Bed In Japan
Bild: JPU Records Japan

In den 80er Jahren waren die meisten Japaner mit ihrer finanziellen Situation zufrieden und hielten ihr Land für eine aufstrebende Nation. Heutzutage, in Zeiten einer schrumpfenden Bevölkerung und finanzieller Unsicherheit, erinnern sich viele wehmütig an die 80er.

Einige schwierige Jahre mit wirtschaftlicher Stagnation brachten viele Japaner dazu, ihre Zukunft schwarz zu sehen. Nicht so Kaori Masukodera, die daran arbeitet, den Flair der „guten Jahre“ wieder zurückzubringen. Die 32-Jährige ist Mitglied des Pop-Duos Bed In, dessen Style sich stark an dem der 80er Jahre orientiert. Das bedeutet unter anderem große Schulterpolster, kurze Röcke und auffällige Farben.

Der Stil von Bed In entwickelte sich zu einer bekannten Größe in den lokalen Medien und brachte die beiden Damen in die japanischen Hochglanz-Magazine. Mai Chusonji, das andere Mitglied der Nostalgie-Band, besitzt viele schöne Erinnerungen an diese Zeit, zu deren Revival sie jetzt beiträgt. Heute ständen die jungen Leute unter großem Druck, perfekt zu sein und sich einen festen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen. Damals habe die Zeit mehr verziehen und den Menschen mehr Freiheiten gelassen.

„Bis vor einigen Jahren hatten die meisten Menschen ein negatives Verhältnis zu dieser Zeit. Sie hielten sie für furchtbar kitschig“, erklärte Masukodera während eines Interviews. In den 1980er Jahren prägten Wohlstand und wirtschaftlicher Aufbruch das Bild des Landes. Die Arbeitslosigkeit befand sich auf einem Rekordtief. Doch 1990 kam der große Absturz, die Löhne stagnierten und die Bevölkerungszahl schrumpft seither.

Aus dieser vergangenen Zeit stammen auch die Maharaja-Clubs, eine Disco-Kette, die vor über 30 Jahren einen Boom gleichartiger Etablissements verursachte. In den letzten Jahren eröffneten einige dieser Läden wieder und wurden zu einem Geheimtipp für Baby-Boomer, Millennials und Touristen. Verschiedene Event-Agenturen leben aktuell davon, junge Leute in die Zeit ihrer Eltern zurückzubringen. Limousinen und Prinzessinnen-Partys gehören zu den Trends der heutigen Zeit. Das Budget der jungen Japaner, die sich bei diesen Agenturen melden, ist allerdings knapp bemessen. Meist wollen die Kunden nur einen außergewöhnlichen Abend verbringen, bevor es wieder in das tristere Alltagsleben zurückgeht.

1990 kollabierte der japanische Aktienmarkt und die Immobilienpreise stürzten ins Bodenlose. Die Preise stiegen, genauso wie die Verschuldung der Einwohner. Seit diesem Zeitpunkt achten die japanischen Haushalte genau auf ihre Ausgaben. Staatliche Programme, um die Leute zu mehr Ausgaben zu animieren, verliefen größtenteils im Sande.

2017 führte das Dai-ichi Institut eine Umfrage zum Thema Lebensversicherungen durch. Das Ergebnis bestätigte, dass die Mehrheit der Jugendlichen große Ausgaben scheut. Für die meisten zählen ein sicheres Einkommen und eine planbare Zukunft zu den Zielen für ihr Leben. Die Realität in Japan sieht allerdings anders aus. Niedrige Löhne und Zeitarbeitsverträge bestimmen die Arbeitswelt, weswegen es so viele junge Menschen wie nie in den Dienst des Staates zieht.

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