Bedarf an Atomschutzbunkern in Japan steigt wegen Nordkorea-Krise

Atomschutzbunker-Schild

Aufgrund der immer häufiger auftretenden Raketen-Tests von Nordkorea steigt der Bedarf an Atomschutzbunkern.

Der Verband für Atomschutzbunker in Japan erhält in den vergangenen Monaten immer mehr Anfragen von Privatpersonen. So erkundigen sich immer mehr Leute, wo Bunker in ihrer Nähe zu finden sind oder wie sie sich selbst einen bauen können. Nach Angaben des Verbands gibt es in Japan zur Zeit gerade mal so viele Bunker, dass etwa 0,02 Prozent der japanischen Bevölkerung in ihnen Schutz suchen könnte.

Japanische Firmen, die auf Krisenschutz spezialisiert sind, verzeichnen immer größere Verkaufszahlen und allgemein eine wachsende Besorgnis in der ganzen Bevölkerung gegenüber einer Nuklearkatastrophe. Allein die japanische Firma Shelter Planning Co., die spezielle Nuklearbunker und Schutzräume verkauft, hat dieses Jahr schon 18 Kaufverträge abschließen können. Außerdem steht die Firma noch mit 6 weiteren Großkunden im Gespräch. In den vergangenen Jahren hat die Firma gerade einmal einen Kaufvertrag pro Jahr abschließen können. Aufgrund der hohen Nachfrage hat die Firma sogar schon eine Warteliste von drei Monaten für Nuklearbunker. Laut Firmenpräsident Arai Nobufusa haben viele Privatpersonen “das Gefühl ihre Familie beschützen zu müssen”, da sie sich nicht voll auf ihre Regierung verlassen könnten.

Die Produkte von Shelter Planning beinhalten mitunter Luftfilter, die sowohl radioaktive, als auch biologische und chemische Partikel aus der Luft filtern können. Außerdem können die Räume einen stabilen Überdruck halten, sodass die Luft nur von innen nach außen fließen kann, aber niemals umgekehrt.

Eine der größten japanischen Hausbau-Firmen, Sanyo Homes Corp, ist dieses Jahr auch in den Markt für Schutzräume eingestiegen. So hat die Firma einen Schutzraum konstruiert, der einfach unter dem Garten des Grundstücks installiert werden kann. Dadurch sollen solche Produkte auch Privatpersonen einfach zugänglich sein.

Immer mehr Katastrophenübungen in Japan

Im vergangenen Monat hat die japanische Regierung die nationale Sicherheitsstufe ein weiteres Mal angehoben. Als Reaktion darauf gab es in ganz Japan mehr Sicherheitsübungen für den Fall eines Raketenangriffs. Offiziellen Angaben zufolge wurden bisher schon in 21 von 47 Präfekturen Sicherheitsübungen mit der öffentlichen Bevölkerung durchgeführt. Nach einer Empfehlung der Regierung im April sind diese vor allem seit Juni vermehrt vorgekommen.

Einige Experten kritisieren aber auch die Vorgehensweise der japanischen Regierung. So sei es fragwürdig, dass die japanische Regierung einen immer höheren Druck auf Nordkorea ausübt, aber gleichzeitig vermehrt Katastrophenübungen im eigenen Land organisiert. “Die optimistische Ansicht der Regierung, dass die USA uns im Notfall zur Hilfe eilen werden, senkt die Achtsamkeit der Bevölkerung für Sicherheit”, so Koichi Oizumi, Professor der Aomori Chu Gakuin Universität. Außerdem sagt Oizumi, dass es wichtig sei die Bevölkerung mit in die Diskussion einzuschließen, um das richtige Verständnis für die Situation zu vermitteln.

Bild: Max Pixel

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