Ausgrabung, Archäologie
Bild: JamesDeMers

Auf dem Gelände der Shimadzu Corp. in Sanjo, Kyoto fanden Forscher des archäologischen Forschungsinstitut Kyotos Überreste von zwei Bauwerken. Wissenschaftler glauben, dass es sich um die unentdeckte Residenz einer Heian-Prinzessin handelt.

Grund für die Annahme ist eine glasierte Keramikplatte mit dem Kanji „Sai“. Des Weiteren gehen Forscher davon aus, dass die Gebäude zwischen 794 und 1185 entstanden und somit in die Heian-Ära fallen. In der Zeit gab es eine Prinzessin, die als Sai-o lebte und Teil des bekannten Aoi-Festes ist. Noch heute feiern Menschen in Kyoto das Fest, das eines der drei wichtigsten Feste der Präfektur ist.

Eines der Gebäude ist 21 mal neun Meter groß. Das zweite Gebäude ist mit 14 mal 8,5 Metern etwas kleiner und befindet sich zwölf Meter von der anderen Ruine entfernt. Bis jetzt gehen Experten davon aus, dass es eine der größten je gefundenen Wohnanlagen für hochrangige Aristokraten in Heiankyo ist. Kaiser Kanmu baute sie vermutlich zwischen 781 und 806. Heiankyo war die alte Haustadt Japans.

Ein Professor für alte Geschichte, Shuji Yoshino von der Sangyo Universität, vermutet, dass die Residenz später dem Kaiser Saga gehörte und er sie für seine Töchter nutzte. Er glaubt, dass entweder Prinzessin Uchiko, die erste Sai-in von Kamojinja, in dem Gebäude lebte oder Prinzessin Hitoko, die als Sai-ku von Ise Jingu diente.

Der Name Sai-o bezog sich ursprünglich allgemein auf unverheiratete Prinzessinnen, die dem Kaiser aus der Asuka-Zeit im Ise Jingu-Schrein dienten. Eine andere gängige Bezeichnung für die Frauen ist Sai-ku. In der frühen Heian-Zeit nahm der Kamojinja-Schrein im heutigen Kyoto ebenfalls Frauen auf, die Sai-in hießen. Ein Beleg dafür ist in „Die Geschichte des Genji“ und „Makura no Soshi“ zu finden.

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