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Wie feiert man Neujahr in Japan?

Wer bei Neujahr an Feuerwerke, Fondue und wilde Partys denkt, der ist im Bezug auf Japan auf der falschen Spur. Aber wie wird das Neujahrsfest denn eigentlich in Japan gefeiert?

Das Neujahrsfest

Für die Japaner ist das Neujahrsfest, genannt Oshōgatsu お正月, eines der wichtigsten Feste im Jahr. Im Gegensatz zu unserem Silvester, ist das japanische Neujahrsfest sehr von Religion und Tradition geprägt. Dafür haben die meisten vom 29. Dezember bis zum 3. Januar frei, um das Fest gemeinsam mit der Familie feiern zu können. Die Vorbereitungen finden aber schon einige Tage vorher statt. Während der Weihnachts- und Neujahrszeit kann man in Japan viele schöne Beleuchtungen von zum Beispiel Weihnachtsbäumen oder dem Tokyo Tower betrachten, was auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Neben dem eigentlichen Neujahrsfest gibt es noch das sogenannte Bōnenkai 忘年会. Diese Jahresendfeste werden im Dezember vor allem von Arbeitgebern für ihre Mitarbeiter veranstaltet, um gemeinsam das Jahr abzuschließen. Meistens handelt es sich dabei um Trinkgelage, bei denen man sich noch einmal auslassen und dann entspannt ins neue Jahr gehen kann.

Erster Schreinbesuch im neuen Jahr
Erster Schreinbesuch im neuen Jahr (Own work by 江戸村のとくぞう [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
In Japan verbringen ein Großteil Silvester und Neujahr mit der Familie. Im Gegensatz zu uns ist Silvester in Japan mehr der Auftakt zu den darauffolgenden Tagen. Deshalb gibt es auch kein Feuerwerk. Stattdessen erklingen die Glocken buddhistischer Tempel genau 108 Mal. Hintergrund davon ist, dass damit die 108 menschlichen Begierden die Erde verlassen sollen. Damit verbinden die meisten Japaner den traditionellen ersten Tempelbesuch im neuen Jahr. Dort beten sie für Glück und Gesundheit im neuen Jahr. Dieser erste Tempel oder Schreinbesuch wird Hatsumōde 初詣 genannt.

Sofern sie diesen nicht direkt in der Silvesternacht absolvieren, geschieht dies spätestens am 1. oder 2. Januar. Den Menschen, denen man dort begegnet, begrüßt man mit dem japanischen Äquivalent zu „Frohes neues Jahr“ (Akemashite omedetou! 明けまして御目出度う). Deshalb kann man in der Silvesternacht sehr viele Japaner an Tempeln und Schreinen antreffen. Auch ist es üblich dort Papierstreifen O-mikuji 御神籤zu erwerben oder zu erhalten, auf denen das Schicksal und Glück für das neue Jahr geschrieben stehen soll.

Die Wahrsagungen lauten meistens in etwa wie „Großer Segen“, „Mittlerer Segen“, „Kleiner Fluch“, „Großer Fluch“ usw., damit sie auf verschiedene Aspekte des Lebens ausgelegt werden können. Sollte die Vorhersage schlecht sein, so faltet man das Papier und knotet es an einen Kiefer, damit das Pech sozusagen an dem Baum heften bleibt. Dazu kann man Glücksbringer kaufen, um auch in diesem Jahr von den Göttern beschützt zu werden.

O-Mikuji
O-Mikuji (Own work Sarah Stierch [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons)
Neben dem ersten Tempelbesuch gibt es noch viele weitere „erste Male“, die mit dem neuen Jahr einhergehen. Beispielsweise der erste Sonnenaufgang Hatsuhi no de 初日の出. Dieser ist vor allem auf dem Land, auf einem Berg oder an einem Ufer am besten zu bestaunen. Dann gibt es noch den ersten Traum Hatsuyume 初夢.

Darin soll man Andeutungen auf das Glück im neuen Jahr finden können. In dem perfekten Traum soll man erst den Fuji, dann einen Falken und zum Schluss eine Aubergine sehen können. Und außerdem gibt es den „ersten Verkauf“ Hatsuri 初売り. Am 1. oder 2. Januar beginnen Geschäfte traditionell mit dem Winterschlussverkauf. Dort kann man auch einen Glücksbeutel kaufen, dessen Inhalt normalerweise 50% mehr gekostet hätte und die zu verschiedenen Preisen erwerblich sind.

Bräuche und Traditionen

Ein traditioneller Brauch zu Neujahr sind die Neujahrkarten genannt Nengajō 年賀状. Auf diese schreibt man seinen Dank und Wünsche für das neue Jahr an Familie, Freunde und Geschäftskontakte. Das Motiv der Postkarte ist meistens das chinesisches Tierkreiszeichen des neuen Jahres. Die Post in Japan ist Ende Dezember dementsprechend stark ausgelastet, damit alle Neujahrskarten wirklich pünktlich am 1. Januar ausgeliefert werden können.

Kadomatsu
Kadomatsu (Own work by Nesnad[CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Eine weitere Tradition ist der japanische Neujahrsputz 煤払い. Dafür werden am 13.12 buddhistische Tempel und Shintō-Schreinen gereinigt. Für Haushalte gibt es kein festgesetztes Datum, allerdings gehört es traditionell zu den Vorbereitungen auf das Neujahrsfest.

Zu Neujahr gibt es traditionell verschiedene Dekorationen, die extra dafür angefertigt werden. Die wichtigste Dekoration ist der Kadomatsu 門松. Das ist ein Gesteck aus Bambusrohren. Dieses wird im Eingangsbereich des Hauses aufgestellt und soll den Jahresgöttern den Weg weisen.

Außerdem ist auch der Kagami-Mochi (鏡餅), der auf dem Hausaltar aufgebaut wird, wichtig. Der Kagami-Mochi ist ein wörtlich übersetzter „Spiegel-Reiskuchen“, der aus zwei übereinander gesetzten Reiskuchen mit darauf sitzender Zitrusfrucht gemacht wird. Die Reiskuchen stehen für das kommende und das vergangene Jahr, während die Frucht für die Kontinuität der Familie steht. Ursprünglich galt der Kagami-Mochi als Opfergabe für die Jahresgötter. Er wird erst am zweiten Samstag oder Sonntag im neuen Jahr zerbrochen und gemeinsam verspeist.

In Japan und anderen asiatischen Ländern ist es ebenfalls Brauch, Kindern Umschläge mit Geld (Otoshidama お年玉) zu schenken.

Kagami-Mochi
Kagami-Mochi (Own work by Shin-改[CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Auch gibt es traditionelle Spiele zu Neujahr, die man entweder draußen spielt, wie zum Beispiel Drachensteigen oder Kreiselspiele und für Mädchen das Federballspiel Hanetsuki. Im Haus spielt man das Kartenspiel Uta karuta. Dabei muss man traditionelle japanische Gedichte schnell erkennen können. Außerdem gibt es Sugoroku, das ähnlich wie Backgammon ist.

Essensbräuche

Ein traditionelle Essen zu Semester ist Toshikoshi Soba 年越しそば. Diese besondere Form der Soba sollen für ein langes Leben stehen und Kraft für das neue Jahr liefern. Deshalb sollte man auch keine Nudel übrig lassen.

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