Nachdem Parasyte (Kiseiju) Teil 1 im Juni im Rahmen der Anime Night von Kazé in den deutschen Kinos lief, erschien Ende Oktober die DVD und Blu-ray. Hier nun ein paar Worte zu dem Film selbst.

Worum geht es?

In Shinichi Izumis Welt geht alles seinen gewohnten Gang – bis ihn eines Abends eine rätselhafte Kreatur befällt. Nachdem er sich gerade noch dagegen wehren kann, dass ihm das Untier in die Nase kriecht, bahnt es sich dann doch einen Weg in seinen Arm. Nur mit Mühe kann er verhindern, dass es in sein Gehirn vordringt. Schon am nächsten Tag spürt Shinichi, dass mit seiner Hand etwas nicht stimmt und macht eine beängstigende Feststellung: In ihr hat sich ein furchterregender Parasit namens „Migi“ eingenistet. Schon bald muss Shinichi realisieren, dass er nicht das einzige Opfer ist, denn unzählige Parasiten haben überall auf der Welt Menschengehirne befallen. Damit beginnt der blutige Horrortrip …

Die Story

Der Film befasst sich mit der Frage, was passiert, wenn die Menschheit, bis hin zu den großen Politikern, von Monstern befallen und gelenkt wird. Der Zuschauer muss nicht gerade lange warten, bis der Film ins Rollen kommt, denn gleich zu Anfang fallen die Parasiten auf der Erde ein, nisten sich in die Menschen und fressen auch schon die ersten auf. Dass es dabei sehr blutig und eklig zugeht, damit muss man rechnen. Auch wird einem der Hauptcharakter Shinichi direkt zu Beginn vorgestellt. Der ist erstmal sehr verwirrt über seinen neuen „Freund“.

Parasyte Teil 1 Screensh2
© Toho

Parasyte hat wirklich viel Handlung und Spannung zu bieten. Selten wird es langweilig und der Film wirkt insgesamt weder  langatmig, noch überfüllt. Dies wäre anders gewesen, wenn sich die Filmmacher dazu entschieden hätten, die Handlung in nur einen Film zu packen. Daher war es eine gute Entscheidung, daraus einen Zweiteiler zu machen und so der Geschichte die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Das Ende wurde daher offen gehalten und verspricht mit dem Auftreten des berühmten Schauspielers Tadanobu Asano eine spannende und emotionsgeladene Fortsetzung.

Es handelt sich hier um eine durchaus originelle Horrorvorstellung, bei der man allerdings  hofft, dass irgendwann noch aufgeklärt wird, was es überhaupt mit den rätselhaften Parasiten auf sich hat und woher sie eigentlich kommen. Denn auf Antworten dieser Art wartet man im ersten Teil leider vergeblich.

Die Charaktere und Schauspieler

Shinichi, der von Shota Sometani dargestellt wird, steht hier im Vordergrund. Dabei wird vor allem auch seine charakterliche Veränderung sehr gut beleuchtet. Wenn man den Shinichi vom Anfang des Film mit dem Shinichi vom Ende vergleicht, erkennt man einen signifikanten Wandel in seinem Verhalten. Und dies war auch Shota Sometanis guter Leistung zu verdanken.

Im Gegensatz zum Originalwerk, in dem Shinichi mit seiner Mutter und seinem Vater zusammenlebt, ist sein Vater in der Verfilmung gestorben. Die Macher legten daher viel Wert auf die Bindung zwischen Mutter und Sohn und schafften in diesem Zusammenhang einige dramatische Szenen.

Parasyte Teil 1 Screensh1
© Toho

Eri Fukatsu hat Ryoko Tamiya gespielt, eine vom Parasiten befallende schwangere Frau. Hervorragend konnte sie ihre emotionslose und angsteinflößende Seite verkörpern. Ein Charakter, der auf jeden Fall noch mehr verspricht.

Wer allerdings etwas zu kurz kam, war Shinichis Freundin Satomi Murano. Ai Hashimoto war leider nicht in der Lage ihr einen besonderen und einprägsamen Charakter einzuhauchen und so geriet sie immer schnell in Vergessenheit.

Die Umsetzung

Parasyte Teil 1 Screensh3
© Toho

Parasyte wurde durchgängig sehr dunkel gehalten, was die düstere Atmosphäre des Horrorfilms wunderbar widerspiegelt. Die blutigen Szenen darf man nicht unterschätzen, denn sie waren doch oft sehr eklig und für jemanden, der solche Szenen nicht besonders verträgt, vielleicht etwas zu viel des Guten. Zusammen mit den wirklich sehr guten Effekten, wie dem Aufspalten der Gesichter oder auch der Darstellung von Migi, wurde Parasyte zu einem ernstzunehmenden blutigen Horrorstreifen.

Des Weiteren waren die Action-Sequenzen spannend gestaltet und auf Momente, in denen man schmunzeln kann, wurde auch nicht ganz verzichtet.

Die Synchronisation

Die Arbeit des Synchronstudios war in Ordnung, wenn auch nicht überaus herausragend. Bei den meisten passte die Stimme gut zum Charakter.
Es gibt 1-2 Stimmen, die nicht ganz so die beste Wahl waren. So war meiner Meinung nach die Stimmenwahl für Shinichis Mutter unpassend.

Der Untertitel (wird nicht bewertet)

Im Kino wurde einem Parasyte nur in deutscher Synchronisation dargeboten. Der DVD und Blu-ray ist aber auch die Originalvertonung und deutscher Untertitel beigelegt. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und habe mir daher den Film auch noch mal in dieser Variante angeschaut.

Der Untertitel war gut und leicht verständlich, auch wenn er etwas zu schnell war. Oftmals hatte man daher nicht genügend Zeit den gesamten Satz zu lesen. Außerdem war es etwas irritierend, warum man beim Ending-Song von BUMP OF CHICKEN nur die Romanji-Umschrift des Lyric in den Untertitel packte. Eine zusätzliche Übersetzung des Songtextes wäre an dieser Stelle viel sinnvoller gewesen.

Info

Parasyte
Parasyte / © Kazé

Parasyte
Originaltitel: 寄生獣
Transkription: Kiseiju
Format: Film
Produktion: Toho
Deutscher Publisher: Kazé / eye see movies
Regie: Takashi Yamazaki
Drehbuch: Ryota Kosawa
Länge: 109 Minuten
Genre: Horror, Sci-Fi
Japanischer Kinostart: 29. November 2014
Deutsche Veröffentlichung: 28. Oktober 2016
Freigegeben ab: FSK 16
Sprache: Deutsch, Japanisch mit deutschem Untertitel
Medium: DVD / Blu-Ray


Parasyte 1
Fazit
Ein gut inszenierter Fantasy-Horrorfilm, der vor allem mit seinen Effekten punkten kann. Die deutsche Synchronisation ist zwar nur mittelmäßig, doch dafür hat Parasyte 1 viel Spannung und Action zu bieten, auch wenn einige Fragen noch offen bleiben. Doch wozu gibt es sonst Fortsetzungen?!
Story80
Charaktere78
Synchronisation72
Umsetzung87

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