Wer eine Zusage für seine Wunschuniversität erhalten hat, muss sich natürlich auch Gedanken darüber machen, wo man während seines Aufenthaltes wohnen möchte. Hier ein paar Beispiele, welche Möglichkeiten man während seines Studiums hat und welche Vor-, aber auch Nachteile diese haben.

Wer einen Platz über die Partneruniversität erhalten hat, hat gute Chancen auf einen Platz im Studentenwohnheim. Das bringt oft viele Vorteile mit sich: Die Miete ist in der Regel günstiger als auf dem freien Wohnungsmarkt, sie sind normalerweise nicht allzu weit vom Campus entfernt oder haben gute Anbindungen und man kommt mit anderen japanischen und/oder internationalen Studenten in Kontakt. Wer allerdings kein Glück auf einen Wohnheimplatz hat oder nicht im Wohnheim wohnen möchte, hat natürlich auch andere Möglichkeiten, ein Dach überm Kopf zu haben.

Shared House

Kommt der Idee unserer WG am nächsten. Man wohnt mit mehreren Personen im selben Haus und teilt sich in der Regel die „öffentlichen“ Einrichtungen wie Bad, Küche und Gemeinschaftsraum, hat aber sein eigenes Zimmer. Man kann oft längere Zeit dort wohnen, sollte aber nicht überrascht sein, wenn die Mitbewohner ständig wechseln. Besonders für Work & Travel, Praktika oder Touristen sind Shared Houses interessant, da diese möbiliert sind und man oftmals auch auf Wochen-, Halbmonats- oder Monatsbasis mieten kann. Für ein Semester ist ein Shared House bestimmt eine interessante Option, wenn man daran interessiert ist, neue Leute kennen zu lernen, wer es aber eher ruhig mag oder auch ein ganzes Jahr bleibt, für den bieten sich andere Wohnarten sicherlich eher an.

Gastfamilie

Man muss kein Jahr als Au-Pair oder High School Schüler machen, um in einer Gastfamilie wohnen zu können. Auch für Studenten ist das Wohnen in einer Gastfamilie eine einmalige Möglichkeit, den japanischen Alltag kennenzulernen und vor allem auch seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Auch ist das Wohnen in einer Gastfamilie für Leute praktisch, die sich Sorgen bezüglich Heimweh machen. Zwar ersetzt die neue Familie nicht die eigene, aber wer sich gut mit der eigenen Familie versteht wird hier Ansprechpartner haben und sich nicht so schnell alleine fühlen. Zwar muss man hier oft mit längeren Fahrtwegen rechnen, aber die einmalige Erfahrung ist dieses kleine Hindernis sicher wert!

Das eigene Apartment

Eigene Apartments haben einige Vor-, aber noch viel mehr Nachteile. Der Vorteil: Man hat sein eigenes Reich, das im besten Fall auch noch genau im Stadtzentrum oder in der Nähe der Universität liegt. Ansonsten kommen eigene Apartments eher mit Nachteilen daher, wenn es um das studentische Budget geht: Strom, Wasser, Internet müssen alle selbst angemeldet und bezahlt werden – besonders für Anfänger der japanischen Sprache eine Heiden Arbeit! Auch gilt: Bevor man einzieht, verlangt der Vermieter eine Einmalzahlung, die dreimal der Monatsmiete entspricht – die man dann auch nicht wieder bekommt, anders als bei unserer deutschen Provision.

Auch sind japanische Hauswände sehr dünn. Wer also in einem günstigen Apartment unterkommt, fühlt sich sicher nie allein. Man bekommt alles von den Nachbarn mit, zu jeder Tages- und Nachtzeit und vor allem in jeder Lebenssituation der Nachbarn.

Zusätzlich muss man auch an Einrichtung denken. Während Shared Houses, Gastfamilien oder Wohnheime normalerweise möbliert sind, hat man dieses Glück eher selten bei Apartments. Wer nur für kurze Zeit bleibt, sollte sich daher über die Anschaffungskosten, den Aufwand und den Auszug Gedanken machen. Mittlerweile gibt es insbesondere bei Facebook viele Gruppen namens „Sayonara Sales“ und der jeweiligen Stadt, wo man sich günstig einrichten kann und die Sachen dann am Ende im besten Falle auch wieder los wird, aber wer kein dringendes Bedürfnis danach hat, unbedingt in einem Apartment wohnen zu wollen, sollte eine der anderen Wohnoptionen in Betracht ziehen.

Private Wohnheime

Neben dem Wohnheim der Partneruniversität gibt es auch zahlreiche private Wohnheime, in denen Studenten von verschiedenen Universitäten unterkommen können. Abgesehen davon, dass die Studenten aus verschiedenen Universitäten kommen, bieten private Wohnheime in der Regel dieselben Vorteile wie das Wohnheim der eigenen Universität und kümmern sich um Strom, Wasser, Internet und sind möbliert.

 

Insgesamt hat man als Student einige Optionen bezüglich des Wohnens, sollte sich aber vorher genau darüber im Klaren sein, worauf man sich einlässt. Die Gastfamilie kann am Ende eine totale Katastrophe sein und die Mitbewohner im Shared Hosue sind am Ende eventuell wie eine eigene kleine Familie, die man nie wieder missen möchte – man weiß es nie vorher.  Man sollte sich vorher auf jeden Fall Gedanken darüber machen, wie man seinen Aufenthalt gestalten möchte und was für einen selbst wichtig ist und dann Google anschmeißen um die gewünschte Wohnform in der Zielstadt zu finden.

 

Nächste Woche: Es geht ans Koffer packen – aber was brauche ich eigentlich und was ist nur unnötiger Ballast im Koffer?

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