos Jugend aus, Modemagazine schießen in Harajuku ihre weltberühmten Tokyo Streetfashion-Bilder und an jeder Ecke locken zahlreiche Boutiquen und Vintage-Stores Tausende Besucher an.

Auffallen gehört in Harajuku zum guten Ton

Im Gegensatz zum benachbarten Shibuya ist die Mode in Harajuku etwas unabhängiger, vielfältiger und vor allem ausgefallener. In Harajuku mischen sich zahlreiche Stilrichtungen: von Punk und Gothic über Hip Hop und Visual Kei bis hin zu Lolita-Stil und Cosplay. Mit seinen zahlreichen Modeboutiquen und Secondhandgeschäften ist Harajuku eine wahre Pilgerstätte für japanische Teenager, die sich hier mit schrillen Kostümen, Idol-Fanartikeln, Souvenirs und preisgünstiger Mode eindecken können.

Tokyo Guide - Top-10-Tipps - Harajuku, Japan
Harajuku, Tokyo, Japan | Flickr © Wally Gobetz (CC BY-NC-ND 2.0)

Besonders am Wochenende säumen Tausende aufwendig gestylte Cosplayer, angehende Gruftis, Rockabillys, Gothic Lolitas und High-School-Schüler mit umgekrempelten Röcken die engen Gassen der Takeshita-Dori, dem Wahrzeichen des Stadtteils. Auffallen gehört in Harajuku zum guten Ton und nirgendwo sonst in Tokyo kann man modische Grenzen so gut überschreiten wie hier.

Tokyo Guide Harajuku
Takeshita-Dori in Harajuku, Japan | Flickr © Zooka Yung (CC BY-NC-ND 2.0)

Harajuku – Zwischen Streetfashion, Cosplay und Haute Couture

Harajuku ist allerdings nicht nur für Teenager ein Shopping-Paradies. Die schräg rechts vom Bahnhof gelegene Straße Omotesando wird auch häufig als der Tokyoter Champs-Elysée bezeichnet und macht ihrem Namen alle Ehre: Hier reihen sich Boutiquen namhafter Designer, kleine Concept-Stores, moderne Einkaufspaläste, Souvenirshops und architektonisch kunstvolle internationale Modehäuser aneinander. Dieses kosmopolitische Flair erstreckt sich bis ins nahegelegene Nobelviertel Aoyama.

Tokyo Guide Harajuku
Tokyo Guide – Meiji-Dori in Harajuku, Japan | Flickr © Moshen Chan (CC BY-NC 2.0)

Auch die japanische HipHop-Kultur ist in Harajuku zuhause. Im unweit der Takeshita-Dori gelegenen Viertel Harajuku-Urahara (Backstreet Harajuku) geht es etwas entspannter zu und die labyrinthartig angelegten Straßen werden von kleinen Select-Shops, Cafés, Sneakerstores, Plattenläden und Vintage-Spots gesäumt. Hier findet man in der Regel die neusten Sneakerreleases, exklusive Designerstücke und Kreationen aufstrebender japanischer Designer.

Harajuku hat auch eine endlose Vielfalt an Restaurants, Cafés und Bars zu bieten. Hier findet man Gerichte und Auslagen, die von günstig über sündhaft teuer, und von distinguiert bis verrückt mehr abdecken als man sich vorstellen kann: Harajuku-Crepes, Kebab, amerikanische Fastfood-Ketten, ausgefallene Eiscreme-Kreationen, Bubble Tea und zahlreiche japanische Köstlichkeiten.

Tokyo Guide Harajuku
Tokyo Guide – Harajuku, Japan | Flickr © Antonio Rubio (CC BY 2.0)

Wer sich nach all den zahlreichen Eindrücken, den Menschenmassen und den vielen Geräuschen nach etwas Ruhe sehnt, dem sei geraten, den direkt am Bahnhof gelegenen Yoyogi-Park zu besuchen. Hier gibt es unzählige Grünflächen, schattenspendende Bäume und den benachbarten Meiji-Schrein, den beliebtesten Shinto-Schrein Tokyos.

