Die Zusage der Wunschuniversität ist da, man träumt schon vom Picknicken unter den Kirschbäumen, mit Freunden Purikura zu machen und stilecht Ramen zu essen, als man plötzlich daran denkt, dass ein Wochenendbesuch in Kyoto zum Hanami (dt.: Kirschblüttenschauen) zwar toll ist – aber leider auch verdammt teuer, wenn man nicht grade in Kyoto ist. Aber welche Kosten entstehen in Japan eigentlich, im Vergleich zu Deutschland?

Man findet immer wieder Listen, Statistiken und Diagramme im Internet, die einem eine gewisse Vorstellung von den Kosten geben, mit denen man rechnen sollte, allerdings spiegeln diese nur Durchschnittswerte wieder. Auch dieser Artikel kann nicht vorhersagen, wie teuer euer Aufenthalt tatsächlich sein wird, da dieser von unzähligen Faktoren, persönlichen Wünschen oder auch Notwendigkeiten (Ist man auf Medikamente angewiesen, Allergien/Lebensmittelunverträglichkeiten, Vegetarier, etc.) abhängt, aber zumindest ein paar Dinge, die insbesondere für Studenten nicht verkehrt sind zu wissen, lassen sich aus persönlichen Erfahrungen neben all diesen Statistiken noch sagen. Das Thema Wohnen wird in der nächsten Woche separat angesprochen.

Die Vergünstigungen

Während man als Grund- oder Mittelschüler in Japan eine Vielzahl von Vergünstigungen erhält, sei es im Museum, Schwimmbad oder Kino, bekommt man schon als High School Schüler oftmals keinen nennenswerten Rabatt auf diese Dinge mehr. Als Student hat man noch weniger Möglichkeiten, günstiger irgendwo reinzukommen, mit viel Ersparnis kann man aufgrund seines Studentenstatus also leider nicht rechnen. Größere Kinoketten haben oftmals Rabatte, aber abgesehen davon haben Frauen einen großen Vorteil: Mittwoch ist Frauentag! Im Gegensatz zu Deutschland sind die Kinopreise einheitlich, genau wie die meisten Rabattregelungen. So kann man Filme z.B. auch günstiger sehen, wenn man in die letzte Vorstellung geht. Abgesehen davon ist es eher die Ausnahme als die Regel, (nennenswerte) Studentenrabatte zu erhalten.

Lebensmittel

Ein elementarer Teil bei der Planung ist selbstverständlich das Essen. Während man bei Wohnung etc. kaum eine aussagekräftige allgemeingültige Zahl nennen kann, sind die Lebensmittelpreise in Japan weniger regional abhängig. Wer in der Innenstadt wohnt, wird schnell eins bemerken: Konbinis überall, Supermärkte eher Mangelware. Die Preisunterschiede sind

Lust auf Wassermelone? Eine Hand voll bekommt man schon für grade mal 10€! ©Laura Thiel
Lust auf Wassermelone? Eine Hand voll bekommt man schon für grade mal 10€ im Konbini! ©Laura Thiel

teilweise beträchtlich, insbesondere, wenn man über Obst oder Gemüse spricht. So kostet eine große Wassermelone im Sommer schnell bis zu 3000¥ (circa 23€), statt wie in Deutschland um die 5€.

Insgesamt sollte man, wenn man sich auf ein Jahr in Japan vorbereitet, darauf gefasst sein, dass Obst doch eher ein Luxusgut ist. Man kann natürlich, wenn man die richtigen Läden kennt, auch hier sparen, aber zu sehr darauf verlassen sollte man sich nicht.

Man kann in Japan aber überraschend günstig auswärts essen. Eine Portion Ramen oder Udon kriegt man schon für knapp 3€, ohne den Laden dabei hungrig verlassen zu müssen. Auch Bentos sind eine günstige Option für den schnellen Hunger zwischendurch, aber man sollte dabei immer bedenken, dass man auf seine Ernährung achten sollte! Der Traum vom schnellen Abnehmen, weil in Japan ja alle so schlank sind, funktioniert leider nicht, wenn man sich nur vom günstigen Essen ernährt. Einen interessanten Beitrag dazu findet ihr beim Guyjin.

