Yosakoi – ein Tanz der die Luft zum Knistern bringt

Hunderte Tänzer wirbeln in bunten Gewändern über die Bühne. In ihren Händen blitzen Holzklappern. Auf ihren Gesichtern sitzt ein strahlendes Lächeln, während sie voller Elan mitsingen. Die Energie, die von den Tänzern ausgeht, ist ansteckend. Wer einmal einen Yosakoi-Tanz auf einem japanischen Fest gesehen hat, der wird die atemberaubende Atmosphäre kaum vergessen können.

Yosakoi ist eine Tanzart, die traditionell-japanische Elemente mit modernen Einflüssen verbindet. Getanzt wird in Teams, die von einem Dutzend Mitgliedern bis hin zu über hundert Tänzern groß sind. Viele Universitäten, aber auch Firmen, Läden und Ortschaften besitzen ein eigenes Yosakoi-Team, das regelmäßig an Festen und Wettbewerben teilnimmt.

Yosakoi
Brennende Luft bei dem Yosakoi Soran Fest © Sapporo Tourism Magazine

Traditionell fließt ein Teil des Liedes „Yosakoi naruko“ in die Musik und Choreographie des Yosakoi mit ein. Für die Teilnahme an dem Yosakoi-Soran-Wettbewerb in Sapporo auf Hokkaido muss wiederum das alte Volkslied der Fischer auf Hokkaido, das „Soran Bushi“ genutzt werden. Auch ist es üblich, die Naruko, japanische Holzklappern, im Tanz zu nutzen.

Trotz gewisser Vorgaben sind die Gruppen in der Gestaltung ihrer Kostüme, Choreographie, Accessoires und Musik sehr frei. So lassen sich die Teams für ihre bunten Gruppenkostüme von japanischer Mythologie und Fabelwesen inspirieren. Aber auch Anime oder Rockbands sind Vorbilder, was einen einzigartigen Misch aus Tradition und Moderne ergibt.

Yosakoi
Yosakoi-Tänzer mit den typischen Naruko bei dem Yosakoi Fest in Kochi © Visit Kochi Japan

Besonders beliebt bei der Kostümwahl sind lange Umhänge mit Symbolen (Happi-Mäntel) oder auch Yukata. Die Tänzer wechseln während des Tanzens manchmal mehrfach ihre Kostüme. Zusätzlich werden zahlreiche Accessoires genutzt. So kommen unter anderem Masken, Trommeln, Holzklappern, Schirme und Fahnen zum Einsatz. Passend zu Kostüm und Accessoires werden auch Frisuren und Gesichtsbemalung aufeinander abgestimmt.

Der Tanz einer jeden Gruppe variiert stark, sodass es schwierig ist, Yosakoi passend zu beschreiben. Man muss es selbst gesehen und gefühlt haben, um die Faszination dahinter wirklich verstehen zu können. Jedoch haben alle Tänze eines gemeinsam: sie sprühen regelrecht vor Energie. Die Tänzer springen und wirbeln synchron durch die Luft, oder werfen theatralisch die Arme nach vorne, während sie lauthals zur Musik mitsingen. Um so synchron und energiegeladen tanzen zu können wie zum Beispiel das Team „Jo“, die Gewinner des Soran-Yosakoi-Wettbewerbes 2016, trainieren die Tänzer viele Stunden die Woche.

Ursprung des Yosakoi

Entstanden ist Yosakoi vermutlich aus dem Awa Tanz, einem traditionellen, buddhistischen Tanz der Tokushima Präfektur auf der Insel Shikoku. 1954 fand das erste Yosakoi-Tanz-Fest in der Kochi-Präfektur in Shikoku statt. Yosakoi ist somit eine recht junge Tanzform, die sich seit ihrer Entstehung rasch über Japan ausgebreitet hat. Hatte das Soran-Yosakoi Fest 1992 noch ca. 1000 Teilnehmer, so waren es in den letzten Jahren über 30 000 Teilnehmer und zwei Millionen Zuschauer. Insgesamt gibt es heute in Japan schätzungsweise zwei Millionen Tänzer in über 800 Ortschaften und zahlreiche Feste und Wettbewerbe für Yosakoi, wie das Super Yosakoi Festival in Harajuku, Tokyo oder das Nippon Do-mannaka Matsuri in Nagoya.

Auch international hat sich Yosakoi verbreitet. Vietnam, Malaysia, Ghana und die USA besitzen eigene Yosakoi Teams. Seit einigen Jahren gibt es ebenfalls Yosakoi-Gruppen in Europa. Als Mitglieder des YEN (Yosakoi European Network) verbreiten Teams in England, Schweden, Niederlande, Polen, Frankreich und auch Deutschland den Tanz und damit ein Stück japanische Kultur.

Wer im Sommer zwischen Juni und September nach Japan reist, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen und ein Yosakoi-Fest besuchen. Oder schaut doch einmal bei dem Auftritt oder auf der Webseite eines europäischen Teams vorbei.

Quelle: Wikipedia | Sapporo Tourism Magazine

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