Beppu und die Jigoku Meguri (別府と地獄めぐり)

    Marina
    Marina

    Wer immer schon mal sagen wollte „Zur Hölle fahren? Da war ich schon, hat mir ganz gut gefallen!“, der sollte auf seiner Japanreise unbedingt einen Zwischenstopp für die Jigoku Meguri in Beppu einplanen.

    Auf meiner ersten Reise nach Japan war damals mein erstes Ziel das westliche Kyûshû, wo ich den Fußstapfen meines Vaters folgend unter anderem auch einen Tag in Beppu verbrachte. Mein Vater, in der 80er Jahren für eine japanische Firma arbeitend und oft mehrere Monate am Stück im ganzen Land unterwegs, hat mir seit frühester Kindheit Geschichten aus Japan erzählt. Eine davon war die der „rauchenden“ Stadt am Meer, Beppu.

    Tatsächlich ist der erste Blick auf die Stadt wenn man aus dem Bahnhofgebäude tritt ein besonderer. Durch die ca. 3000 verschiedenen Austritte heißer Quellen unter der Stadt, das größte Heißquellen Gebiet in Westjapan, steigt beständig weißer Rauch zwischen den Häusern auf. Die malerische Einrahmung der Stadt durch Berge auf der einen und die Beppu Bucht auf der anderen Seite, trägt ihr übriges dazu bei die Stadt nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Entspannung suchenden Einheimischen beliebt zu machen.

    Ein großer Anziehungspunkt neben den verschiedenen Onsen der Stadt ist die „Höllentour“ (Jigoku Meguri) die aus den acht „Höllen“, acht unterschiedlichen heißen Quellen, besteht. Durch die unterschiedlichen Mineralien im Boden werden die Quellen angereichert und erhalten ihre besonderen Färbungen (z.B. tiefrot, kobaltblau oder weiß).

    Umi-Jigoku (海地獄 – Meeres-Hölle)
    Die erste der Quellen ist die Umi-Jigoku. Sie bekommt ihren Namen von der kobaltblauen Farbe die an das Meer (jap. = umi) erinnert und ist mit ca. 200 Metern die tiefste der 8 Quellen. Die Temperatur liegt hier bei ca. 98°C, heiß genug um Eier gar zu kochen. In heißen Quellen hartgekochte Eier sind ein beliebter Snack für zwischendurch und durch die unterschiedlichen Mineralien in den Quellen bekommen sie ihren speziellen Geschmack.

     

    Oniishibozu-Jigoku (鬼石坊主地獄 – Mönchskopf-Hölle)
    Nicht auf den ersten Blick was man unter einer heißen Quelle erwartet, besteht die Oniishibozu-Jigoku aus mehreren bis zu 99°C heißen Schlammlöchern. Vulkanische Gase lassen im Schlamm Blasen aufsteigen die kurz bevor sie platzen an die kahlrasierten Köpfe von Mönchen erinnern und so der Quelle ihren Namen geben.

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    Yama-Jigoku (山地獄 – Berg-Hölle)
    Diese Quelle hat neben heißem Wasser (ca. 90°C) außerdem noch einen Mini-Zoo zu bieten, der unter anderem Elefanten, Nilpferde und Flamingos beherbergt.

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    Kamado-Jigoku (かまど地獄 – Kochstellen-Hölle)
    Im ersten Moment scheint das ein komischer Name für eine heiße Quelle, denkt man aber darüber nach wird einem schnell klar dass früher diese heißen Quellen, die teilweise über 1000 Jahre alt sind, auch zum Zubereiten von Speisen genutzt worden sind (nicht nur für Eier). Besonders deutlich wird das an der Kamado-Jigoku, bei der man an einer Quelle diese „Kochlöcher“ (ca. 90°C) noch sehen kann.

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    Oniyama-Jigoku (鬼山地獄 – Teufelsberg-Hölle)
    Der Dampf den diese Quelle (ca. 98°C) produziert könnte anderthalb Zugwaggons bewegen, und trotz dieses interessanten Fakts war es etwas anderes dass mich hier fasziniert hat: die über 100 Krokodile und Alligatoren die sich in dem von der Quelle aufgewärmten Wasser tummeln.

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    Shiraike-Jigoku (白池地獄 – Weiße Teich-Hölle)
    Den Namen bekommt diese Quelle (ca. 95°C) von ihrer milchig-weißen Färbung (mit leichtem Blaustich). Neben der Quelle befindet sich ein Aquarium mit tropischen Fischen, das Wärme aus der Quelle zieht um es den Fischen (unter anderem Piranhas aus dem Amazonas) richtig gemütlich zu machen.

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    Chinoike-Jigoku (血の池地獄 – Blut -Teich-Hölle)
    Auch hier leitet sich der Name aus der Färbung der Quelle (ca. 78°C) ab, die sie durch roten Lehm im Boden bekommt. Sogar der Dampf scheint hier teilweise rot und bietet so eine beeindruckende Ansicht. Die Chinoike-Jigoku ist die älteste der 8 „Höllen“-Quellen.

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    Tatsumaki-Jigoku (龍巻地獄 – Geisir-Hölle)
    Der Geisir hat sehr kurze Zeitintervalle, sodass man alle 20 Minuten das kochendheiße Wasser aus dem Boden schießen sehen kann. An der Oberfläche hat das Wasser noch ca. 101°C, im Boden selber sind es sogar bis zu 150°C.

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    Vier der Quellen (Umi, Chinoike, Tatsumaki und Shiraike) gehören schon zu den „National Sites of Scenic Beauty“ und den Landschaft in und um Beppu lädt generell geradezu zum Entspannen und Verweilen ein. Wer die Gelegenheit hat sollte Beppu auf jeden Fall in die Reiseplanung mit aufnehmen.

    Mehr Informationen über Beppu und die Jigoku Meguri gibt es hier (Pamphlet mit netter Übersichtskarte) oder unter http://english.beppu-navi.jp/ (beides leider nur in englisch).