Japan erleben Wir sind alle nur Karotten – kleine Fehler im Japanischen mit großen...

Wir sind alle nur Karotten – kleine Fehler im Japanischen mit großen Auswirkungen

Fehler sind das Wichtigste beim Lernen. Das erzählen uns alle, die uns etwas beibringen wollen oder müssen. Doch diese Fehler sind oft ganz besonders peinlich und – zumindest später dann – wirklich lustig.

Ein Mann telefoniert mit einer Wartungsfirma aufgrund einer kaputten Vorhangschiene in seinem Appartement. Er sagt zur Person am anderen Ende der Leitung „木の中にネギを入れた.“ (Ki no naka ni negi o ireta. Ich legte eine Zwiebel in das Holz). Was er an Stelle von ネギ (negi, Zwiebel)eigentlich sagen wollte, war ネジ (neji, Schraube). Seine japanischsprachige Frau bekam sich kaum noch ein, als sie das hörte.

Wenn ihr selbst Japanisch lernt, aber Angst vor Fehlern habt, macht euch keine Sorgen. Das passiert schließlich jedem. Außerdem sind viele dieser Versprecher meist so lustig und peinlich, dass ihr danach garantiert nie mehr vergisst, wie es richtig heißt. Um euch kurz zu demonstrieren, was für witzige Versprecher und kleine Fehler es im Japanischen so geben kann, kommen hier ein paar tatsächlich stattgefundene Situationen.

Jemand anderes erinnert sich noch sehr gut daran, wie er jemandem in einer Bar von seinem Beruf erzählen wollte. Er ist 編集者 (henshūsha, Redakteur) , erzählte jedoch, er sei 変態者 (hentaisha). Dieses Wort gibt es auf diese Weise nicht im japanischen. Es kann jedoch als „perverse Person“ interpretiert und verstanden werden. Nach ein paar Drinks ist es außerdem nicht mehr so einfach, きんぴら (kinpira, sautiertes Gemüse und チンピラ (chinpira, Gangster) auseinaner zu halten. Und auch die leckere süße Bohnenpaste アンコ(anko) kann sehr schnell zu etwas anderem werden. Eine Frau rief nach ihrem ersten Probieren der Paste im Supermarkt freudig aus „ウンコ大好き.“ (Unko daisuki. Ich liebe Kacke). Kleine Fehler, die zunächst nur wenig Auswirkungen mit sich bringen.

Manche Fehler sind nicht ganz so harmlos, wie andere

Manchmal können jedoch auch unschuldige Schulkinder mit einbezogen werden und aus einer harmlosen Frage wird schnell sexuelle Belästigung. Ein Mann wollte einen Jungen fragen, ob er weiß, wo ein Restaurant namens 金釜 (Kinkama) ist. Stattdessen fragte er das arme Kind, ob er weiß, wo seine 金玉 (kintama, Hoden) sind. Der Junge radelte daraufhin weg so schnell er konnte.

Auch in anderen alltäglichen Situationen, in denen es etwas dringender ist, das Richtige auszudrücken, kommt es natürlich zu Fehlern und Verwechslungen für jemanden, der die Sprache noch lernt. Ein Mann rief einen Krankenwagen für seinen schon etwas älteren Vater. Den Sanitätern erläuterte er dabei nachdrücklich, sein Vater hätte heftige Schmerzen in seinem ニンニク (ninniku, Knoblauch). Eigentlich wollte er 筋肉 (kinniku, Muskel) sagen. In einem ganz extremen Fall hätte hier der Fehler dazu führen können, dass die Sanitäter ihn für einen Scherzanrufer halten. Doch glücklicherweise ging alles gut. Sobald allen klar war, um was es tatsächlich ging, eilten die Sanitäter los und brachten den Mann ins Krankenhaus.

Eine weitere Verwechslung, die jedoch wieder eher lustig als schwerwiegend ist, auch wenn sie erneut mit einer ärztlichen Untersuchung zu tun hat ist die Folgende. Eine Frau besuchte während ihrer Schwangerschaft einen Arzt und wollte sich über eine 血管 (kekkan, Vene) an der Rückseite ihres Beins beklagen. Stattdessen jedoch beugte sie sich vor und erklärte, ihr ケツ (ketsu) sei geschwollen. Sie forderte den Arzt auf, mit seinem Finger darüber zu fahren. ケツ (ketsu) heißt Hintern.

