Forschungsinstitute mit Japanbezug erhalten rechtspopulistische Postkarten

    Nanjing heute - und immer noch Grund für viel Diskussion (A bird's-eye view of Nanjing, taken from Zifeng Tower, Xuanwu Lake and Purple Mountain are visible.) / © alexrudd (wikicommons)
    Nanjing heute - und immer noch Grund für viel Diskussion (A bird's-eye view of Nanjing, taken from Zifeng Tower, Xuanwu Lake and Purple Mountain are visible.) / © alexrudd (wikicommons)

    Japanologien und weiter Forschungsinstitute in den deutschsprachigen Ländern erhielten in den letzten Tagen Postkarten mit rechtspopulistischen Aussagen. Ein japanischer Aktivist soll dahinter stecken.

    So manch ein Japanologe staunt in letzter Zeit nicht schlecht, wenn er im Briefkasten des Instituts eine handgeschriebe Postkarte oder Briefe aus Japan findet, auf der keine Urlaubsgrüße, sondern politische Statements über das Nanjing-Massaker von 1937 geschrieben stehen. Laut einiger Japanforscher ist der politische Rechtsaktivist Mizuma Masanori Urheber dieser Aktion. Mizuma habe es sich zu Aufgabe gemacht die Japanforscher und die Welt bis zur Olympiade 2020 darüber aufzuklären, dass das Nanjing-Massaker nur eine Lüge der Propagandamaschinerie der Volksrepublik Chinas sei und Sammlungen von Dokumenten und Bildern aus jener Zeit nur aus Fälschungen bestünden. Dies ist eine sehr umstrittene Theorie, die jedoch immer wieder in bestimmten politischen Kreisen in Aufwind gerät.

    Mizuma Masanori ist ein Autor und politisch im rechten Feld einzuordnen. Er schrieb Bücher, die Titel wie „Die Wahrheit über die ‚Trostfrauenfrage'“ und „Die Wahrheit über den GHQ-Plan zur Gehirnwäsche bei Japanern“ tragen und stets einen aufklärerischen oder aufreisserischen Ton tragen. Es setzte sich auch gemeinsam mit anderen Nanjing-Leugnern -vergebens- dagegen ein, als man Dokumente über das Nanjing-Massaker in das „Memory of the World“-Programm aufnahm.

    Ausführliche und sehr gut recherchierte Informationen findet ihr auf dem Blog des Japanologen Reinhard Zöllner. Reinhard Zöllner ist Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.