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Vulkane in Japan – Bedrohung und Segen zugleich

Japan ist eine der seismisch aktivsten Regionen der Erde. Erdbeben sind hier an der Tagesordnung und das Land hat über 100 aktive Vulkane, deren Ausbrüche sich in den letzten Jahren häufen.

Es ist erst wenige Tage her, dass in Japan erneut ein Vulkan ausbrach. Dieses Mal war es der Shinmoe-Vulkan im Südwesten des Landes. Zwar gab es keine Toten und Verletzten, doch der Shinmoe spuckte tagelang kilometerhohe Aschewolken und Rauch, was die Bewohner der näheren Umgebung in Sorge versetzte. Schnell wurden Erinnerungen an die verheerende Vulkankatastrophe im Jahr 2014 wach, als der Vulkanausbruch des Ontake 63 Menschenleben forderte.

Das Bewusstsein, dass Erdbeben, Tsunamis, Taifune und Vulkanausbrüche allgegenwärtig sind, hat die Japaner über Jahrtausende geprägt. Man hat gelernt, mit der Gefahr zu leben und verschiedene Instrumente und Methoden entwickelt, um sich dagegen zu wappnen. Es gibt Frühwarnsysteme, erdbebensichere Bauten, Evakuierungspläne, Schutzbunker, Notfall-Rucksäcke und Erdbeben-Simulationszentren, in denen die Menschen von kleinauf lernen, wie sie sich in Notsituationen zu verhalten haben.

Kaum ein Land ist so gut auf Naturkatastrophen vorbereitet und doch – nicht zuletzt wegen der verheerenden Dreifach-Katastrophe von 2011 – lebt man in ständiger Sorge, denn Erdbeben und besonders Vulkanausbrüche können die Menschen ganz unerwartet treffen.

Vulkane in Japan
Der Krater des Aso (jap. 阿蘇山, Aso-san) in der Kumamoto Präfektur, Japan | Flickr: Alex Pierre (CC BY-NC-ND 2.0)

So geschah es zuletzt vor wenigen Wochen in Tokyos Nachbarpräfektur Gunma, wo am 23. Januar der Moto-Shirane ausbrach. Die Eruption geschah völlig unerwartet und überforderte die lokalen Behörden. Riesige Felsbrocken trafen dabei eine Seilbahngondel, eine Person wurde erschlagen. In der japanischen Presse hieß es, dass offenbar zu wenig Vorsorge betrieben wurde und dass es Defizite in der Beobachtung von vulkanischen Aktivitäten gäbe. Zwar sind Lokalregierungen und Tourismusbehörden dazu verpflichtet, Evakuierungspläne vorzubereiten, laut der Asahi Shimbun hätten aber nur knapp über ein Drittel der Gemeinden entsprechende Maßnahmen getroffen.

Japans Vulkan-Warnsystem

Von Japans 110 aktiven Vulkanen werden 47 rund um die Uhr überwacht. Dabei misst das System für mögliche Ausbrüche insgesamt 5 Warnstufen:

Level 1: Zunehmende Aktivität wird gemessen
Level 2: Nicht dem Krater nähern
Level 3: Nicht dem Vulkan nähern
Level 4: Zur Evakuierung vorbereiten
Level 5: Unverzüglich evakuieren

Kürzlich haben japanische Wissenschaftler in einer Studie darauf hingewiesen, dass dem Land eine Supereruption bevorstehen könnte. Der Grund: Der nur wenige Kilometer vor Kyushu gelegene Kikai-Krater, ein unter der Meeresoberfläche gelegener Supervulkan, hat in einer Kuppel direkt neben dem Krater große Mengen an heißer Magma angesammelt. Vor über 7000 Jahren fand eine solche Supereruption zuletzt statt. Damals zerstörte sie die gesamte Südinsel des japanischen Archipels. Zwar könnte dies verheerende Folgen für Japan haben, doch die Wissenschaftler errechneten nur eine einprozentige Chance, dass es in den kommenden 100 Jahren zu einer solchen Katastrophe kommt.

Vulkane in Japan
Mit über 3.700 Metern Höhe ist der Fuji(san) der höchste Berg Japans | Flickr: Shin Kawamura (CC BY 2.0)

Auch der heilige Fuji ist ein aktiver Vulkan

Viel mehr fürchten die Japaner einen Ausbruch des heiligen Fuji. Der Vulkan ist nicht nur das Sinnbild der Schönheit Japans, er wird auch als Sitz der Götter verehrt und ist Schauplatz zahlreicher Legenden. Es gibt kaum ein Fotomotiv Japans, auf dem der majestätische Vulkan mit der schneebedeckten Kuppe nicht zu sehen ist. Nur ungern denken die Japaner darüber nach, dass es sich beim Fujiyama, wie man den Vulkan hierzulande nennt, um einen aktiven Vulkan handelt.

Ein Ausbruch hätte verheerende Folgen für Tokyo-Yokohama, die größte Metropolregion der Welt. Knapp 38 Millionen Menschen leben hier. Zwar ist Tokyo rund 100 Kilometer vom Fuji entfernt, doch beim letzten Ausbruch vor rund 300 Jahren regnete es zwei Wochen lang Asche auf Tokyo. Ein erneuter Ausbruch könnte Flughäfen, Bahnhöfe und einen großen Teil der Infrastruktur lahm legen und finanzielle Schäden in Milliardenhöhe verursachen.

Weil die Japaner den Fuji(san) nahezu ehrfürchtig lieben, sorgen sie sich vor einem Ausbruch, denn die Schönheit des Nationalsymbols ist vergänglich. Der nächste Ausbruch könnte schwere Narben hinterlassen. Zur Sicherheit hat das Mount Fuji Research Institute bereits eine Software zur Simulation von Eruptionen für den Fuji entwickelt.

Von Schwefel und heißen Quellen vulkanischen Ursprungs

Den Japanern bereiten die zahlreichen Vulkane jedoch nicht nur Sorge, immerhin verdankt das Land ihnen die vielen Onsen, heiße Quellen vulkanischen Ursprungs. Über 30.000 gibt es davon. Das heiße Wasser, das aus dem Untergrund an die Oberfläche strömt, kann salzig, schweflig, kohlensäurehaltig oder sogar radioaktiv sein: Es ist in jedem Falle mineralhaltig und meist gesundheitsfördernd.

Seit jeher wird heißes Wasser aus der Erde in Japan als etwas Göttliches angesehen. Schon die Samurai tauchten zur Erholung in die heißen Quellen ein und sogar die Makaken, die sogenannten Japanaffen, suchen im Winter heiße Quellen auf, um sich zu wärmen. Einem alten japanischen Sprichwort zufolge verwöhnt ein Bad Geist und Körper und so pilgern die Japaner in Heerscharen zu den unzähligen Onsen und Badehäusern, um auszuspannen und sich vom seelischen Stress ihres geschäftigen Alltags zu befreien.

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