Koreaner in Japan – Die Furcht vor Misstrauen und Rassismus

Die Raketentests versetzen nicht nur Japaner in Angst.

Koreaner in Japan Rassismus
"Korea Town" im Stadtteil Ikuno in Osaka. Die Stadt hat landesweit größten Anteil von Koreanern in Japan. © KYODO

In Japan lebende Koreaner schauen mit Sorge auf die zunehmend bedrohlicher werdende Krise zwischen Nordkorea und den USA. Sollte der Ernstfall eintreten, dann könnte dies auch verheerende Folgen für die koreanische Gemeinschaft in Japan haben.

Nach Angaben der japanischen Regierung lebten im vergangenen Jahr 453.096 Südkoreaner und 32.461 Nordkoreaner in Japan. Viele von ihnen sind „Hinterbliebene“ des zweiten Weltkriegs, als Japan die koreanische Halbinsel besetzte.

Zwar sind die in Japan lebenden Koreaner nicht wirklich von der Krise betroffen und auch hat sich der Umgang Japans mit den im Land lebenden Koreanern seit den jüngsten Raketentests Nordkoreas nicht geändert, doch die koreanische Gemeinde in Japan kämpft seit jeher mit Diskriminierung und Anfeindungen japanischer Nationalisten.

Gerade nach den letzten Atomwaffen- und Raketentests wächst in der koreanischen Gemeinde die Sorge, dass die Provokationen aus Nordkorea auf sie zurückfallen könnte. Daher äußern sich auch nur wenige Koreaner zur derzeitigen politisch angespannten Lage. Doch auch die wenigen Stimmen sind geteilter Meinung.

So glaubt zum Beispiel Pu Kyon, Besitzerin eines Geschäfts für traditionelle koreanische Kleidung, das die Aufrüstung Nordkoreas nur eine natürliche Reaktion der immer wieder aufkommenden Drohungen aus den USA sei. Die Ladenbesitzerin wünscht sich, dass die internationale Gemeinschaft den stetigen Druck auf Nordkorea beendet. Doch alles nur unter vorgehaltener Hand. Denn frei aussprechen dürfe sie dies nicht.

Chung Kap-su, der genau wie Pu Kyon in zweiter Generation in Japan lebt, hofft eher, dass Nordkorea einlenkt und weitere Provokationen stoppt. “Der Norden muss endlich wieder zu Gesprächen mit dem Süden bereit sein”, äußert er. Ein „Feind“ wie die USA sei nämlich nicht zu schlagen.

“Nordkorea kann sie (die Vereinigten Staaten)nicht besiegen, also hoffe ich, dass es seinen Weg ändert,” so Kap-su.

Zwar gibt es in Japan seit einiger Zeit eine Art „Antidiskriminierungsgesetz“ für Koreaner, doch ob sich das langfristig bewehrt, bleibt abzuwarten. Die Stimmung kann schließlich mit jedem neuen Test kippen. Und dann könnten gerade koreanische Schulen in Japan schnell das Ziel von Einschüchterungen und Beschuldigungen werden. Das glaubt zumindest Moon Gyeong-su, Professor für ethnisch-koreanische Studien an der Universität von Kyoto.

Die Zukunft wird zeigen, welches Los die in Japan lebenden Koreaner ziehen werden. Aber auch hier zeigt sich, dass eine Rakete nicht ein Ziel treffen muss, um etwas kaputt zu machen. Hier schürt sie vor allen Dingen das Misstrauen in der Bevölkerung.

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