Immer mehr Branchen-übergreifende Sprachschulen in Japan

Schüler in japanischer Schule
Bild:すしぱく / Pakutaso

Eine immer älter werdende Gesellschaft und der Druck der globalen Wettbewerbsfähigkeit machen auch Japan zu schaffen. Die Regierung versucht dem mit Förderprogrammen entgegen zu wirken. Das belebt auch alte Geschäftszweige neu. So schießen im Moment Sprachschulen wie Pilze aus dem Boden.

Die Zahl japanischer Sprachschulen innerhalb Japans hat stark zugenommen, wobei Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen in das Geschäft einsteigen. In Japan gibt es derzeit 643 solcher Schulen. Laut der Nachrichtenagentur NHK wurden insgesamt 206 von ihnen in den letzten 5 Jahren gegründet, 80 davon alleine in diesem Jahr.

Der Sender führte zudem eine detaillierte Befragung an 180 Schulen durch, die in den letzten fünf Jahren gegründet wurden. Das Resultat war, dass nur etwa die Hälfte der Betreiber im Bildungssektor tätig ist. Die andere Hälfte setzt sich aus einer Vielzahl von Branchen, wie Immobilien, Zeitarbeit und sogar dem Pflegebereich, zusammen.

Ein Grund dafür könnte sein, dass die japanische Regierung mit verschiedenen Förderprogrammen die Zahl ausländischer Studenten bis 2020 auf 300.000 erhöhen will. Unter anderem erhofft man sich dadurch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes in einer globalisierten Welt zu stärken. Denn auch in Japan mangelt es, wie in Deutschland, an Fachkräften.

Der Leiter einer Schule, die von einer Firma in der Pflegebranche geleitet wird, sagte, dass sie das Geschäft eröffneten, um ausländische Studenten als Teilzeitbeschäftigte zu sichern. Er erwartet, dass sie eine langfristige Arbeitskraft sind.

Dieses Vorgehen hat aber nicht nur Vorteile. Gerade in Bildungssektor-fernen Sprachschulen sehen die Studenten nur den Vorteil einer schnellen Einreise über das Studentenvisum. Dadurch dürfen sie dann bis zu 28 Stunden pro Woche arbeiten. Doch die Studenten werden oft über die reguläre Arbeitszeit hinaus in Betrieben ausgenutzt und arbeiten meist sogar noch über dem eigentlichen Pensum.

Im Gespräch mit der NHK wies Yoshihisa Saito, Dozent an der Universität Kobe, auf den Arbeitskräftemangel in Japan hin und erklärte, dass ausländische Studenten eben diese Lücke füllen sollen. Des Weiteren gab er zu verstehen, dass die Regierung noch weiter daran arbeiten sollte, es für eben diese Studenten attraktiver zu machen, sich in Japan einen Job zu suchen. Dafür wird aus seiner Sicht noch zu wenig getan.

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