Japan: YouTuber promoten regionale Besonderheiten

"YouTuber haben in den Bereichen Essen und der Bewerbung von Ausflugszielen große Reichweite"

Eine steigende Anzahl von Prefektur- und Kommunalverwaltungen setzt auf YouTuber, um mit Hilfe von Werbevideos mehr Besucher zu gewinnen.

YouTube Logo
YouTube Logo

Da YouTuber vor allem in den Bereichen Essen und der Bewerbung von Ausflugszielen großen Einfluss haben, zielen die Verwaltungen darauf ab, diesen Einfluss zu nutzen um den Tourismus in ihren Regionen zu fördern.

Durch die Auswahl der Youtuber können Verwaltungen auch den Fokus der Zielgruppe besser bestimmen, so werben Familienblogger für familienfreundliche Orte, Foodblogger für die lokalen Spezialitäten und Travelblogger, also Reiseblogger, für die Sehenswürdigkeiten vor Ort. Auch der einfache Zugriff Online bietet einen großen Vorteil gegenüber den üblichen Reiseführern und in Japan üblichen Reisemagazinen, denn die Videos sind weltweit jederzeit aufrufbar.

Durch diese neue Art der Werbung verändert sich auch der Altersfokus der Zielgruppe.
Zu einer Veranstaltung der Tokyoter Verwaltung letzten November kamen durch die vorherige Bewerbung der Veranstaltung durch die Youtuberin Risa Sekine so mehr jüngere Leute – im Kontrast zu den vorhergegangenen Jahren, in denen der Besucheranteil der über 40 Jährigen bei ca. 70% lag.

Risa Sekine, die neben ihrer Arbeit als Krankenschwester einen erfolgreichen Make-Up Youtubekanal betreibt, zog mit ihrem Video und einer Podiumsdiskusion auf der Veranstaltung über 1200 Besucher an von denen über 60% unter 40 Jahre alt waren.

“We were able to attract young people who are not usually interested in social work or nursing care,” (Wir waren in der Lage, jüngere Leute, die normalerweise nicht an sozialer Arbeit oder Krankenpflege interessiert sind, anzuziehen), sagte Yoshiki Morita, der Chef der Tokyoter Stadverwaltungsabteilung für Sozialfürsorge.

Yuka Kinoshita, eine weitere YouTuberin, die auch als Wettesserin und ihre Viedos, in denen sie sehr große Portionen bekannter japanischer Speisen isst, bekannt ist, erschien in einem Werbevideo für „furusato nozei“, eine Art Heimatsteuer, die die Stadtregierung von Iki (Nagasaki-Präfektur) im Dezember letzten Jahres einführte.
Ihr Video rankt mit fast einer Million Klicks ganz oben und wird als erstes angezeigt, wenn man nach Furusato Nosei sucht.
Die Lokalregierung zahlte für das Video ca. 2.4 Millionen Yen.

„Laden wir einen Star auf unsere Veranstaltungen ein, so ist das etwas, das nur einmal stattfindet.“ sagte ein Mitarbeiter des Planungskommitees. „Im Gegensatz dazu bleibt ein solches Werbevideo in unserem Besitz (und kann daher weiterreichend genutzt werden)“.

Als Ergebnis des Videos verzeichnete die Stadtregierung im Fiskaljahr mit rund 120 Millionen Yen etwa 14 Millionen Yen mehr Heimatsteuer Spenden.

Mittlerweile greifen immer mehr Stadtregierungen und Präfekturverwaltungen auf YouTuber zurück, unter anderem Fukushima, Kochi, Kofu und Miyazaki.

Durch das Video, in dem ein Karamaru, ein Restaurant für frittiertes Hühnchen in Kofu, vorgestellt wurde, konnte ein Besucheranstieg, besonders von weiblichen Gästen verzeichnet werden.

Im Gegensatz zu herkömmlicher Fernseh- oder Internetwerbung, haben die YouTubekanäle in der Regel eine große Fanbasis, die die Videos sieht und zur Verbreitung beiträgt. Somit werden auf einen Schlag viel mehr Zuschauer erreicht, die, statt bei einer Werbesendung gelangweilt zuzusehen, nun mit Interesse die Videos schauen.

Auch für die YouTuber haben die Videos – neben den Einnahmen- Vorteile.
„Das YouTube Publikum ist meist nur auf junge Leute beschränkt“, sagte Mitsuhiro Nakao, Präsident der UUUM Inc., einer Firma im Minato Ward, Tokio, die als Agent für rund 120 YouTubers fungiert. „Jobangebote durch die lokalen Regierungen helfen ihnen, ihre Bekanntheit und Reichweite zu verbessern.“

überThe Japan News
Kochlöffel, Kamera und Pinsel schwingende Japanophile. Süchtig nach Büchern & Schokolade. Kann ohne 3x täglich Reis nicht leben.

Kommentiere den Artikel (Deine Daten werden nicht veröffentlicht und jeder Kommentar wird vorher moderiert)

Dein Kommentar
Dein Name