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Japans Verteidigungsminister erwägt Militärschlag auf nordkoreanische Stützpunkte

Die Regierung in Japan fürchtet, dass Nordkorea sich in einer „neuen Phase“ seines illegalen Atomwaffenprogramms befindet und warnt vor einer zunehmenden Bedrohung.

Im jüngsten Weißbuch (White Paper) des japanischen Verteidigungsministeriums heisst es, dass sich das nordkoreanische Atomwaffenprogramm womöglich bedrohlich weiterentwickelt hat. Laut Angaben des japanischen Justizministeriums sei es inzwischen möglich, dass Nordkorea die Verkleinerung seiner Atomwaffen und damit die Herstellung von nuklearen Sprengköpfen gelungen sei.

In dem 563-seitigen Dokument ist auch davon die Rede, dass das nordkoreanische Regime seit letztem Jahr zwei Atombombentests und insgesamt 20 ballistische Raketenangriffe durchgeführt hat. Damit sei die Bedrohung durch Nordkorea in eine „neue Phase eingetreten“, da das nordkoreanische Regime womöglich vor der Fertigstellung von atomaren Langstreckenraketen stehen könnte.

Itsunori Onodera erwägt Militärschlag

Vor dem Hintergrund der jüngsten Tests und einer gestiegenen Bedrohung durch das Regime in Pjöngjang forderte eine Regierungsgruppe unter dem kürzlich ernannten Verteidigungsminister Itsunori Onodera Premierminister Shinzo Abe dazu auf, die Möglichkeit eines Militärschlags auf nordkoreanische Stützpunkte zu erwägen. Ein solcher Schritt würde eine Abkehr Japans von seiner bisherigen defensiven Militärstrategie darstellen. Gemäß der Verfassung verzichtet Japan auf das Recht der Kriegsführung und darf auch keine „kriegsfähigen“ Streitkräfte unterhalten. Bislang verfügt Japan weder über Kampfbomber noch über Geschosse, mit denen sich ein anderes Land angreifen ließe.

Onodera teilte japanischen Medien mit, dass die koreanischen Raketenangriffe eine sich verschärfende Bedrohung für Japan darstellen. Besonders die jüngsten erfolgreichen Testes zweier Interkontinentalraketen bereiten dem Land große Sorge. Nordkorea hatte zuletzt Ende Juli eine ballistische Interkontinentalrakete gestartet, die nur etwa 200km vor der japanischen Küste ins Meer stürzte.

Provokationen aus Nordkorea

Seit letztem Jahr hat Nordkorea trotz internationaler Warnungen mehrere Raketentests durchgeführt. Von insgesamt 4 ballistischen Raketen, die im März 2017 getestet worden sind, landeten 3 innerhalb der 200-Meilen-Zone vor der japanischen Küste. Das Regime in Pjöngjang verfolgt dabei u.a. das Ziel, eine nukleare Langstreckenrakete zu entwickeln, die die Westküste der USA erreichen kann. Mit den Raketentests verstößt Nordkorea gegen bestehende UN-Resolutionen. Die Vereinigten Staaten drohten dem Regime in Pjöngjang zuletzt mit einem möglichen Militärschlag. Auch Japan hatte nach den letzten Raketenstarts mit „konkreten Schritten“ gedroht und die Provokationen aufs Schärfste verurteilt.

Sorge vor einem nordkoreanischen Raketenangriff

Zwar hofft man In Japan nach den Provokationen Nordkoreas zwar weiterhin auf eine friedliche Lösung, aber die Regierung hat die Bevölkerung schon vorsorglich vor einem möglichen Angriff gewarnt und verschiedene Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt.

Quelle
Japan Today

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