Luntenschloss Pistole Japan
Bild: Commons Wikimedia

In dem Stammsitz eines Büchsenmachers aus Japan wurden 40 antike Waffen gefunden und auch zahlreiche historische Dokumente befanden sich auf dem Stammsitz.

Die jahrhundertealte Residenz der historischen Büchsenmacherfamilie gehört den Nachkommen von Inoue Sekiemon. Die Familie um Inoue hat in der Edo-Periode (1603 bis 1867) und der Meiji-Ära (1868 bis 1912) Qualitätswaffen hergestellt, mit denen Japan verteidigt wurde. Laut Taira Sawada, einem historischen Waffenwissenschaftler, ist der Fund außergewöhnlich, da die Geschichte der Büchsenmacherei in Japan bereits vor über 100 Jahren endete.

Außerdem wurden während des zweiten Weltkriegs viele alte Schusswaffen eingeschmolzen, um militärische Schwerter herzustellen. So ist es erstaunlich, dass sich 40 dieser Schusswaffen an einem einzigen Ort befinden und die Geschichte der Büchsenmacher erzählen können. Shuichi Inoue, das 16. Oberhaupt der Familie Inoue, hat die historischen Gebäude, die zum Stammsitz der Familie gehören, in denen früher die Waffen gebaut und verkauft wurden und in denen die Familie früher wohnte, an die Stadtregierung von Sakai gestiftet.

Die Stadtregierung bezeichnete die Residenz als Kulturgut. Und auch 23 der 40 Luntenschloss-Geschütze und andere Kanonen gingen in den Besitz der Stadtregierung über und sollen nun in einem Museum ausgestellt werden. Die Familie Inoue ließ sich bereits in der ersten Hälfte der Edo-Epoche in Sakai nieder und errichtete anschließend das Hauptgebäude, in dem auch einige der Waffen gefunden wurden. Es wird behauptet, dass die Japaner im Jahr 1543 mit dem Waffenbau begannen, nachdem ein portugiesisches Handelsschiff vor der Insel Tanegashima in der heutigen Präfektur Kagoshima zerstört wurde.

Da Sakai bereits eine starke Metallverarbeitungstradition besaß, florierte die Waffenindustrie, die auch über Generationen hinweg vom Tokugawa-Shogunat unterstützt wurde. Nachdem 2014 einige historische Dokumente im Lagergebäude der Familie und in anderen Bereichen des Anwesens gefunden worden waren, begannen die Stadtverwaltung und die Kansai-Universität das Grundstück gemeinsam zu erforschen. Dabei wurden auch die 40 historischen Waffen entdeckt und bestätigt. In den Dokumenten war auch verzeichnet, dass Inoue 1855 Kanonen als Steuer an das Tokugawa-Shogunat lieferte, sodass die Küstenverteidigung zwei Jahre nach der Ankunft von US-Kommodore Matthew Perry’s „Black Ships“ verstärkt wurde.

Die Ankunft des US-Kommodore soll auch die von Japan selbst auferlegte mehr als zwei Jahrhunderte lange feudale Isolation beendet haben. Durch die Funde wurde auch die weitgehend akzeptierte Theorie bestärkt, dass Japans Waffenindustrie seit der Mitte der Edo-Periode rückläufig war. Die Wissenschaftler haben seit dem Fund der Waffen die Kanonen datiert und beim Präfektur-Ausbildungsausschuss in Osaka registriert. Insgesamt befanden sich unter den Waffen 26 Luntenschlosswaffen, von denen eine sogar mehr als 2 Meter misst. Diese lange Waffe wurde sogar von Sekiemon Inoue selbst signiert. Außerdem befanden sich mehrere 48 Zentimeter lange Modelle unter ihnen, die für den Einsatz beim Reiten auf Pferden konzipiert waren.

Die restlichen 14 Waffen waren europäische Geschütze, unter denen sich auch eine 141 Zentimeter lange Repetierbüchse befindet. Dank der gefundenen Dokumente konnten sieben der 40 Waffen sogar einem bestimmten Datum zugeordnet werden, das am Ende der Edo-Periode liegt. Unter diesen Waffen befindet sich auch eine 29 Zentimeter lange vertikale Doppelrohrpistole, die von der Familie Inoue um 1863 selbst auf der Grundlage europäischer Technologien hergestellt wurde. Außerdem zeigen die Dokumente auch, wie sich die Büchsenmacher bewusst mit der Zeit veränderten und sich anpassten.

Die Stadtregierung von Sakai hat angekündigt, dass sie die gespendeten Waffen im Sakai City Museum aufbewahren werden und dort weitere Untersuchungen an ihnen durchführen werden, einschließlich der weiteren Datierung der anderen Gegenstände. Inoue selbst sagte, dass Sekiemon diese Waffen von ganzem Herzen hergestellt hat und dass er deshalb möchte, dass sie von der Stadt und den Häusern gepflegt werden und nicht in Privatbesitz landen.

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