Japanische Väter mit langem Vaterschaftsurlaub laut Umfrage motivierter am Arbeitsplatz

Vater mit seinem Kind am Strand
Bild: Gugatchitchinadze / Wikimedia Commons

Männliche Arbeitnehmer in Japan, die über einen Monat im Vaterschaftsurlaub waren, zeigen laut einer Studie mehr Enthusiasmus bei der Arbeit und auch bei der Kindererziehung als die, die nur 3 Tage oder weniger im Vaterschaftsurlaub waren.

Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hat am Dienstag, den 7. November die Ergebnisse einer Studie zur Ausgeglichenheit von Beruf und Elternschaft veröffentlicht.

Die Studie wurde im September und Oktober von einer Organisation durchgeführt, die das Ministerium beauftragt hatte. Insgesamt wurden 635 Firmen und etwa 3000 Arbeitnehmer zwischen 20 und 49 Jahren befragt, deren jüngstes Kind zwischen 1 und 3 Jahre alt war.

Laut der Umfrage gingen 95,2 Prozent der weiblichen Angestellten in Elternzeit, aber nur 4,2 Prozent der Männer. Beinahe 90 Prozent der Firmen gaben an, dass keiner ihrer männlichen Arbeitnehmer jemals Elternzeit beantragt habe.

Das könnte daran liegen, dass 85 Prozent der Firmen aussagten nichts zu unternehmen, um männliche Angestellte dazu zu ermutigen in Vaterschaftsurlaub zu gehen. 80,9 Prozent der Arbeitgeber waren der Meinung, man müsse Frauen dabei unterstützen, Beruf und Mutterschaft in Einklang zu bringen. Doch nur 55,9 Prozent der Firmen dachten ebenso von ihren männlichen Angestellten mit kleinen Kindern.

Die Studie fragte Männer, die innerhalb von 8 Wochen nach Geburt des jüngsten Kindes in Elternzeit gingen, nach dem Grund ihrer Entscheidung. 70,5 Prozent antworteten darauf, dass sie diesen Wunsch schon vor der Geburt des Kindes verspürt hätten. Dass sie von Kollegen, Vorgesetzten oder Arbeitgebern dazu ermutigt worden seien, antworteten nur 40 Prozent.

12,2 Prozent der Angestellten, die bezahlten Urlaub zur Kindererziehung – unter anderem Elternzeit – nahmen, sagten, sie wollten sich nach der Auszeit in ihr Unternehmen einbringen. Außerdem hatten 12,2 Prozent derjenigen mit langer Auszeit seitdem mehr das Gefühl zu dem Unternehmen zu gehören. Nur 4 Prozent derjenigen, die 3 Tage oder weniger Auszeit nahmen, sagten sie wollten etwas zu ihrem Unternehmen beisteuern und nur 1,8 Prozent fühlten sich nach der Auszeit zugehöriger zu ihrem Arbeitsplatz.

Schließlichs gaben 58,1 Prozent der Männer mit langem Vaterschaftsurlaub an, sie seien nach der Auszeit auch bei der Kindererziehung motivierter. Von den Vätern mit kurzer Elternzeit sagten das nur 31,9 Prozent.

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