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Japan erleben Welche Kleidung zu welchem Anlass?

Welche Kleidung zu welchem Anlass?

In unseren letzten Artikeln haben wir euch bereits zwei sehr bekannte traditionelle Kleidungsstücke vorgestellt: den Kimono und den Yukata. Wie bei uns, gibt es auch in Japan je nach Anlass spezielle Kleidungsvorschriften. Aber welche Kleidung trägt man eigentlich zu welchem Anlass?

Hochzeit

Traditionelle japanische Hochzeiten sind sehr aufwendig und oft bis ins kleinste Detail geplant. Demnach gibt es auch genaue Richtlinien, was die Kleidung auf Hochzeiten betrifft.
Die traditionellen und religiösen Hochzeitszeremonien werden oft an Schreinen zelebriert und von einem Shintō-Priester durchgeführt. Die ganze Zeremonie findet oft in einem kleineren Kreis unter Familienmitgliedern statt. Dabei wird das Brautpaar gereinigt und gibt symbolische Opfergaben an die Shintō-Götter. Da rot und weiß die Nationalfarben für Japan sind, sind diese Farben oftmals bei Hochzeiten vorzufinden.
Es ist Tradition, dass sowohl Braut als auch Bräutigam einen japanischen Hochzeitskimono tragen. Das Hochzeitsgewand, das die Braut während der Trauung trägt, ist reinweiß und heißt Shiromuku 白無垢. Es bedeutet reines Weiß und ohne Schmutz. Das soll sich auf den reinen seelischen, geistigen und körperlichen Zustand der Braut beziehen. Das Gewand besteht aus mehreren Teilen, die alle weiß sind und aus edlen Stoffen angefertigt werden.

Japanische Hochzeit
Japanische Hochzeit ©Pixabay

Die einzelnen Teile des Brautgewandes sind ein Obergewand genannt Uchikake 打ち掛け, darunter das Untergewand Kakeshita 掛け下, ein Obi 帯, lange Leibwäsche Naga Juban長襦袢 und Unterwäsche.
Das Uchikake wird meistens aus Satin oder Damast hergestellt und ist weiß gemustert. Darauf werden Motive und Ornamente, die Glück bringen sollen, wie Kraniche, Schildkröten oder Fächer, aus weißem Garn gestickt. Auch ist es üblich einen weißen Halbkragen, sowie ein Etui, das in das Gewand gesteckt wird, zu tragen.
Das Untergewand, das man unter dem Uchikake trägt, hat zwei Lagen. Diese sowie der Saum sind aus Seide oder Satin. Darunter trägt man ein weiteres langes Untergewand. Dieses ist weiß und ebenfalls aus gemustertem Satin oder schimmernder Seide.

Der Obi wird schleifenförmig auf dem Rücken geschnürt. Es gibt noch weitere kleine Utensilien, die zum Schmücken des Brautgewandes genutzt werden.
Außerdem trägt die Braut einen mit Fransen verzierten Fächer 扇子. Je nach Region ist dieser entweder gold, silber oder schwarz. Und ihre Haare werden mit Haarnadeln in dezenten Farben oder Gold geschmückt.

Bei einer traditionellen Trauung trägt die Braut während der Zeremonie eine Brauthaube. Die zur späteren Feier abgenommen wird. Je nach Wechsel des Ortes ist es auch für die Braut üblich, ihr weißes Obergewand zu einem farbigen zu wechseln.

Der Bräutigam trägt bei traditionellen Hochzeiten einen schwarzen Kimono mit einem schwarzen Überzieher Haori 羽織 aus schimmernder Seide oder Seidenkrepp. Dieser ist mit fünf Familienemblemen versehen. Außerdem ist an dem Haori eine weiße Schnur angebracht. Und der Obi des Bräutigams ist schmal und quadratisch.
Zu formellen Anlässen tragen Männer über dem Kimono ein Beinkleid Hakama 袴. Dieses ist entweder schwarz-weiß oder braun-weiß gestreift.
Der Bräutigam trägt ebenfalls einen weißen Fächer, sowie Zehensandalen.

Heutzutage gibt es allerdings auch viele Japaner, die eine westliche Hochzeit bevorzugen. Dementsprechend trägt die Braut dann ein westliches meist weißes Brautkleid und der Bräutigam einen Anzug.

Formale Anlässe

Auch für weitere formale Anlässe ist es in Japan der Tradition gemäß üblich, traditionelle Kleidung zu tragen.
Beerdigungen beispielsweise finden oft in buddhistischen Tempeln oder shintoistischen Schreinen statt.

Japanische Beerdigung (Own work [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Japanische Beerdigung
(Own work [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Frauen tragen bei der Beerdigung enger Verwandter traditionell einen Mofuku 喪服. Dabei handelt es sich um komplett schwarz eingefärbte Kimonos, meistens aus Seide. Sie sind ohne Muster und es befinden sich nur 5 weiße Familienwappen darauf. Der Obi kann gemustert sein, allerdings sind diese sowie der Hintergrund ebenfalls schwarz. Nur der innere Kragen des Kimonos und die Socken können weiß sein. Männer tragen ebenfalls entweder einen schwarzen Kimono oder einen schwarzen Anzug.

Japanische Teezeremonie
Japanische Teezeremonie (By Steven Rolland -Own work [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons)
Ein weiterer Anlass zu dem man gewöhnlich im Kimono erscheint, ist die japanische Teezeremonie. Da es sich dabei für die Japaner um einen sehr traditionellen Akt handelt, ist es auch angemessen, dabei einen traditionellen Kimono zu tragen.

Auch zu Schulabschlussfeiern oder Feiern zum Erreichen der Volljährigkeit werden oft Kimonos getragen.

Anders hingegen ist es bei Treffen und Veranstaltungen im geschäftlichen Bereich. Denn hier ist es üblich, sich dem westlichen Businessstil entsprechend zu kleiden. Geschäftsmänner sind daher immer in westlichen Anzügen anzutreffen.

Weitere Anlässe

Neben den formalen Anlässen gibt es auch noch andere Gelegenheiten zu denen in Japan unterschiedliche Kleidungsstücke getragen werden.

Ein Beispiel dafür sind Festivals. Besonders zu großen, traditionellen Festen kann man in Japan oft noch eine Vielzahl schöner Kimono betrachten. Während man zu Veranstaltungen in den kälteren Jahreszeiten einen Kimono trägt, ist es in der Sommerzeit üblich, den leichteren Yukata zu tragen. Besonders zu den Feuerwerken im Sommer kann man besonders viele Japaner im Yukata antreffen, was den Festen eine besondere traditionelle Atmosphäre verleiht.

Kyūdō (Own work [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Kyūdō (Own work [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)

Sumō-Kämpfer
Sumō-Kämpfer ©Pixabay

Auch bei japanischen Sportarten wie zum Beispiel Kyūdō 弓道 (japanisches Bogenschießen), Kendō 剣道 (japanischer Schwertkampf) oder Sumō 相撲 (japanischer Ringkampf) werden traditionelle Kleidungsstücke sowie Frisuren getragen. Dadurch wird bei solchen Sportarten nicht nur die Tradition vermittelt, sondern sie erhalten auch eine ästhetische, künstlerische Bedeutung.

Im Alltag wird jedoch vor allem von den jüngeren Generationen keine traditionelle Kleidung mehr getragen. Stattdessen ist auch die westliche Kleidung und Mode im japanischen Alltag weit verbreitet.

Literaturangaben
Hochzeit
Mofuku

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