Weiter geht’s mit den lustigen Verwechslungen

Ein Mann rief seine kranke Freundin an. Er konnte damals noch nicht viel Japanisch, aber wollte der Armen eine Gute Besserung wünschen. Also sagte er am Telefon freundlich zu ihr „痩せて下さい.” (Yasete kudasai. Nimm mal ab). Tatsächlich wollte er sagen “休んで下さい” (Yasunde kudasai. Bitte ruh dich gut aus). Nicht weniger witzig ist der Fehler, Früchte und Kinder zu verwechseln. Denn stell euch vor, ihr erzählt jemandem von eurem Frühstück. „Ich esse meistens Joghurt und geschnittene 子ども (kodomo, Kinder)“, anstelle von (kudamono, Obst).

Einige Fehler, die euch vielleicht selbst schonmal passiert sind, die passieren auch anderen. Einer der beliebtesten ist bei einem Baby 怖い (kowai, gruselig) und 可愛い (kawaii, süß) zu verwechseln. Die vielen armen japanischen Mütter haben sich vermutlich mittlerweile daran gewöhnt, dass ständig jemand ihre Babys fröhlich als „gruselig“ bezeichnet. Und um nun auf die Überschrift zurück zu kommen, kommt noch ein sehr beliebter Fehler. Wir sind schließlich alle nur 人参 (ninjin, Karotten). Diese Verwechslung von Menschen, 人間 (ningen) und Karotten verursacht zahlreichen Japanisch-Lernern Kopfschmerzen.

Die Top-3 Geschichten peinlicher und lustiger Fehler

Nummer drei stammt aus der Universität. Ein junger Student bekam von einem Freund gesagt, er sehe müde aus. Daher versuchte er den Grund dafür zu erklären. Ein Hund hatte die ganze Nacht gebellt und ihn wachgehalten. Er sagte jedoch 昨日の夜、犬にされた (Kinō no yoru, inu ni okasareta) anstelle von 昨日の夜犬に起こされた (Kinō no yoru, inu ni okosareta). Der erste Satz mit 犬にされた (okasareta) heißt jedoch „Ich wurde letzte Nacht von einem Hund vergewaltigt.“ Statt einfach nur von einem geweckt worden zu sein.

Nummer zwei handelt von einem Einkauf. Der Mann ging in eine Apotheke und wollte Seife 石鹸 (sekken) kaufen. Er fragte den älteren männlichen Verkäufer nach „結婚下さい.“ (kekkon kudasai, Hochzeit bitte). Der Verkäufer verzog keine Miene und antwortete einfach ないです (Nai desu, Es gibt keine).

Die absolut ungeschlagene Nummer eins ist ein live aufgezeichnetes Interview im Radio. Der Reporter unterhält sich mit einer Amateur-Historikerin. Sie berichtet, dass sie früher Lehrerin war und dann aber diesen Job aufgab, um Hausfrau zu werden. Der Reporter fragte sie dann „いつに娼婦になりましたか? „(itsu-ni shoofu-ni narimashita-ka?“, Wann sind sie Prostituierte geworden?). Er verwechselte 娼婦 (shōfu, Prostituierte) und 主婦 (shufu, Hausfrau). Ziemlich peinlich, eine Frau so etwas vor großem Live-Publikum zu fragen.

Zu guter Letzt noch eine Geschichte, in der ein Fehler auch andersherum funktioniert. Eine Japanerin fragte in Liverpool einen ganzen Raum voller Menschen nach der „erection“ (Erektion, 勃起, bokki), die dem britischen Premierminister Tony Blair bevorstand. Selbstverständlich meinte sie die „election“ (Wahl, 選挙, senkyo). Neben all den Schwierigkeiten, vor denen wir stehen, können wir uns zumindest glücklich schätzen, niemals das Problem der Fehler mit dem „l“ und dem „r“ stehen zu müssen.

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