Taro Aso Hitler-Vergleich
Der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Taro Aso bei der Rede an seine Liberaldemokratischen Partei am Dienstag in Yokohama. © KYODO

Japans Finanzminister Taro Aso äußerte sich vor der Presse zu den Belästigungsvorwürfen, die dem Vizefinanzminister Junichi Fukuda zur Last gelegt werden.

Am Donnerstag erschien in der wöchentlichen Ausgabe der Shukan Shincho ein Artikel über Vizefinanzminister Junichi Fukuda, der ihm wiederholte sexuelle Belästigung vorwirft. Mehrmals soll er sich gegenüber weiblichen Reporterinnen unangemessen verhalten haben. Während eines Interviews in einer Bar soll er eine Journalistin gefragt haben, ob er ihre Brüste anfassen und sie küssen dürfe. Bei einem anderen Fall machte er angeblich anzügliche Bemerkung über eine Reporterin in einem Restaurant.

Nun meldete sich Finanzminister Taro Aso zu Wort und spracht über die Vorwürfe gegenüber seines Schnellvertreters. Er zweifelte die Echtheit des Artikels an, da weder erwähnt werden würde, wann und wo die Belästigungen stattfanden, noch die Namen der angeblich betroffen Frauen.

Allerdings sei es egal, ob die Anschuldigungen falsch oder echt sind. Der Artikel zeige, dass das Ministerium nicht mit Krisen umzugehen wüsste, wenn es solchen gegenüber stünde. Der Vorfall ist nur einer von vielen Skandalen, die Japans Regierung in letzter Zeit erschütterten.

Aktuell ermitteln Behörden wegen Dokumentenmanipulation des Finanzministeriums bei einem Grundstückskauf, in den ebenfalls die Ehefrau von Premierminister Shinzo Abe verwickelt ist. Aso deutete an, dass Fukuda nicht sofort bestraft werden sollte. Außerdem sollte das Ministerium seine Leistung während seiner beruflichen Laufbahn beachten.

Sexuelle Belästigung ist ein großes Problem, das von vielen Seiten nicht ernst genommen wird. Oft verschlimmert sich die Situation von belästigten Frauen, wenn sie Vorfälle anzeigen. Meistens stellen Verantwortliche oder Kollegen sie als Lügnerinnen dar oder spielen die Situation herunter. Auch die Me-Too-Bewegungen auf Twitter zeigt, dass Japan in dieser Hinsicht noch viel zu tun hat.

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