Japan- Staat und TECO schuld an Atomkatastrophe in Fukushima
Japan - Fukushima Daiichi im Februar 2015 | Flickr © Susanna Loof | IAEA

Ein Gericht in Fukushima hat dem japanischen Staat und Energiekonzern TEPCO eine Mitschuld am Reaktorunglück von 2011 gegeben. Damit müssen Staat und Akw-Betreiber Entschädigungen im Wert von ¥500 zahlen (ca. 3,7 Millionen Euro).

Sechs Jahre sind vergangen, seit Japan von der verheerenden Dreifachkatastrophe in Fukushima heimgesucht wurde. Am 11. März 2011 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 9 den Inselstaat und löste einen gewaltigen Tsunami aus, der über 15.000 Menschen in den Tod riss. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi führte der Tsunami zu einer Reihe katastrophaler Ausfälle und dem schwersten Atomunfall nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.

Nun hat ein Gericht in Fukushima dem Staat und Energiekonzern TEPCO eine Mitschuld an der Atomkatastrophe gegeben. Mit dem Urteil gab das Gericht einer Sammelklage von rund 3.800 Bürgern statt, die eine monatliche Entschädigung von umgerechnet 380 Euro forderten. Diese soll solange ausgezahlt werden, bis die Strahlung auf den Stand vor dem Gau gesunken ist. Von den 3.800 Klägern sollen insgesamt 2.900 Entschädigungszahlungen erhalten.

Laut Gericht habe die Regierung es unterlassen, den Atomkraftbetreiber TEPCO aufzufordern, seine Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern, obwohl die Regierung schon 2002 vor möglichen Risiken im Kernkraftwerk von Fukushima gewarnt wurde.

Es ist das insgesamt dritte Urteil gegen den Energiekonzern TECPO, der wegen seines verfehlten Krisenmanagements und zahlreicher Skandale im Kreuzfeuer der Kritik steht. Bereits im März diesen Jahres urteilte ein Gericht, dass sich sowohl TEPCO als auch der japanische Staat der Nachlässigkeit schuldig gemacht haben.

Erstmals seit Fukushima: Tepco erhält Reaktorgenehmigung

TEPCO (Tokyo Electric Power) hat erst vor wenigen Tagen die Sicherheitschecks zur Wiederinbetriebnahme von zwei Atomreaktoren bestanden. Seit der Einführung verschärfter Sicherheitsvorkehrungen nach der Nuklearkatastrophe von 2011 wäre es das erste Mal, dass zwei Atomreaktoren von TEPCO als sicher erklärt werden.

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