Furoshiki – Stilvoll Verpacken mit Technik und Eleganz

„Furoshiki 風呂敷” ist der Name eines traditionellen japanischen Stück Stoffs, welches zum Verpacken verwendet wird. Ursprünglich wurde es eingesetzt, um Kleidung einzuwickeln und zu transportieren. Mittlerweile wird jedoch alles mögliche darin verpackt.

Geschichte

Furoshiki
Furoshiki © By Wolfgang H. Wögerer, Wien, Austria., CC BY-SA 3.0, Link

Schon in der frühen Nara-Zeit wurde es unter dem Namen „Tsutsumi“ verwendet, um die Wertsachen der Herrscher zu schützen. Das älteste, noch vorhandene Furoshiki aus der Nara-Zeit wird im Shosoin des Todaiji-Tempels in Nara aufbewahrt. In der Heian-Zeit änderte sich der Verwendungszweck. Zu dieser Zeit diente es dem Einpacken und Transportieren der Kleider der adeligen Gesellschaftsschichten und trug den Namen „Koromo utsumi“. Später änderte sich die Bezeichnung jedoch zu „Hirazutsumi“.

In der Muromachi-Zeit hatte das von Shogun Ashikaga gebaute Badehaus einen großen Einfluss auf das Furoshiki. In diesem Dampfbad benutzen die geladenen Gäste Stoffstücke aus Seide, um ihre Kleidung einzuwickeln. Auf diesen Stoffen waren die Wappen der jeweiligen Familien zu sehen. Dies erleichterte das Unterscheiden der Klamottenbündel nach dem Bad. Ab dieser Zeit verbreitete sich der Name „Furoshiki“.

In der Edo-Zeit erfreuten sich öffentliche Badehäuser einer großen Beliebtheit. Die Menschen dieser Seit benutzen die Furoshiki dort als Matten, während sie sich umzogen. Zusätzlich diente es aber auch dem Einwickeln und Transportieren der eigenen Kleidung. Letztendlich begannen auch Kaufleute die Stoffe zu verwenden, um ihre Güter auf der Reise zu schützen. Dies sorgte dafür, dass Furoshiki gegen Ende der Edo-Zeit in der Arbeiterklasse ankamen und an Bedeutung gewannen.

Furoshiki
Bento im Furoshiki © By Original uploader was Kunchan at en.wikipedia – Transfered from en.wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link

In der Nachkriegszeit wurden Furoshiki kaum noch verwendet. Abgelöst wurde es von den zu dieser Zeit aufkommenden Plastiktüten und -verpackungen, die allerdings bis heute zu einem Umweltproblem wurden.

Heute gewinnen die Stoffverpackungen wieder zunehmend an Wert, weil das Umweltbewusstsein der Menschen immer stärker wird. Durch die einfache Aufbewahrung und die hohe Wiederverwendbarkeit tragen Furoshiki einen großen Beitrag zum Umweltschutz bei. Oft werden sie zum Einwickeln von Bentos verwendet und haben die Größe einer Picknikdecke, um auch als solche verwendet werden zu können.

Name

Der Name Furoshiki ist eine Kombination aus den Wörtern „furo“ und „shiki“. „Furo“ bedeutet so viel wie „Bad“, während „shiki“ mit „verteilen“ oder „ausbreiten“ übersetzt werden kann. Bevor in der Edo-Zeit die Verbindung zu öffentlichen Bädern entstand, war das Stoffstück lange Zeit unter dem Namen „Hirazutsumi 平包 “ oder auch „flaches, gefaltetes Bündel“ bekannt.

Aussehen der Furoshiki

Die modernen Furoshiki werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Dies hängt vom Verwendungszweck ab. Die am häufigsten verwendeten Materialien sind Seide, Baumwolle, Kustseide, Nylon und Synthetikfasern. Für die Größe gibt es keine festen Regeln. Furoshiki können nur so klein wie eine Hand, aber auch so riesig wie ein Bettlaken sein. Die beliebtesten Maße sind hierbei Quadrate mit einer Seitenlänge von 70 oder 90 cm. Bei der farblichen Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt, außer der Vorstellungskraft des Herstellers.

Die Kultur des Einpackens

Verschiedene Furoshiki © By Taichi assumed (based on copyright claims). – Own work assumed (based on copyright claims)., CC BY 2.5, Link

In Japan werden alle möglichen Dinge von klein bis groß in Furoshiki eingewickelt. Das Einpacken von Geschenken zeugt von Respekt gegenüber dem Empfänger und gibt dem Verpackungsmaterial und dem Geschenk selbt eine besondere Bedeutung. Das Verschenken von unverpackten Gegenständen gilt in Japan als sehr unhöflich. Selbst das Trinkgeld für ein Zimmermädchen wird in einen kleinen Briefumschlag übergeben. Für die unterschiedlichen Typen an Gegenständen gibt es allerdings auch unterschiedliche Verpackungsmethoden. Einige oft verwendete Techniken sind „Ma-musubi“, „Otsukai-musubi“, „Bin-zutsumi“ und „Suika-zutsumi“.

Ma-musubi: Die Basics

Zuerst legt man das Furoshiki flach auf den Tisch und führt zwei diagonal gegenüber liegende Ecken zusammen. Die rechte Ecke wird über die linke gelegt. Diese wird nun unter die linke platziert und gezogen. Nun werden die Ecken erneut zusammen geführt, wobei die linke Ecke nun über der rechten liegt. Diese wird auch unter die rechte geführt und daran gezogen, bis sich ein Knoten formt. Daraus entsteht ein „Quadrat“-Knoten.

Otsukai-musubi: Quadratische Gegenstände

Der Gegenstand wird in der Mitte des Furoshiki platziert, welches bereits diagonal zusammengelegt wurde. Nun wird die untere Ecke des Stoffs hochgezogen, wobei das Objekt davon bedeckt wird. Danach erfolgt das gleiche mit der oberen Ecke. Nun müssen nur noch die rechte und linke Ecke in einen „Ma-musubi“-Knoten geschnürt werden.

Bin-zutsumi: Flaschen einpacken

Furoshiki
Flasche im Furoshiki © Public Domain, Link

Zwei Flaschen werden längs auf ein Furoshiki, welches bereits diagonal zusammengelegt wurde, platziert. Hierbei berühren sich ihre Böden. Nun wird die untere Ecke des Furoshiki hoch gezogen, um die Flaschen zu bedecken. Nun werden die Flaschen in das Tuch eingewickelt. Hierbei bleiben die rechte und linke Ecke frei. Zum Schluss werden die Flaschen hingestellt und auch mit einem „Ma-musubi“-Knoten zusammengebunden.

Suika-zutsumi: Hübsch verpackte Wassermelonen

Die Wassermelone oder ein anders kugelförmiges Objekt wird in der Mitte des Furoshiki platziert. Nun werden di zwei angrenzenden, unteren Ecken in einem „Ma-musubi“-Knoten verschnürt. Das selbe geschieht mit den anderen beiden Ecken. Nun wird einer der Knoten durch den anderen durchgeführt, woraus sich automatisch eine Tragetasche aus dem Furoshiki ergibt.

Quellen: thekyotoproject, nicjapanese

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