Immigrationsgefängnis
Bild: REUTERS

Ein indischer Mann nahm sich nach Angaben der Behörden in einem japanischen Immigrationsgefängnis das Leben.

Am Freitag fanden Wärter des East Japan Immigration Centers einen indischen Immigranten tot auf, der sich wahrscheinlich das Leben nahm. Nach Angaben des East Japan Immigration Centers fanden die Wärter den Mann, der zwischen 30 und 40 Jahre alt war, in einem der Duschräume mit einem Handtuch um den Hals. Anschließende Reanimationsversuche waren wirkungslos. Im Krankenhaus bestätigten Ärzte den Tod des Mannes.

Die Todesursache ist noch nicht bestätigt, aber der Sprecher des Centers, Daisuke Akinaga, geht von einem Suizid durch Ersticken aus. Die Polizei ermittelt vorerst in dem Fall, um sicher zu sein. Akinaga erklärte sich nicht bereit, den Toten zu identifizieren oder über seine Haftgeschichte zu sprechen.

Die Aktivistin Kimiko Tanaka arbeitet mit Insassen des Gefängnisses zusammen. Ihrer Aussage nach verweigerte das Center dem Verstorbenen am Donnerstag seine Freilassung, obwohl er sich seit zehn Monaten in Haft befand. Aktuell gibt es in Japan 17 Immigrationshaftanstalten mit 1.317 Insassen. Seit 2006 starben in den Gefängnissen 14 Menschen, von denen fünf Selbstmord begingen.

Viel Kritik an der Einrichtung

Das East Japan Immigration Center selbst steht seit einer Weile für die Behandlung von Häftlingen, mangelnde medizinische Versorgung und Ausbildung der Wärter in der Kritik. Reuters bestätigte 2016 die Mängel bei der medizinischen Behandlung und der Überwachung.

Vor allem psychische Krankheiten waren unter den Insassen weit verbreitet und wurden ausschließlich mit Beruhigungsmitteln und Antidepressiva behandelte. Eine richtige Betreuung gab es für die Erkrankten nicht. Letztes Jahr starb in der Anstalt ein Vietnamese, nachdem die Wärter ihn mehrere Stunden ignorierten, als er am Boden lag.

Einwanderung ist ein schwieriges Thema in Japan und andere Länder kritisieren die strengen Regelungen. Wer zum Arbeiten ins Land will, wird oft abgelehnt. Ebenfalls nicht einfach haben es Asylsuchende. Gerade einmal 20 neue Flüchtlinge nahm das Land 2017 auf. Aktuell überlegt die Regierung allerdings die Regelungen zu lockern, da es in Japan an Arbeitskräften mangelt, weil die Bevölkerung aufgrund der sinkenden Geburtenrate immer mehr zurückgeht.

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