Das dürft ihr in Harajuku nicht verpassen! Unsere Top-10-Tipps

 

1. Takeshita-dōri (<span lang="ja">竹下通り</span>)

Tokyo Guide - Die Takeshita-dori in Harajuku, Japan
Takeshita-dōri in Harajuku, Tokyo) | Flickr © Syarifah Riefandania (CC BY 2.0)

Die ca. 400 Meter lange Takeshita-Dori ist das Herz und Wahrzeichen von Harajuku. Besonders am Wochenende säumen Tausende Jugendliche die engen Straßen der ‚Geburtsstätte japanischer Modetrends‘. Die Takeshita-Dori bietet besonders jungen Mengen alles, was das Herz begehrt: Boutiquen, Shops, Cafés, Bars, Fastfood und preisgünstige Restaurants.

2. <span class="st">Omotesandō (<span lang="ja">表参道</span>)</span>

Tokyo Guide - Top-10-Tipps - Harajuku, Japan
Tokyo Guide – Omotesando Boulevard in Harajuku, Japan | Flickr © Zooka Yung (CC BY-NC-ND 2.0)

Auf dem Prachtboulevard Omotesando reihen sich internationale Modehäuser, teure Designer, Restaurants und Cafés aneinander. Dank des breiten Gehwegs und der vielen Alleebäume, die im schwül-heißen Sommer Schatten spenden, ist dies eine bevorzugte Einkaufsmeile bei Japanern und Touristen. Hier ist Tokyo kosmopolitisch und entspannt. Die ca. 1 Kilometer lange Flaniermeile erinnert ein bisschen an den Pariser Champs-Elysée und trägt daher auch eben diesen Beinamen. Im Gegensatz zur jugendlichen Takeshita-Dori zieht der Omotosando-Boulevard in der Regel ein etwas älteres und wohlhabenderes Publikum an.

3. Meiji-Jingū Schrein (明治神宮)

Sehenswürdigkeiten in Tokyo - Meiji Schrein
Meiji-Jingu-Schrein in Harajuku, Japan © Naomi Dillenséger

Der von einem dichten Wald umgebene Meiji-Schrein liegt im Herzen Harajukus und ist nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt. Das Heiligtum, das auch als Oase inmitten der hektischen Megametropole Tokyo bekannt ist, gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und zieht besonders zum traditionellen Neujahrsfest Millionen Besucher an. Über 100.000 Bäume spenden den Besuchern Schatten und wenn man das Schreingelände durch das beeindruckende Torii am Eingang betritt, dann ebbt der Lärm der pulsierenden Stadt Schritt für Schritt ab, bis er schließlich vollkommen verstummt. Ein idealer Ort, um sich von den zahlreichen Eindrücken und Menschenmassen zu erholen und ein bisschen Energie zu tanken. (Mehr Infos zum Meiji-Jingu in unserem Beitrag Tokyo Guide | Meiji-Schrein)

4. Yoyogi-Park (<span lang="ja">代々木公園</span>)

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Tokyo Guide – Yoyogi-Park in Harajuku, Japan | Flickr © Risa Ikeda (CC BY-NC-ND 2.0)

Der Wald rund um den bedeutendsten Schrein Tokyos geht im Süden nahtlos in den Yoyogi-Park über. Hier wurden 1964 die Olympischen Spiele ausgetragen. Der von Grünflächen, einem See und kleinen Waldflächen gesäumte Yoyogi-Park ist die größte öffentliche Parkanlage in Tokyo und gilt bei Einheimischen als beliebtes Naherholungsgebiet. Hier tummeln sich besonders am Wochenende Tausende Spaziergänger und Jogger. Musiker und Akrobaten nutzen die weitläufigen Grünflächen als Ort zum gemeinsamen Training und am Parkeingang sieht man zahlreiche Cosplayer und alternde Rockabillys, die in ihren aufwendigen Kostümen posieren oder ihre Tanzkunst unter Beweis stellen. In den Sommermonaten werden gegenüber vom Park internationale Feste mit Live-Bands und zahlreichen Essenständen veranstaltet.

