Kartenspiel zur Sexualerziehung und Dating Tipps aus Osaka Universität von Minako Saho
Bild: Kyodo News

Japan – eine Assistenzprofessorin aus einer Universität in Osaka hat aus dem bekannten Karuta-Kartenspiel eine Version zur Sexualerziehung und für Dating-Tipps entwickelt.

Die Assistenzprofessorin, Minako Saho, ist Expertin für Hebammenwesen und hat nach einer witzigen Möglichkeit gesucht, um ihren Kursteilnehmern etwas über Geschlecht und Datingetikette beizubringen. Die Professorin entwickelte die Version aus den Karuta-Karten bereits 2013, um eine entspanntere Unterrichtsumgebung für Lehrer und Schüler zu schaffen, in der sie diskutieren können. Denn für manche Menschen sind die Themen Sexualerziehung und Datingetikette ein schwieriges Thema. Karuta wird traditionell während der Neujahrsfeierlichkeiten gespielt.

Dabei befinden sich auf den Karten Gedichte oder Sprichwörter. Auf einem Satz der Karten, den Bildkarten, die als „torifuda“ bezeichnet werden, befinden sich normalerweise ein Bild und die erste Silbe eines Gedichts. Auf den Lesekarten, den „yomifuda“ befindet sich das gesamte Gedicht, das die Spieler nun suchen müssen, wenn die „torifuda“-Karte vorgelesen wird. Saho, die an der Graduate School of Nursing unterrichtet, hat die Gedichte durch Botschaften ersetzt, die die Studenten über Dating-Manieren und Sexualethik aufklären sollen. Passend zu den Botschaften entwickelte sie auch Bilder, die zu den einzelnen Themen passen.

Die neuste Version ihres Kartenspiels produzierte sie im Frühjahr dieses Jahres und ging dort auch auf die neusten Trends wie Social Media ein. Unter anderem schrieb sie: „Nicht alles kann über Line vermittelt werden“, wobei sie sich auf den beliebten Messenger-Dienst bezieht. Auf einer anderen Karte steht: „Es ist ein schlechtes Benehmen, wenn man das Telefon eines anderen ohne Erlaubnis durchsucht.“ Doch auch ernstere Themen wie Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt beleuchtet Saho.

Unter anderem können die Kursteilnehmer auf einer Karte Texte wie „Ohne Zustimmung beider Partner ist es Missbrauch“ oder „Lasst es uns langsam angehen und die Gefühle des anderen verstehen“ lesen. Sogar sexuell übertragbare Krankheiten und Geburtenkontrolle sind Themen, die Verwendung fanden. Die Universität hat im Rahmen eines 2003 gestarteten Aufklärungsprojektes auch Vorlesungen an Gymnasien durchgeführt und die Karten an Schulen und Krankenhäuser verliehen. Die Assistenzprofessorin hatte sich für das Kartenspiel entschieden, nachdem einige Studenten ohne Dating-Erfahrung nur zögerlich an den Workshops während der Vorlesungen teilnahmen.

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