11.März 2011 – Der Blick nach vorne

    Tohoku Erdbeben
    © JapanTimes

    Wir haben noch einmal zurück geblickt, nun sehen wir nach vorne und betrachten uns einmal, was sich in Japan seit dem Tohoku Erdbeben 2011 getan hat.

    Jedes Jahr zum 11.März gibt es viele Gedenkfeiern und Schweigeminuten im Land.
    Kerzen werden für die längst verstorbenen Seelen angezündet und noch einmal mit viel Schmerz und Trauer zurückgedacht.

    4 Jahre nach der Katastrophe hört man jedoch kaum noch etwas in unseren Medien darüber, wie die überlebenden Menschen an der Tohoku-Küste leben, wie weit der Wiederaufbau ist. Oft wird nur über die Nuklear-Katastrophe berichtet. Natürlich ist das auch noch immer ein ernstzunehmendes Thema und es wird auch sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Lage soweit als stabil eingestuft werden kann.
    Doch wie geht es den Menschen dort? Die Menschen, die einst nahe des Kraftwerks wohnten, werden vielleicht nie wieder zu ihrem Zuhause zurückkehren können, auch wenn ihr Hab und Gut noch immer dort existiert. Die radioaktive Gefahr verwehrt ihnen die Rückkehr.
    Zudem werden die gesungheitlichen Ausmaßen, wie eine erhöhte Krebserkankungsrate, erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennbar sein.

    Tohoku Erdbeben
    © NY Daily News

    Die verwüsteten Landschaften sind zwar verschwunden, doch von einem idyllischen und normalen Leben kann man hier noch lange nicht sprechen.
    Rund 300.000 Wohneinheiten wurden für alle Opfer, die ihr Zuhause verloren haben, im Laufe der Zeit errichtet.
    37% der Desaster Opfer, die heute noch immer in Behelfsunterkünften leben müssen, sind 65 Jahre oder älter, leben teilweise sogar alleine.
    Doch obwohl sich all ihre Leben mit einem Schlag veränderten, versuchen viele das Leben, welches sie jetzt besitzen, zu genießen. Viele erkannten nach diesem Schicksalsschlag, auf was es wirklich in ihrem Leben ankommt, was man am meisten wertschätzen und für was man kämpfen muss.
    Die Menschen in den Gebieten versuchen sich gegenseitig zu unterstützen, sind den freiwilligen Helfern und den weltweiten Spenden mehr als dankbar.
    Viele berühmte Gesichter besuchen regelmäßig die betroffenen Gebiete, halten Live Events, geben den Menschen Mut und Unterstützung.

    Der Premierminister Shinzo Abe hat kürzlich einen neuen 5-Jahre-Plan für den Wiederaufbau vorgestellt.
    Somit sollen neue Hilfsleistungen in den Gebieten für die nächsten Jahre bereitgestellt werden. Bis Sommer würde man zudem einen Zukunftsplan für die Menschen in der Fukushima Präfektur entwerfen.

    Es gibt viele Hilfsorganisationen und Hilfsprojekte, die den betroffenen Menschen der Gebiete noch heute tatkräftig unter die Arme greifen.
    Aber auch die Betroffenen selbst möchten nicht einfach nur auf Hilfe warten, sondern rufen eigene Projekte ins Leben. Beispielsweise das Nozomi Projekt („Nozomi“ steht für Hoffnung).
    Um wieder die Beschäftigung und das Einkommen zu generieren, schufen Frauen aus Ishinomaki dieses Projekt. Sie stellen einzigartige Schmuckstücke aus, beim Tsunami zu Bruch gegangenen Keramikstücken, her. Jedes einzelne Werk benennen sie zu Ehren eines ihrer geliebten Menschen, die ihr Leben an diesem Tag verloren.
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    Zum anderen gibt es das Tohoku Cotton Project, bei dem Farmer nun Baumwollprodukte herstellen und verkaufen, da in vielen Gebieten die Reisfelder komplett zerstört wurden.
    So wird auch wieder für neue Arbeit, Einkommen und Lebensfreude gesorgt.
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    Es sind vier Jahre seit der Katastrophe vergangen, ein kompletter Wiederaufbau wird es in absehbarer Zeit nicht geben.
    Dies waren nur Beispiele von vielen anderen Hilfsprojekten. Sie symbolisieren, dass noch ein weiter Weg vor den Menschen, die in den zerstörten Gebieten leben, liegt.
    Keine Hilfe ist unnötig, kein Lächeln wertlos. Die Lebensfreude und der Mut nach Vorne zu blicken kehren zurück.

    Tohoku Erdbeben
    © NationalPostCom