Akten Dokumente
Bild: Pixabay

Im Zweiten Weltkrieg war Japan für seine Standhaftigkeit und Grausamkeit in Asien und Amerika bekannt. Besonders die Einheit 731, die im Bereich der chemischen Kriegsführung forschte, fürchteten Gefangene.

Nun gab das Nationalarchiv von Japan weitere Dokumente zu der Einheit frei und reichte sie an Professor Katsuo Nishiyama der Shiga University of Medical Science weiter. Laut ihnen enthalten die Unterlagen die Namen fast aller 3.607 Mitglieder der Einheit 731, die Menschen im Namen der Wissenschaft quälten, folterten und umbrachten.

Es ist das erste Mal, dass fast alle Namen der Mitglieder offengelegt werden. Nishiyama sieht in den Listen Beweise für die Aussagen von überlebenden Opfern und Mitgliedern der Einheit. Mit den Dokumenten haben Forscher jetzt die Möglichkeit, noch verborgene Fakten zu enthüllen.

Japan rief am 1. Januar 1945 die Einheit 731 unter dem Decknamen „Abteilung für Epidemieprävention und Wasseraufbereitung der Kwantung-Armee“ ins Leben. Die neuen Dokumente belegen, dass bis zum Kriegsende 52 Armeeärzte, 49 Ingenieure, 38 Krankenschwestern und 1.117 Armeemediziner in der Einheit arbeiteten. Neben den Namen geben die Unterlagen den Rang und die Kontaktinformationen an. Bei einer Freigabe 2016 waren die Kontaktdaten noch geschwärzt, um die Identität der Mitglieder zu schützen.

Nishiyama plant jetzt, die Ergebnisse der Untersuchungen der Dokumente online zu veröffentlichen, damit die Informationen anderen Menschen beim Recherchieren zur Einheit helfen. Zusätzlich leitet der Professor aktuell eine Unterschriften-Sammelkampagne, mit der er die Universität Kyoto zur Veröffentlichung weiterer Informationen drängt. Er will wissen, ob Militärärzte der Einheit wissenschaftliche Arbeiten auf Grundlage von Versuchen an lebenden Menschen verfassten, für die sie akademische Abschlüsse erhielten.

Nach Schätzungen starben bei den Experimenten an lebenden Menschen 3500 koreanische und chinesische Zivilisten, sowie Kriegsgefangene aus Amerika, Britannien und der Sowjetunion. Durch Feldversuche mit chemischen oder biologischen Waffen und anderen Einsätzen starben mehr als 273.000 chinesische Zivilisten.

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