Deutscher Weihnachtsmarkt in Osaka

    Ein Besuch auf dem deutschen Weihnachtsmarkt in Osaka - für jeden, der ein bisschen Heimat oder Ferne spüren will.

    Was wäre ein Weihnachtsmarkt nur ohne seine eigene Lebkuchenfabrik? ©Laura Thiel

    Überall hört man westliche und japanische Weihnachtsmusik, die Straßen sind beleuchtet und auch an Weihnachtsdekoration mangelt es in den meisten Geschäften nicht. Wenig verwunderlich also, dass auch eine weitere, westliche Tradition nicht fehlen darf: Der Weihnachtsmarkt.

    Zwar sind Weihnachtsmärkte in Japan nicht ansatzweise so weit verbreitet wie in Deutschland, aber einer hat doch einen besonderen Bekanntheitsgrad: Der deutsche Weihnachtsmarkt in Osaka.

    Direkt in Umeda unter dem Sky Garden, zu Fuß etwa 5 Minuten vom Hauptbahnhof in Osaka entfernt, findet man jedes Jahr aufs neue den deutschen Weihnachtsmarkt mit vielen verschiedenen, sehr deutschen Attraktionen und Geschäften.

    Deutscher Weihnachtsmarkt Osaka Eingang ©Laura Thiel
    Deutscher Weihnachtsmarkt Osaka Eingang ©Laura Thiel

    Oftmals findet man sich in Japan ja in deutschen Geschäften, Restaurants oder anderen Geschäften wieder, die man als deutscher entweder kopfschüttelnd oder lachend wieder verlässt, weil man den Interpretationsspielraum der Japaner zum Thema Deutsch einfach nur bewundernswert finden kann. Der Weihnachtsmarkt ist eine glückliche Ausnahme in dieser Reihe, auch wenn sich hier und dort dennoch etwas Individualität -die man ja auch niemandem verbieten sollte- eingeschlichen hat.

    Überrascht waren meine europäischen und japanischen

    Begleiter insbesondere von der Belichtung an den verschiedenen Ständen, die sie bei anderen Weihnachtsmärkten noch nicht gesehen haben,

    Auch viele Nicht-Japanische Gesichter hat man in den Geschäften gesehen. Die Lebkuchen waren natürlich traditionell alle per Hand gemacht. ©Laura Thiel
    Auch viele Nicht-Japanische Gesichter hat man in den Geschäften gesehen. Die Lebkuchen waren natürlich traditionell alle per Hand gemacht. ©Laura Thiel

    den deutschen Stromkonzernen zur Weihnachtszeit allerdings ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

    Abgesehen von den doch sehr milden Temperaturen und dem ungewohnt vielen Platz, den man zumindest tagsüber noch genießen konnte, hat man endlich in Japan ein wenig das Gefühl für Weihnachten bekommen.

    Natürlich konnte man stilecht viele deutsche Produkte kaufen. Von Wein aus Baden und Brezeln hin zur glitzernden Glasdeko oder den kleinen Dekohäuschen, von denen man sich jedes Jahr aufs neue fragt, ob man die wirklich hätte kaufen müssen, gab es auch für die Kleinen etwas zu tun.

    Eine Runde in einer echten deutschen Eisenbahn für Kinder aus Deutschland, aufregend, nicht wahr? ©Laura Thiel
    Eine Runde in einer echten deutschen Eisenbahn für Kinder aus Deutschland, aufregend, nicht wahr? ©Laura Thiel

    Ein kleines Karussell und eine kleine Eisenbahn, die im Hauptbahnhof gefahren ist haben die Kinder ebenso belustigt wie der Weihnachtsbaum, der sich im Zentrum des Weihnachtsmarktes gefunden hat.

    Natürlich durfte es auch an Essen nicht mangeln. Es gab selbstredend Bratwurst (allerdings nur die, Rindswurst oder andere Sorten konnte man vergeblich suchen), Brötchen, Pommes, Crêpes… Niemand musste hungern. Wobei einem beim Blick auf die Glühweinpreise der Hunger wahrscheinlich schnell wieder vergangen ist: 900¥ (knapp 7€) musste man für eine halbwegsgroße Tasse zahlen. Allerdings durfte man diese dann auch behalten und nachfüllen hat dann nur noch 600¥ (etwa 4,50€) gekostet.

     Eine wirklich gelungene Christbaumdekoration. ©Laura Thiel
    Eine wirklich gelungene Christbaumdekoration. ©Laura Thiel

    Fazit: Überzeugt haben eindeutig die schönen und wirklich kreativen Stände, auch der Weihnachtsbaum war hübsch dekoriert und sah toll aus, als das Licht anging. Auch die Kinder hatten ihren Spaß mit den Attraktionen und alles in allem kann man wirklich sagen, dass der Weihnachtsmarkt gut auch so in Deutschland zu finden sein könnte. Ein Manko hingegen war die Größe, was auch nicht anders zu erwarten sein sollte. Dafür hatte man nicht ein derartiges Gedränge wie in Deutschland. Die Preise waren vergleichsweise auch relativ hoch, aber auch das sollte nicht zu sehr überraschen. Unbezahlbar war es allerdings nicht, ein Abstecher lohnt sich beim nächsten Kansai-Besuch zur Weihnachtszeit aber auf alle Fälle, wenn man wenigstens ein wenig Weihnachtsstimmung bekommen möchte.