5. Ura-Harajuku (<span lang="ja">裏原宿</span>)

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Tokyo Guide – Ura-Hara in Harajuku, Japan | Flickr © Dennis Amith (CC BY-NC 2.0)

In Ura-Hara oder Ura-Harajuku ist die Indie- und HipHop-Kultur zuhause. Hier gibt es jede Menge Select-Shops, Plattenläden, entspannte Cafés, exklusive Vintage-Stores und kleine Ausstellungsbereiche für aufstrebende japanische Designer und Künstler. Wer auf der Suche nach den neusten Street-Styles ist, der wird in Uraharajuku garantiert fündig, denn hier findet man u.a. Supreme, Stussy, Carhartt, A Bathing Ape, Undercover, Kicks Lab, Chapter etc.

6. Cat Street

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Tokyo Guide – Cat Street in Harajuku, Japan | Flickr © Dick Thomas Johnson (CC BY-NC-ND 2.0)

Die von der Omotesando abgehende Cat Street ist eine nur für Fußgänger zugängliche Shopping-Straße, in der es weniger hektisch zugeht als auf der überlaufenen Takeshita-Dori. Hier gibt es viele kleine Boutiquen einheimischer Modemacher, teure Kosmetikgeschäfte und eine endlose Vielfalt an Restaurants und kleinen Cafés mit europäischem Flair.

7. LaForet

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Tokyo Guide – LaForet in Harajuku, Japan | Flickr © Takashi Kobayashi (CC BY-NC-ND 2.0)

Das auf der Kreuzung Omotesando – Meiji Dori gelegene Kaufhaus LaForet ist ein beliebter Treffpunkt für junge, modebewusste Japaner: Hier findet man auf insgesamt 6 Etagen über 140 kleine Boutiquen etablierter, aber auch aufstrebender heimischer Modelabels (Zielpublikum: überwiegend weiblich). In der 6. Etage ist eine kleine Galerie angesiedelt die sich monatlich wechselnden Ausstellungen zum Thema zeitgenössischer Kunst und Mode verschrieben hat.

8. Tokyo Plaza Omotesando Harajuku

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Tokyo Guide – ‚Tokyu Plaza Omotesando Harajuku‘ in Harajuku, Japan | Flickr © Phil Whitehouse (CC BY-NC-ND 2.0)

Auf der gegenüberliegenden Seite vom LaForet-Kaufhaus findet man den im Jahr 2012 eröffneten Mode-Tempel Tokyu Plaza aka Omo-Hara mit seinem berühmten verspiegelten Kaleidoskop-Eingang, einer weitläufigen Dachterrasse und unzähligen Retail-Stores.

9. Oriental Bazaar

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Tokyo Guide – Oriental Bazaar in Harajuku, Japan | Flickr © Wally Gobetz (CC BY-NC-ND 2.0)

Der mit seiner Fassade der traditionell japanischen Architektur nachempfundene Oriental Bazaar gehört zu den größten und berühmtesten Souvenir-Shops Tokyos. Besonders ausländische Besucher strömen in Massen hierher, um sich mit typisch japanischen Souvenirs wie Kimonos, Puppen, Samurai-Schwertern, Lampen und Schreibwaren einzudecken.

10. Harajuku <span class="st">Crêpes</span>

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Tokyo Guide – Crepes in Harajuku, Japan Flickr © Tasayu Tasnaphun (CC BY-NC-ND 2.0)

Eine typische Harajuku-Spezialität sind die an jeder Ecke erhältlichen Harajuku-Crepes, die ihrer Form nach einer Eistüte ähneln. Die mit Sahne, frischen Früchten, Eiscreme, verschiedenen Saucen und Kuchenstücken garnierten Crêpes sind besonders bei jungen Leuten sehr beliebt und eignen sich wunderbar für einen kleinen Snack zwischendurch.

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