Fördermöglichkeiten

Wie finanziere ich den Aufenthalt? Wenn man das Glück hat und ein Partnerschaftsstipendium der Uni erhält, sind oftmals die meisten Kosten, die monatlich anfallen, gedeckt. Wer nicht das Glück hat, sich auf diese finanzielle Stütze verlassen zu können, kann sich über viele Wege finanzieren.

Bafög sollte jedem Studenten ein Begriff sein, selbst für den Fall, dass man es selbst nicht erhält oder überhaupt beantragt hat. Auch wenn ihr in Deutschland kein Bafög bekommt, stehen die Chancen gut, dass ihr welches für Japan erhaltet, da der Satz je nach Zielland stark variiert. Japan ist kostentechnisch kein leichter Brocken für deutsche Studenten (aber auch gewiss nicht so teuer, wie manche Horrorgeschichten behaupten!), von daher lohnt es sich, mal beim Bafög-Rechner vorbeizuschauen.

Eine andere, oft genutzte Möglichkeit ist das Stipendium der japanischen Regierung Jasso. Hier gibt es zwar mehr Wettbewerb, aber auch hier stehen die Chancen gut, eine Zulage für den Aufenthalt zu bekommen, den man in diesem Fall auch nicht zurückzahlen muss!

Andere Förderprogramme findet ihr unter anderem hier.

Jobmöglichkeiten

Wer keinen Anspruch auf Bafög, kein Glück bei Jasso oder anderen Stipendien hatte oder einfach nur Praxiserfahrung sammeln will, will sich sicherlich einen Nebenjob suchen. Dabei muss man beachten, dass man die Genehmigung dafür schon an seinem Ankuftsflughafen holen muss! Wenn ihr euer Visum vorzeigt und eure Residentcard erhaltet, werdet ihr gefragt, ob ihr plant zu arbeiten. Auch wenn ihr das noch nicht habt, solltet ihr auf keinen Fall nein sagen. Oft ergibt sich hier und dort mal eine Möglichkeit zum Geld verdienen, geht also lieber auf Nummer sicher. Auch wenn ihr am Ende kein einziges Mal gearbeitet habt, entsteht euch dadurch kein Nachteil.

Jobmöglichkeiten sind in Japan vielfältig. Was absolut nicht geht, ist, Arbeit in einem Nachtclub, in einer Bar während der Nacht und selbstverständlich nicht im Rotlichtgewerbe. Abgesehen davon seid ihr relativ frei, abhängig von eurem Sprachlevel. Wer in einem Café oder Service arbeiten möchte, sollte am besten schon etwa Japanisch auf N2 Niveau sprechen. Leider gilt das für sehr viele Jobs in Japan.

Englischlehrer werden zwar noch immer gesucht, aber das Gerücht, dass man sofort einen tollen Job bekommt, ist leider nur ein Gerücht. Der Markt ist vorhanden, aber wenn ihr kein wirklich sehr gutes Englisch sprecht, wird die Arbeitssuche etwas schwerer. Deutsch und andere Sprachen sind gewiss von Vorteil, um eure Möglichkeiten zu erweitern, aber die Anzahl der Jobangebote ist wesentlich geringer. Privat nach Schülern suchen wäre bei Deutsch wohl eine bessere Möglichkeit.

Eine erste Anlaufstelle für Jobangebote Japanweit -auch vor allem für Nicht-Studenten!- findet ihr unter Anderem bei Gaijinpot.

Andere nützliche Anlaufstellen

Empfohlene Reise- und Fluggesellschaften für Japan: ANA, Emirates, Turkish Airlines, STAtravel (Anbieter speziell für Schüler- und Studententarife)

Fördermöglichkeiten, Möglichkeiten nach Japan: DAAD

Listen, Statistiken und Diagramme zu den Kosten in Japan: www.japan.de, DAAD

 

Nächste Woche: Wohnen in Japan

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