Feuerameisen in Japan
Feuerameise aus einem Frachter von Freitag © jap. Umweltministerium via KYODO

Führende Biologen in Japan warnen vor einer rasanten Ausbreitung der eingeschleppten Feuerameise und plädieren für eine frühzeitige Ausrottung der Tiere. Die aggressiven Insekten wurden bereits an mehreren Häfen Japans ausgemacht.

Eingeschleppt, so wird vermutet, wurden sie das erste Mal durch einen Container im Hafen von Kobe, der aus Nansha in Guangzhou (China) kam. Die Ameisen der Gattung Solenopsis verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe.

Angst vor einer unkontrollierten Ausbreitung

Nun rufen unter anderem auch der Verhaltensbiologe und Professor an der Kyuyu Universität Takahiro Murakami die Regierung dazu auf, ein umfassendes Programm in die Wege zu leiten, um einer möglichen Plage Herr zu werden.

„Wenn die Ameisen sich unkontrolliert ausbreiten, wird das Land dasselbe durchlaufen, wie bereits die Vereinigten Staaten und auch einige andere Länder,“ so Murakami. Um seine Forderung zu untermauern, weißt er darauf hin, dass die ökonomischen Schäden in betroffenen Gebieten der US, jährlich etwa 4,4 Milliarden US-Dollar (3,85 Milliarden Euro) betragen.

Die eigentlich in Südamerika beheimateten Insekten sind nicht nur ein Problem in den USA. Bereits mehr als 10 Länder weltweit haben mit den gefährlichen Feuerameisen zu kämpfen. Koichi Goka, Leiter des Nationalen Instituts für Umweltforschung, Umweltbiologie und Ökosystemstudien, erklärte dazu, dass auch Australien, China und Tawain mit massiven Schäden kämpfen würden.

Fruchtbare Königinnen und rasante Ausbreitung

Auch wenn bisher kein Nest dieser für ihre Aggressivität bekannten Ameisen in Japan gefunden wurde, sind die Forscher dennoch besorgt. Die Königinnen der Feuerameisen gelten als äußerst fruchtbar. Shigeto Dobata, Assistentsprofessor für Insektenökologie an der Universität Kyoto, erklärte dazu, dass die Königinnen der Feuerameisen im Stande wären, ca. 1000 Eier pro Tag zu legen. Sobald sich eine Kolonie gebildet hätte, könnte die Zahl der Nachkommen also Zahl drastisch steigen.

Das Umweltministerium und die damit zusammenhängenden Ministerien haben bereits auf den Aufruf der reagiert. Anfang Juli diskutierten die involvierten Ministerien weitere Schritte zur Bekämpfung und Ausrottung der Ameisen in betroffenen Häfen.

Umweltminister Koichi Yamamoto sagte, man sich darauf geeinigt, den Radius der Überwachungsgebiete in den Häfen von Kobe, Nagoya, Osaka und Tokyo auf 2 Kilometer zu erweitern. Zudem hat das Umweltministerium beschlossen, in diesen Häfen verstärkt Giftköder einzusetzen.

Verantwortliche des Hafens in Nagoya gaben trotzdem an, dass sie zwar jeden Container auf Fremdarten kontrollieren würden, es aber dennoch für kleinere Insekten möglich sei, zu entkommen.

Gefährliche Bisse

Bisse der bis zu 6mm großen Feuerameisen Tiere können schwere allergische Reaktionen hervorrufen. So wurden Patienten mit Atemwegsbeschwerden und starken Schmerzen, ähnlich Verbrennungen verzeichnet. Sogar gelegentliche Todesfälle wurden durch den Biss einer Feuerameise festgestellt.

Professor Muakami, der 2010 an einer Feldforschung in Taiwan beteiligt war und selbst gebissen wurde, klagte nach ca. 30 Minuten über Symptome wie Übelkeit, Handzittern und ein eingeschränktes Sehvermögen.

Neuseeland konnte das Problem mit den Insekten mittels Giftködern mittlerweile erfolgreich beseitigen. Das Giftköderprogramm kostete das Land ca. 120 Millionen Yen (ca. 900.000 Euro). Australien dagegen investiert nun seit knapp 15 Jahren nicht weniger als 29 Milliarden Yen (222 Millionen Euro) in die Bekämpfung der Insekten. Dies sind aber immer noch geringe Beträge, wenn man die ökonomischen aber auch ökologischen Schäden betrachtet, die die Tiere anrichten können.

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