Hanami in Sôka

    Hanami in Sôka
    © Sakura_Fujiko

    Man kann sich Bilder von Kirschblüten angucken oder selber unter den schönen Bäumen wandeln, aber so ein offizielles Hanami macht dann doch am meisten Spaß.

    In der letzten Woche fand auch in der Firma meines Mannes das offizielle Hanami statt, das jedes Jahr aufs neue für Vorfreude und am Tag selber für eine feuchtfröhliche Stimmung sorgt. Aber bevor es richtig losgehen kann müssen natürlich einige Vorbereitungen getroffen werden und so sahen wir uns am Abend zuvor bis in die Nacht beschäftigt um Grillspieße, Kushiage, Salate und Getränke vorzubereiten.

    So gut wie jede japanische Stadt hat mindestens einen Ort an dem die Kirschblüten besondern schön sein sollen und daher perfekt geeignet ist um dort ein Hanami zu veranstalten. Auch in Sôka liegen diese entlang von Flussarmen und Kanälen die mit teilweise mit Kirschbäumen bestückt sind die dort seit der Edo-Zeit stehen und entsprechend groß über den Fluss ragen. Ich muss wirklich sagen die Ansicht war sehr beeindruckend und unoriginellerweise fällt einem bei dem Anblick immer nur wieder das Wort „schöööön“ ein.

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    Glücklicherweise waren auch noch genug Kirschblüten zu bestaunen denn durch den Regen und wirklich starken Wind der Tage davor waren sich doch alle unsicher ob die Sakura nicht schon zu sehr gelitten haben für ein schönes Hanami. Der Fluss war zwar schon reichlich mit Blütenblättern bestreut, aber wenn überhaupt hat es den Anblick nur noch schöner gemacht.

    Doch Hanami besteht ja nicht nur aus dem Bestaunen der Kirschblüten sondern auch aus dem Zusammensein und gemeinsamen Essen und Trinken. Es wurden ganz traditionell Plastikplanen ausgebreitet und Klappkisten aus Plastik als improvisierte Tische genutzt. Es standen gleich drei Grills und eine Gasplatte zum frittieren bereit um die Anwesenden mit Essen zu versorgen.

    Neben den Grillspießen wurden Salate und Tunfisch Sashimi herumgereicht und vor allem die Kushiage waren wirklich gut. Kushiage heißt soviel wie „frittierter Spieß“ und letztenendlich ist damit fast alles kushiage was aufgespießt und frittiert ist, oft ist es aber Fleisch und Fisch. Hier saß der Chef selbst vor dem Topf und hat frittiertes Fleisch, Fisch, Garnelen, Muscheln und Gemüse gemacht. Meine Favoriten dabei waren komischerweise frittierte Gemüsezwiebelscheiben und mit Käse gefüllte Chikuwa. Auch zu trinken gab es reichlich, wie etwa selbst gemachte Sangria, Bier, Sake und jede Menge Longdrinks.

    Da das Hanami am Nachmittag gegen 16 Uhr anfing wurde es dann auch recht schnell dunkel, was aber dank der immer noch sehr angenehmen 20-23 Grad sehr gemütlich war. Sobald es dunkel wird gehen die entlang des Flusses in die Bäume gehängten Lampions an und erleuchten die Bäume und Essensstände. Auf den Lampions sind die Namen von ortsansässigen Firmen aufgedruckt, da die Firmen hier jährlich einen (freiwilligen) Beitrag leisten damit die Hanami Plätze in Ordnung gehalten werden.

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    Nachts ist es zwar schwieriger Fotos zu machen, erst recht mit starkem Wind, aber ich kann euch versichern dass es in Natura einfach nur ein schöner Anblick war.